Sanctuarium Minnesotium: Wenn Moralpredigten auf imperiale Realität treffen
Imperiales Edikt aus dem Frostreich Minnesotium
Wie das Heiligtum der Zuflucht den Zorn des Imperators weckte
Im glorreichen Jahr des Imperiums, als Imperator Trumpius Caesar Maximus zum zweiten Mal mit überwältigender Mehrheit auf den Marmorthron des Weißen Palastes zurückkehrte, entschied sich die Provinz Minnesotium für einen anderen Weg: den Weg der offenen Aufsässigkeit, der moralischen Selbstbeweihräucherung und des politischen Improvisationstheaters.
Statt die ausgestreckte Hand des Imperiums zu ergreifen, erhoben sich die selbsternannten Statthalter Minnesotiums – allesamt Mitglieder der Democratus-Fraktion der Radikalen Linken – und erklärten ihr Territorium feierlich zum Sanctuarium Universalis. Ein heiliger Ort, so verkündeten sie, an dem kaiserliche Gesetze höflich ignoriert und imperiale Vollzugsbeamte rhetorisch mit faulen Tomaten beworfen werden dürfen.
Diese Mischung aus moralischer Großsprecherei, anti-imperialer Rhetorik und gezielter Schmähung der Legiones ICE schuf ein Klima, das selbst in den frostigen Ebenen Minnesotiums eisig wirkte. Die Folge: Spannungen, Chaos, lautstarke Empörung – und natürlich die empörte Frage der Provinzfürsten, warum das Imperium nun plötzlich genauer hinsieht.
Die Verantwortung dafür, so verkündet das Imperium mit der Gelassenheit eines siegreichen Feldherrn, liegt nicht bei Rom – sondern bei jenen lokalen Würdenträgern, die lieber ideologische Altäre errichten, als für Ordnung und Sicherheit zu sorgen.
Allen voran Justizor Ellisonius von Sancta-Lex, der Großorakel des Wegduckens, der feierlich erklärte, es gebe keinerlei Verpflichtung, dem Imperium zu helfen – schließlich habe Minnesotium „Besseres zu tun“. Gleichzeitig warnte er dramatisch vor karmischen Blitzen der Zivilklagen, sollten lokale Wachen es wagen, imperiale Anfragen ernst zu nehmen. Seine moralische Vergleichsrhetorik reichte dabei mühelos von antiken Prüfungen bis zu geschichtlichen Endbossen.
Gouvernator Walzius der Zuständigkeits-Verwirrer ergänzte trocken, dass Grenzschutz nun wirklich nicht Sache der Provinz sei – dafür habe man schließlich andere Sorgen, wie Pressekonferenzen und Haltung.
Der Stadtfürst Freyus von Miniapolis, Beschützer der Unregistrierten, versprach feierlich, alles zu tun – wirklich alles –, um das Imperium draußen zu halten. Kooperation? Non! Durchsetzung imperialen Rechts? Absit! In Miniapolis, so verkündete er, sei niemand ein Fremder – außer natürlich imperiale Beamte.
Unterstützt wurde dieses Bollwerk der Gesinnung von Tribunin Omarina von Dauerempathia, die erklärte, sie werde kämpfen – und weiterkämpfen – und noch ein wenig weiterkämpfen, bis niemand mehr irgendwo irgendwen wie einen Kriminellen behandelt. Schutzpläne wurden angekündigt, Gedanken und Gebete verteilt, Tweets abgeschickt.
Der Senatsredner Fatehus der Alarmrufer, mehrere Stadträte der Letzten Verteidigungslinie und selbst der Hohe Polizeimeister O’Harius der Abkühler warnten einträchtig: Imperiale Präsenz könne das empfindliche Gleichgewicht der gefühlten Sicherheit stören.
Das Imperium jedoch reagiert nicht mit Emotion, sondern mit Ordnung. Und Ordnung, so lehrt es die Geschichte Roms wie auch Washingtons, lässt sich nicht durch Schilder mit der Aufschrift Sanctuary außer Kraft setzen.
Wer die Gesetze des Imperiums verhöhnt, darf sich nicht wundern, wenn das Imperium antwortet.