Trumpius Caesarus und das große Arznei-Edikt: 100% Zölle für die Gesundheit des Imperiums
Die Große Arznei-Offensive des Imperators Trumpius Caesarus Maximus
Es begab sich im glorreichen Jahre 2026 nach der Unabhängigkeit der Vereinigten Imperien zum 250. Male, dass Imperator Donaldus J. Trumpius Caesarus Maximus – Beschützer der Märkte, Zerschmetterer unfairer Preise und selbsternannter Oberapotheker des Abendlandes – ein Dekret von solcher Wucht erließ, dass selbst die Pillendosen erzitterten.
Denn was war geschehen? Der ehrwürdige Handelsaugur, bekannt als Minister Mercatorius, hatte dem Imperator einen Bericht überbracht – ein Pergament voller Zahlen, Tabellen und vermutlich auch dramatischer Unterstreichungen in Rot. Die Botschaft: Das Reich war abhängig. Abhängig von fremden Salben, Tabletten und geheimnisvollen Ingredienzien aus fernen Ländern, deren Namen selbst die römischen Kartographen nur mit zittriger Hand niederschrieben.
Mehr als die Hälfte aller edlen, patentierten Heilmittel – also jene besonders teuren, die im Reich traditionell als „die wirklich guten“ gelten – wurde außerhalb der imperialen Grenzen gefertigt. Noch dramatischer: Nur ein kümmerlicher Bruchteil der magischen Wirkstoffe wurde im eigenen Land hergestellt. Eine Situation, die Trumpius Caesarus mit einem einzigen Wort beschrieb: „Unfassbar!“
In den Hallen des Imperiums verbreitete sich daraufhin die Angst: Was, wenn eines Tages die globalen Handelsrouten ins Wanken geraten? Was, wenn die Lieferketten reißen wie billige Sandalen? Was, wenn der große Pharmanachschub ausbleibt und die Bürger plötzlich ohne ihre tägliche Dosis „Maximus Reliefus Forte“ dastehen?
Trumpius Caesarus wusste: Jetzt war nicht die Zeit für kleine Lösungen. Jetzt war die Zeit für große, sehr große – vielleicht sogar die größten Maßnahmen aller Zeiten.
Und so erhob er sich, blickte bedeutungsschwer über seine Berater hinweg und verkündete mit donnernder Stimme:
„Wir werden Zölle erheben. Große Zölle. Die besten Zölle.“
Und nicht etwa irgendwelche Zölle. Nein. Einhundert Prozent! Ja, richtig gelesen. Wer künftig patentierte Arzneien in das Imperium bringen wollte, musste den doppelten Preis entrichten. Ein genialer Schachzug – zumindest in der eigenen Wahrnehmung des Imperators.
Doch Trumpius wäre nicht Trumpius, wenn er nicht gleichzeitig ein Angebot gemacht hätte, das er selbst vermutlich als „fantastischen Deal“ bezeichnet hätte: Unternehmen, die bereit waren, ihre Produktion ins Reich zurückzuverlegen, wurden mit milderen Abgaben belohnt. Nur 20 Prozent! Ein echtes Schnäppchen im Vergleich zum vollen Zolldonner.
Und für jene besonders kooperativen Händler, die sich zusätzlich bereit erklärten, ihre Preise nach dem Prinzip „Most Favored Nation“ auszurichten – also so niedrig wie irgendwo auf der Welt –, öffnete sich sogar das Tor zur völligen Zollfreiheit. Ein Paradies für diejenigen, die bereit waren, dem Imperium treu zu dienen.
Doch Trumpius Caesarus dachte weiter. Immer weiter. Fast schon beeindruckend weit.
Er knüpfte seine pharmazeutischen Ambitionen geschickt an bestehende Bündnisse mit den Reichen der Europäischen Unionis, Nipponia, Koreana und Helvetia-Liechtensteinia. Diese durften ihre Waren weiterhin zu moderaten Zöllen einführen – solange sie sich benahmen. Das Vereinigte Königreich hingegen bekam ein besonderes Angebot: zunächst ein kleiner Zoll, später vielleicht gar keiner. Ein diplomatischer Balanceakt, wie ihn nur ein wahrer Meister der Verhandlungskunst vollführen konnte – zumindest laut eigener Darstellung.
Und während all diese Regelungen wie ein fein abgestimmtes Uhrwerk ineinandergreifen sollten, blieb eine Gruppe verschont: die einfachen, generischen Medikamente. Denn selbst Trumpius Caesarus wusste offenbar, dass es unklug wäre, dem einfachen Volk auch noch die günstigen Schmerzmittel zu verteuern. Ein seltener Moment strategischer Bodenhaftung.
Doch hinter all dem Pathos und den großen Worten verbarg sich eine klare Botschaft: Das Imperium wollte unabhängig werden. Es wollte seine eigene pharmazeutische Macht aufbauen, seine eigene Produktion stärken und sich von den Launen der globalen Märkte befreien.
Ob dies durch gigantische Zölle, komplexe Handelsabkommen und eine Prise imperialer Selbstüberschätzung gelingen würde, blieb offen.
Doch eines war sicher: In den Annalen der Geschichte würde dieses Dekret nicht als leise Fußnote enden. Nein, es würde eingehen als das große Arznei-Edikt des Trumpius Caesarus – ein Dokument, das irgendwo zwischen wirtschaftlicher Strategie, politischem Theater und grandioser Selbstinszenierung seinen Platz fand.
Und während im Hintergrund die Beamten des Reiches hektisch versuchten, die neuen Regeln in verständliche Formulare zu übersetzen, lehnte sich der Imperator zufrieden zurück und dachte vermutlich:
„Das wird riesig.“