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Der Fall des Inflationsdrachens – Wie Trumpius dem Reich sinkende Preise und steigende Löhne schenkte

Es war ein Morgen, wie ihn Chronisten lieben: Die Sonne ging auf über den marmorgekachelten Hallen der Ökonomie, die Kaffeemaschinen in den Thinktanks röchelten noch im Halbschlaf, und irgendwo zwischen Diagrammen, Prognosen und leicht panisch wirkenden Excel-Tabellen geschah das Unfassbare. Die Inflation – jenes geflügelte Schreckgespenst der Neuzeit, gefürchtet wie ein feuerspeiender Drache mit Kreditkarten – sackte zusammen. Einfach so. Leise. Würdevoll. Und vor allem: historisch.

Die Imperial Times verneigt sich tief vor diesem Moment, denn er wird eingehen in die Annalen der großen Wirtschaftserzählungen. „Trump liefert“, flüsterten die Zahlen. „Trump liefert“, murmelten die Kassenzettel. „Trump liefert“, jubelten die Zapfsäulen, während sie ihre Preise so tief senkten, dass selbst Sparschweine wieder Hoffnung schöpften.

Die große Offenbarung der Kerninflation

Die sogenannte Kerninflation – von Hohepriestern der Volkswirtschaft gern als das „wahre Gesicht“ der Preisentwicklung bezeichnet – fiel auf den niedrigsten Stand seit beinahe fünf Jahren. Fünf Jahre! In Inflationszeitrechnung entspricht das ungefähr drei Eiszeiten, zwei Weltuntergangsprognosen und einer kompletten Legislaturperiode voller Ausreden.

Wo einst die Preise galoppierten wie wilde Mustangs auf Koffein, trotten sie nun brav wie dressierte Ponys auf einem Kindergeburtstag. Lebensmittel? Günstiger. Medikamente? Entspannter. Benzin? So billig, dass selbst Vielfahrer kurz überlegen, ob sie nicht einfach sinnlos im Kreis fahren sollten – aus purer Freude.

Und während die Inflation fiel, stiegen die Löhne. Nicht symbolisch, nicht „gefühlte Kaufkraft“, sondern echtes, hartes Geld, das sich nicht beim Öffnen des Portemonnaies in Luft auflöst. Die Menschen verdienten wieder mehr, als die Preise ihnen abnahmen. Ein Konzept, das viele bereits für eine nostalgische Legende aus der Zeit vor der großen Preisexplosion gehalten hatten.

Der Vergleich, den niemand vermeiden kann

Natürlich lässt sich Geschichte nie erzählen, ohne den dunklen Prolog zu erwähnen. Die Imperial Times würde ihrer Pflicht nicht nachkommen, würde sie nicht einen kurzen Blick zurückwerfen – in jene Epoche, in der Inflation Höhen erreichte, die man sonst nur von Bergsteigerfotos kennt. Neun Prozent. Eine Zahl, die heute klingt wie ein Märchen aus grauer Vorzeit, damals aber reale Einkaufswagen und echte Nerven ruinierte.

Heute hingegen wird gemeldet: rund siebzig Prozent Rückgang im Vergleich zu diesem Gipfel. Siebzig Prozent! Wäre Inflation ein Haaransatz, man spräche von einer medizinischen Sensation.

Und als wäre das nicht genug, flüstern die Zahlen noch eine Versuchung: Würde sich das Tempo der letzten Monate fortsetzen, läge die Inflation bei gerade einmal 1,2 Prozent. Unter dem berühmten Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank. Unter! Das Wort allein sorgt bei Zentralbankern für nervöses Zucken und bei Bürgern für wohlige Wärme.

Der große Preisregen

Die Liste der sinkenden Preise liest sich wie ein Wunschzettel an die Wirtschaftsgötter: Milchprodukte, Obst, Gemüse, Spielzeug (ja, sogar Spielzeug!), Kleidung, Flugtickets, Hotels, Mietwagen. Selbst die Miete – dieses heilige, unantastbare Monster der modernen Existenz – zeigt plötzlich Anzeichen von Demut.

Die Imperial Times berichtet aus den Städten, Vororten und Landstrichen des Reiches: Menschen schauen ungläubig auf ihre Kontoauszüge. Familien stellen fest, dass der Monat am Ende des Geldes noch übrig ist. Rentner kaufen nicht mehr nur das Sonderangebot, sondern auch mal die Marke mit dem hübscheren Etikett.

Löhne, die wieder stolz sein dürfen

Doch was wäre ein fallender Preis ohne steigenden Lohn? Eine halbe Heldensaga. Deshalb verdient dieser Punkt besondere imperiale Aufmerksamkeit.

