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Trumpius Caesar und die glorreiche Richter-Inflation des Imperiums

Im marmorglänzenden Zentrum des Imperiums, wo goldene Vorhänge sanft im Wind der Selbstbewunderung wehen und jeder Federstrich Geschichte – oder zumindest eine sehr selbstzufriedene Pressemitteilung – schreibt, trat Imperator Trumpius Caesar Magnus erneut vor das Volk. Nicht mit Schwert oder Schild, sondern mit einem Stapel Nominierungen, schwer genug, um selbst einen römischen Legionär ins Schwitzen zu bringen.

Der Anlass: die feierliche Verkündung jener Auserwählten, die fortan im Namen des Reiches Recht sprechen sollen. Und wie es sich für ein Imperium gehört, wurde nicht einfach ernannt – nein, es wurde inszeniert.

Mit erhobenem Kinn und einem Blick, der irgendwo zwischen „Ich habe das Universum erschaffen“ und „Ich habe gerade den besten Deal aller Zeiten gemacht“ schwankte, begann Trumpius Caesar die Parade der Namen:

Zuerst erschien Michaelus Christophorus DiLorenzio Maximus, direkt aus dem Herzen der Hauptstadtprovinz Columbia entsandt. Ihm wurde die ehrwürdige Aufgabe zuteil, fünfzehn Jahre lang als Richter im Obersten Stadtrat zu residieren – eine Zeitspanne, die in politischen Maßstäben ungefähr drei Ewigkeiten entspricht. Beobachter munkelten bereits, dass seine Amtszeit länger dauern könnte als einige Imperien.

Ihm folgte Michaelus J. Hendershotius von Ohius, der nun als Richter über den nördlichen Distrikt wachen soll. Ein Gebiet, das so groß ist, dass man angeblich zwei Tage braucht, um es mit einer durchschnittlichen römischen Bürokratie zu durchqueren.

Dann betrat Arthurus Robertus Jonesius Texanus die Bühne – ein Mann, dessen Name so majestätisch klingt, dass selbst sein eigener Schatten salutiert. Ihm wurde der südliche Distrikt von Texas anvertraut, ein Landstrich, der bekanntermaßen größer ist als so manche antike Weltkarte.

Nicht weniger eindrucksvoll: Jeffreyius T. Kuntzius Floridianus, der künftig über das südliche Florida richten soll – ein Ort, an dem selbst Flamingos vermutlich juristische Beratung benötigen.

Doch Trumpius Caesar wäre nicht Trumpius Caesar, wenn er sich mit einer kleinen Auswahl zufriedengeben würde. Nein, er lieferte eine ganze Staffel:

Craigus Edwardus Leenius, erneut für die Hauptstadtprovinz Columbia – offenbar ein Ort, der so viele Richter braucht, dass man fast meinen könnte, dort würden Gesetze im Minutentakt erfunden.

Christina Michaela Maceya Augusta, ebenfalls aus Columbia, deren Name allein schon so klingt, als würde sie Urteile nicht sprechen, sondern verkünden – begleitet von dramatischer Musik und einem leichten Donnergrollen im Hintergrund.

Dann trat Johannes Georgius Edwardus Marckius Texanus hervor – ein weiterer Vertreter des großen Texanischen Richterreichs. Man könnte meinen, Texas habe mehr Richter als Kühe. Und das will etwas heißen.

Den krönenden Abschluss bildete Johannes Barlovius Timmerius Columbianus, erneut aus der Hauptstadtprovinz, bereit, fünfzehn Jahre lang das Recht zu hüten – oder zumindest so lange, bis jemand vergisst, wann seine Amtszeit eigentlich endet.

Während die Menge – bestehend aus ausgewählten Jubelnden, strategisch platzierten Applaudierern und mindestens einem verwirrten Praktikanten – applaudierte, hob Trumpius Caesar erneut die Hand.

Er sprach von Exzellenz. Von Stärke. Von den „besten Richtern, die das Imperium je gesehen hat“. Einige Historiker vermuten inzwischen, dass dieser Satz bei jeder Gelegenheit verwendet wird – selbst beim Bestellen eines Sandwiches.

Kritische Stimmen wagten vorsichtig anzumerken, dass die Anzahl der Ernennungen mittlerweile so hoch sei, dass man überlegen müsse, ob nicht bald mehr Richter als Fälle existieren könnten. Doch diese Stimmen wurden schnell übertönt – vermutlich von einem besonders enthusiastischen Applauskommando.

Im Hintergrund liefen bereits die Senatoren des Reiches warm, die nun formell über diese Ernennungen beraten sollen. Ein Prozess, der traditionell irgendwo zwischen ernsthafter Prüfung und höflichem Durchwinken pendelt – je nach Wetterlage und politischer Großwetterfront.

Am Ende dieses spektakulären Tages blieb vor allem eines zurück: das Gefühl, Zeuge eines historischen Moments gewesen zu sein. Oder zumindest eines Moments, der sich selbst sehr historisch fand.

Und während Trumpius Caesar sich zufrieden zurückzog, vermutlich um über seine nächste große Verkündung nachzudenken, blieb die Welt mit einer wichtigen Erkenntnis zurück:

Im Imperium gilt nicht nur das Gesetz – sondern vor allem die Inszenierung.