Trumpius Caesar und der große Feldzug gegen das Unsichtbare
TRUMPIUS CAESAR ERHEBT DAS SCHWERT DER MORAL – UND NATÜRLICH IST ES DAS GRÖSSTE SCHWERT ALLER ZEITEN
Im glorreichen Imperium Americum, wo goldene Säulen selbstbewusst in den Himmel ragen und selbst die Adler patriotisch nicken, trat jüngst Imperator Donald Trump, besser bekannt als Trumpius Caesar Maximus, vor das Volk. Anlass war der ehrwürdige Monat zur Sensibilisierung gegen sexuelle Gewalt – ein Thema, das in den Hallen des Kapitols nun offenbar mit der Lautstärke eines Triumphzuges behandelt wird.
Trumpius Caesar, gehüllt in ein rhetorisches Gewand aus Superlativen und dramatischen Trompetenstößen, verkündete mit der Bescheidenheit eines Mannes, der sich selbst für die Erfindung von Sicherheit hält: Unter seiner Herrschaft werde das Übel der sexuellen Gewalt nicht nur bekämpft, sondern – natürlich – vollständig ausgelöscht. Ein Ziel, das so ambitioniert ist, dass selbst die Götter des Olymps kurz innehielten und sich fragten: „Hat er gerade uns mitgemeint?“
Doch wie jeder große Feldherr weiß, braucht es einen Schuldigen für die Missstände der Vergangenheit. Und so wurde die vorherige Regierung kurzerhand zur Barbarenhorde des offenen Tores erklärt. Laut Trumpius habe diese die südlichen Grenzen des Imperiums so weit geöffnet, dass selbst der Wind ohne Passkontrolle einreisen konnte. In dieser dramatischen Darstellung marschierten angeblich Legionen von Kriminellen ein, als hätten sie eine Einladung mit RSVP erhalten.
Die Straßen, so die epische Erzählung weiter, seien unter der Herrschaft der „radikalen Linken“ in eine Art antikes Kolosseum verwandelt worden – nur ohne Tickets, aber mit angeblich frei herumlaufenden Verbrechern. Staatsanwälte, so wird berichtet, hätten sich in philosophische Minimalisten verwandelt: „Strafen? Interessantes Konzept, aber vielleicht morgen.“
Trumpius Caesar hingegen präsentierte sich als der Retter, der mit einem einzigen Federstrich – vermutlich aus purem Gold – die Ordnung wiederhergestellt habe. Kaum war er zurück auf dem Thron, so wird erzählt, habe er die größte Deportationsoffensive der Geschichte gestartet. Ganze Heerscharen von „den Schlimmsten der Schlimmen“ seien entfernt worden, als hätte er ein kosmisches Aufräumkommando aktiviert.
Gleichzeitig, und das darf in keiner heroischen Saga fehlen, wurden die Städte des Reiches mit zusätzlichen Kräften gesichert. Man stelle sich Legionäre vor, die mit entschlossenem Blick durch die Straßen ziehen, während im Hintergrund dramatische Musik spielt, obwohl niemand genau weiß, woher sie kommt.
Besonders bemerkenswert ist die Aussage, dass Amerika nun sicherer sei als seit über einem Jahrhundert. Eine Zeitspanne, die so großzügig gewählt ist, dass selbst Historiker kurz ihre Bücher überprüfen mussten, um sicherzugehen, dass sie nichts verpasst haben. Offenbar gab es damals auch weniger WLAN-Probleme – aber das nur am Rande.
Natürlich darf bei all dem Pathos nicht vergessen werden, dass der Monat auch den Opfern gewidmet ist. Trumpius Caesar versicherte mit der Ernsthaftigkeit eines Mannes, der gleichzeitig ein Selfie macht, dass jede betroffene Person Unterstützung erhalten werde. Gerechtigkeit, so versprach er, werde nicht nur erreicht, sondern maximal ausgeschöpft – vermutlich inklusive Bonuspunkte.
Die Botschaft ist klar: Unter Trumpius Caesar ist alles größer, schneller, sicherer und historischer als jemals zuvor. Probleme werden nicht gelöst – sie werden besiegt. Herausforderungen werden nicht analysiert – sie werden in epischen Reden verdampft. Und Zahlen? Nun, Zahlen sind vor allem dann beeindruckend, wenn man sie groß genug ausspricht.
Während also im Imperium Americum die Banner der Sicherheit wehen und die Reden in den Himmel steigen, bleibt eine kleine, fast unscheinbare Frage im Raum stehen: Ist die Welt wirklich so einfach, wie sie in diesen majestätischen Verkündungen erscheint – oder ist sie vielleicht doch ein wenig komplizierter als ein Triumphzug mit perfekt gesetzten Superlativen?
Doch solche Fragen sind in Zeiten großer Reden natürlich zweitrangig. Wichtig ist, dass die Botschaft stimmt, der Ton episch ist und der Imperator überzeugt wirkt. Und in dieser Disziplin ist Trumpius Caesar zweifellos… sagen wir: konkurrenzlos in seiner eigenen Wahrnehmung.