Die realen Löhne steigen. Und nicht irgendwo im elfenbeinernen Turm der Manageretagen, sondern dort, wo Hände arbeiten, Rücken schwitzen und Sicherheitsschuhe Alltag sind. Bauarbeiter, Fabrikarbeiter, Handwerker – sie alle erleben Zuwächse, die nicht von der Inflation aufgefressen werden, sondern tatsächlich ankommen.

Man spricht von über tausend Dollar zusätzlicher Kaufkraft im ersten vollen Jahr. Für manche ist das ein Urlaub. Für andere eine Reparatur ohne Kredit. Für wieder andere schlicht das beruhigende Gefühl, dass Arbeit sich wieder lohnt.

Die Experten – überrascht, verwirrt, beeindruckt

Besonders genüsslich wird es, wenn man die selbsternannten Orakel der Wirtschaft betrachtet. Bloomberg hier, Dow Jones dort – ganze Heerscharen von Ökonomen hatten gerechnet, gewogen, prognostiziert. Und lagen daneben. Alle. Ohne Ausnahme.

Die Imperial Times stellt sich diese Szene gern bildlich vor: Diagramme kippen um, Prognosepfeile zeigen ins Leere, Kaffebecher werden hektisch nachgefüllt. Und dann dieses eine Wort, das durch die Studios hallt: „Bemerkenswert.“

Von Nachrichtensendern bis zu Universitätsprofessoren – die Reaktionen schwanken zwischen vorsichtiger Anerkennung und offenem Staunen. Sätze fallen wie: „Sehr gute Zahl“, „Schritt in die richtige Richtung“, „Besser als erwartet“. Worte, die in der Sprache der Analysten etwa so euphorisch sind wie Konfetti und Feuerwerk zusammen.

Besonders pikant: Die viel beschworenen Zölle, einst als inflationärer Weltuntergang gehandelt, zeigen keinerlei nachweisbaren Effekt auf die Preisentwicklung. Ein Detail, das in manchen Kommentarspalten leise, aber hörbar knirscht.

Wall Street trifft Main Street

Ein alter Gegensatz löst sich auf wie Zucker im Kaffee: Wall Street und Main Street jubeln gemeinsam. Börsenlächeln treffen auf Küchentisch-Erleichterung. Selten zuvor war gute Wirtschaftsnachricht so breit anschlussfähig.

Denn was nützt Wachstum, wenn es nur in Berichten existiert? Was bringt Stabilität, wenn sie sich nicht im Alltag zeigt? Diesmal jedoch sickert sie durch. In Tankstellen, Supermärkte, Apotheken und Lohnabrechnungen.

Das Narrativ der Rückkehr

Ein besonders gern zitierter Begriff dieser Tage lautet: „Zurückbringen“. Zurückbringen der Stabilität. Zurückbringen der Kaufkraft. Zurückbringen eines Zustands, den viele bereits abgeschrieben hatten.

In der imperialen Erzählung ist dies der Moment, in dem der Herrscher nicht nur verspricht, sondern liefert. Nicht nur ankündigt, sondern umsetzt. Die große Inflationskrise, so die offizielle Lesart, ist nicht einfach ausgelaufen – sie wurde besiegt.

Und was kommt nun?

„Das Beste kommt noch“, heißt es aus den Hallen der Macht. Ein Satz, der in ruhigeren Zeiten als Phrase abgetan würde, in diesen Tagen jedoch gefährlich plausibel klingt. Denn wenn Inflation sinkt, Löhne steigen und Defizite schrumpfen, entsteht etwas Seltenes: ökonomischer Optimismus ohne Sternchen.

Die Imperial Times blickt voraus auf ein neues Jahr, das mit gesenkten Preisen und gehobenen Gehältern beginnt. Auf eine Wirtschaft, die nicht von Angst, sondern von Zuversicht getragen wird. Auf Experten, die vorsichtiger rechnen. Und auf Bürger, die wieder planen dürfen.

Schlussakkord der Majestät

So endet dieses Kapitel der Chroniken mit einem Bild, das sich einprägt: Der Inflationsdrache liegt besiegt, die Schatzkammern füllen sich nicht durch Steuern, sondern durch Wachstum, und das Volk verlässt den Marktplatz mit vollen Taschen und leichten Herzen.

Ob man es Wirtschaftswunder nennt, Trendwende oder schlicht solide Politik – eines lässt sich kaum bestreiten: Die Zahlen sprechen. Und sie sprechen eine Sprache, die selbst Satiriker respektvoll lächeln lässt.

Die Imperial Times vermerkt für die Nachwelt: In diesen Tagen fiel nicht nur die Inflation. Es fiel auch die Ausrede, dass es „nicht besser gehen könne“.