Trumpius Caesar spricht: Wie der Imperator das Reich zurückeroberte
Trumpius Caesar Maximus, Imperator der goldenen Rhetorik und unangefochtener Lenker der Schlagzeilen, gewährte jüngst den Hofschreibern von Politico eine Audienz, wie sie sonst nur in den Annalen des Römischen Reiches verzeichnet ist. Ein Jahr nach Beginn seiner zweiten Regentschaft stand er im Marmorsaal der Selbstgewissheit und blickte mit jener Mischung aus Pathos, Brustton und Lorbeerkranz auf das Reich, das – so seine Worte – er „aus den rauchenden Trümmern der Biden-Ära herausgemeißelt“ habe.
Die Demokraten, so verkündete Trumpius Caesar mit erhobenem Zeigefinger und imperialer Stirnfalte, hätten das Reich der Preise an die Barbaren verloren. „Erschwinglichkeit! Erschwinglichkeit!“, riefen sie – doch geliefert hätten sie nur Rechnungen, so hoch wie die Säulen des Kapitols. Trumpius hingegen, so ließ er keinen Zweifel, sei gekommen, um die Preise zu zähmen wie widerspenstige Löwen. Energiepreise? Gebändigt. Inflation? Gedemütigt. Das Volk möge nur auf den Markt schauen und staunen.
Mit der Grandezza eines Feldherrn verkündete er weiter einen Investitionssturm von 18 Billionen Dollar – eine Zahl so gewaltig, dass selbst die Buchhalter kurz ehrfürchtig schweigen mussten. Fabriken sprießen demnach aus dem Boden wie Legionärszelte vor einer entscheidenden Schlacht, Autohersteller kehren reumütig aus der Verbannung zurück, und selbst die künstliche Intelligenz habe offenbar beschlossen, ausschließlich unter der Sonne Amerikas zu gedeihen. Am Ende, so reduzierte Trumpius Caesar die ökonomische Philosophie auf ein einziges Wort, gehe es um „Jobs“. Viele Jobs. Jobs, wie sie die Welt noch nicht gesehen habe. Jobs mit Heldenepos.
Außenpolitisch zeigte sich der Imperator als Mann mit klarem Kompass: Wenn er reise, dann stets „für Amerika“. Selbst wenn er das Reich verlasse, diene jeder Schritt allein dem Ruhm der Vereinigten Staaten. China, so ließ er durchblicken, werde nicht gelöst – es werde erledigt. Europa? Keine Vision, nur ein Wunsch: stark zu sein. Denn die einzige wahre Vision trage den Namen America First.
In Fragen der Migration nahm Trumpius Caesar kein Blatt vor den Lorbeerkranz. Einst, unter Biden, sei das Reich von ungeprüften Massen überrannt worden – heute hingegen herrsche Ordnung, Stille, ja beinahe Leere an den Grenzen. Niemand komme mehr, sagte er stolz, und niemand rede darüber. Ein Skandal der Stille! Auch auf dem Meer habe man gehandelt: Drogenboote würden zerschlagen, das Unheil um 92 Prozent reduziert. „Ich mag es nicht“, sagte der Imperator mit gespielter Tragik, „aber ich rette Leben.“ Ein Caesar, der widerwillig siegt – fast schon tragisch.
Besonders leidenschaftlich wurde Trumpius Caesar, als es um die heilige Kuh namens Obamacare ging. Diese, so sein Urteil, sei nichts weiter als ein goldener Trog für Versicherungskonzerne. Billionen – nicht Milliarden – seien ihnen zugeworfen worden. Seine Vision? Das Geld direkt dem Volk geben. Das Volk solle sich selbst heilen, frei, stolz und ohne Konzernpriester dazwischen. Wer sich ihm dabei in den Weg stelle? Die Demokraten natürlich – gekauft, besessen, versklavt von der Versicherungslobby.
Auch geopolitische Tragödien ließ der Imperator nicht unerwähnt. Der Krieg, die Opfer, die verlorenen Gebiete – keine Siegesparade, sondern ein düsteres Tableau. „Ich hasse es, junge, schöne Menschen sterben zu sehen“, sagte er, und für einen flüchtigen Moment schien selbst der Marmorboden still zu lauschen.
Zum Schluss erinnerte Trumpius Caesar an seine eigene Leidensgeschichte: das „weaponisierte“ Reich, die Anklagen, die Verfolgung. Doch wie jeder große Imperator sei er nicht gefallen, sondern zurückgekehrt – triumphierend, geschniegelt, im Weißen Haus. Die Feinde? „Kranke Menschen“, urteilte er knapp. Das Reich aber stehe wieder. Unter Kontrolle. Unter ihm.