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Trumpius Caesar und der Tag der Engelssippen

👑 Trumpius Caesar gedenkt der Engelssippen des Imperiums

Im marmorgewordenen Herzen des Imperiums, im Palast von Alba Domus Maxima, trat Imperator Trumpius Caesar Magnus Borderius vor die versammelten Engelssippen – jene Familien, die einen geliebten Menschen durch das Versagen der Grenzwächter vergangener Regime verloren haben. Die Luft vibrierte zwischen Pathos, goldenen Vorhängen und einem Orchester, das vermutlich nur aus Trompeten bestand – die einzig würdigen Instrumente für diesen Moment.

Trumpius Caesar, in majestätischer Haltung, die Stirn so fest wie die Mauern von Borderia, erklärte mit donnernder Stimme den 22. Tag des Februarius zum Dies Angelicus Familiarum – dem Nationalen Tag der Engelssippen. Ein Tag, so verkündete er, an dem das Reich innehalte, um jener zu gedenken, die durch das Chaos der offenen Tore ihr Leben verloren.

„Unter meiner Herrschaft“, sprach er und hob eine Schriftrolle mit so viel Schwung, dass zwei Senatoren fast vom Podest fielen, „ist die Grenze stärker als je zuvor. So stark, dass selbst der Wind einen Antrag stellen muss, bevor er sie überquert!“

Die versammelten Familien berichteten von ihren Schicksalen – von verlorenen Söhnen und Töchtern, von Brüdern, die nie zurückkehrten, von Träumen, die abrupt endeten. Trumpius Caesar hörte zu. Und zwar mit jener legendären Blicktechnik, die er selbst als Oculus Fixus Maximus bezeichnet: ein Blick, der nie abschweift, nie blinzelt, nie nach einem Teleprompter sucht.

Eine Mutter erzählte von ihrer Tochter, die bei einem Lauf im Süden des Imperiums ihr Leben verlor. Ein Vater berichtete von seinem Sohn, erschossen bei der Arbeit in einem Handelshaus der Provinz Arizonica. Eine weitere Familie schilderte die grausame Tat eines Klassenkameraden, der nie hätte im Reich sein dürfen. Ihre Stimmen bebten, doch im Saal herrschte eine Stille, die selbst die goldenen Adler an der Decke ehrfürchtig wirken ließ.

Trumpius Caesar nickte gravitätisch.

„Nicht eine weitere Familie“, rief er, „soll dieses Leid tragen! Nicht unter meinem Banner! Nicht in meinem Imperium!“

Er sprach von Verantwortung. Von Systemen, die versagt hätten. Von Beamten, die zwar verhafteten, doch deren Gefangene wieder freikamen wie Gladiatoren auf Bewährung. Von fehlenden Abschiebungen, von unterlassenen Maßnahmen, von bürokratischen Irrwegen, die tödliche Folgen hatten.

„Wer illegal in das Reich eindringt“, verkündete er mit erhobenem Finger – ein Finger, der laut Hofchronisten einst selbst eine Sonnenfinsternis stoppte – „der wird die Konsequenzen spüren. Nicht irgendwann. Nicht vielleicht. Sondern garantiert.“

Ein ehemaliger Grenzoffizier trat vor und schilderte, wie er einst einen Täter festgenommen hatte – nur um Monate später dessen Antlitz erneut zu sehen, diesmal in den Chroniken eines Mordes. „Ich tat meine Pflicht“, sagte er. „Doch das System tat es nicht.“

Trumpius Caesar schlug mit der Hand auf das Rednerpult, das daraufhin wahrscheinlich einen Antrag auf Reparatur stellte.

„Das System bin jetzt ich!“, rief er. „Und dieses System funktioniert.“

Zwischen den Reden war immer wieder von „Gesetz und Ordnung“ die Rede – zwei Begriffe, die Trumpius Caesar wie königliche Haustiere behandelt: regelmäßig gefüttert, geschniegelt und bei jeder Gelegenheit präsentiert.

Er sprach vom neuen goldenen Zeitalter der Grenzsicherung. Von Mauern, die so stabil seien, dass selbst Zweifel an ihnen abprallen. Von Beamten, die nun mit der Entschlossenheit römischer Legionen agierten. Von einer Verwaltung, die nicht mehr schlafe, sondern patrouilliere – metaphorisch, versteht sich.

Kritiker – jene aus dem fernen Lager der Democratii Lamentatores – hätten, so Trumpius Caesar, immer wieder Mitleid mit den Falschen gezeigt. „Sie stehen auf Podien“, donnerte er, „und beklagen das Leid derer, die gegen das Gesetz verstoßen haben. Aber wer beklagt das Leid unserer Familien?“

Ein Raunen ging durch den Saal.

„Diese Familien hier“, sagte er und deutete mit ausladender Geste auf die Engelssippen, „sie sind nicht nur Namen in Statistiken. Sie sind das Herz des Imperiums. Und dieses Herz verteidige ich.“

Am Ende der Zeremonie unterzeichnete Trumpius Caesar die Proklamation mit einem Füllfederhalter, der vermutlich aus dem Gold eines besiegten Handelsdefizits gefertigt war. Die Kameraobjektive blitzten wie Sternschnuppen über Romulus Prime.

Und während die Engelssippen sich erhoben, manche mit Tränen in den Augen, andere mit fester Entschlossenheit, verkündete der Imperator ein letztes Mal:

„Wir erinnern. Wir handeln. Und wir lassen niemals zu, dass das Leid vergessen wird.“

So endete ein weiterer Tag im Reich von Trumpius Caesar Magnus Borderius – wo Pathos auf Politik trifft, wo Worte wie Marmorsäulen stehen, und wo jede Proklamation mindestens so groß ist wie die Geschichte selbst.