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Imperiales Arbeitswunder: Wie Trumpius’ Wirtschaft die Akten vertreibt und Jobs erschafft

Es gibt Tage, an denen die Geschichte innehält, kurz den Atem anhält, ihren Notizblock zückt und denkt: „Das schreibe ich mir besser auf.“ Der heutige Tag ist so einer. Denn was da frisch aus den marmorgekühlten Hallen des Weißen Hauses – pardon: aus dem imperialen Kommunikationszentrum des Empire of Trumpius – verkündet wurde, ist nichts Geringeres als ein ökonomisches Schauspiel in mehreren Akten, mit Pauken, Trompeten und einem ganzen Orchester aus Statistiken, die sich in militärischer Ordnung aufstellen und laut rufen: „Wir sind Wachstum!“

Die jüngsten Arbeitsmarktzahlen, so verkündet es die Hofkanzlei, zeigen ein Bild, das selbst eingefleischte Skeptiker kurz die Lesebrille abnehmen und sie putzen lässt. Denn offenbar hat sich im Reich der unbegrenzten Möglichkeiten etwas ereignet, das in den Chroniken als „Das große Comeback der Arbeit“ verzeichnet werden dürfte. Ein Comeback, das – und das ist der eigentliche Paukenschlag – nahezu ausschließlich im privaten Sektor stattfindet. Dort also, wo echte Helden nicht durch Formular A38 kämpfen müssen, sondern durch Auftragsbücher, Baupläne und Kaffeepausen mit zu wenig Zeit.

Der Rückzug der Aktenordner

Beginnen wir mit dem wohl dramatischsten Kapitel dieser Saga: dem Rückbau der föderalen Bürokratie. Während andernorts Ministerien wachsen wie Hefeteig in der Sommersonne, hat das Trumpius-Imperium offenbar den Reset-Knopf gefunden. Seit September wurden 168.000 Stellen im föderalen Apparat abgebaut. Aktenordner weinen leise, Drehstühle drehen sich ein letztes Mal, und die Kaffeemaschinen in Washingtons Amtsstuben fragen sich, warum sie plötzlich so selten benutzt werden.

Insgesamt, so die imperialen Zählmeister, ist die Bundesverwaltung seit Amtsantritt um 271.000 Stellen geschrumpft – der niedrigste Stand seit über einem Jahrzehnt. Historiker sprechen bereits vom „Großen Entstauben“, Verwaltungswissenschaftler vom „kontrollierten Papierabbau“, und einfache Bürger vom „Endlich geht mal jemand ran“.

Wo Jobs wirklich wachsen: draußen, nicht im Amt

Doch während in den Fluren der Behörden das Licht gedimmt wird, geht draußen die Sonne auf. 121.000 neue Jobs im privaten Sektor seit September, 225.000 seit August – Zahlen, die sich nicht verstecken müssen und es offenbar auch nicht wollen. Sie marschieren selbstbewusst über die Titelseiten und rufen: „Wir sind nicht gefördert, wir sind verdient!“

Seit Amtsantritt von Trumpius Caesar Maximus wurden 687.000 neue private Arbeitsplätze geschaffen. Keine Behördenjobs, keine Titel mit sieben Bindestrichen, sondern echte Stellen: bauen, produzieren, planen, verkaufen, reparieren. Arbeit mit schmutzigen Händen, vollen Terminkalendern und der befriedigenden Gewissheit, am Ende des Tages etwas geschaffen zu haben, das man anfassen kann – oder zumindest abrechnen.

Die Rückkehr der Geborenen (und der Taschenrechner)

Besonders stolz ist das Imperium auf einen Aspekt, der in der imperialen Rhetorik mit extra Großbuchstaben verkündet wird: 100 Prozent des Jobwachstums entfallen auf im Land geborene Amerikaner. Der Arbeitsmarkt, so das Narrativ, habe wieder einen Heimvorteil.

Zwischen Januar und November 2025 gewannen 2,7 Millionen einheimische Arbeitskräfte eine Beschäftigung, während 972.000 ausländische Arbeitskräfte ihre Jobs verloren. Parallel dazu traten 2,75 Millionen Einheimische neu in den Arbeitsmarkt ein, während 1,1 Millionen andere ihn verließen. Zahlen, die selbst nüchterne Statistikprogramme kurz innehalten lassen, bevor sie brav „OK“ klicken.

Imperiale Kommentatoren sprechen von einer „Arbeitsmarkt-Neusortierung“, Kritiker von einer „sehr klaren Schwerpunktsetzung“. Die Imperial Times nennt es schlicht: Trumpius-Effekt.

Baukräne als neue Nationalflagge

Ein besonderes Glanzkapitel dieser Arbeitsmarkterzählung ist der Bausektor. 52.000 neue Jobs in drei Monaten, und überall im Land ragen Baukräne in den Himmel wie moderne Freiheitsstatuen aus Stahl. „Build in America“ ist nicht nur ein Slogan, sondern offenbar ein Baustellenkonzept.

Hier wird nicht nur Beton gegossen, sondern auch Symbolik: Häuser, Straßen, Brücken – und natürlich die Gewissheit, dass man mit Helm auf dem Kopf mehr bewegt als mit Aktenmappe unterm Arm. Die Baustelle wird zum neuen Parlament, der Presslufthammer zur politischen Rede.

Löhne rauf, Preise runter – der ökonomische Einhornritt

Nun zu dem Teil, bei dem selbst erfahrene Wirtschaftsjournalisten vorsichtig den Puls fühlen: Reallöhne steigen um 4,2 Prozent – und das bei sinkenden Preisen. Ein Szenario, das lange als seltene Konstellation galt, fast schon als ökonomisches Einhorn.

Im imperialen Sprachgebrauch heißt es: „Die Menschen haben mehr Geld in der Tasche, und der Einkaufskorb wird leichter.“ Kritiker mögen einwenden, dass dies nicht überall gleich spürbar sei – doch die Zahlen tanzen bereits Polonaise über die Tabellenblätter.

Mehr Menschen wollen wieder arbeiten – welch Skandal!

Ein weiterer Punkt sorgt für künstliche Aufregung: die leicht gestiegene Arbeitslosenquote. Doch statt Alarmglocken zu läuten, klopft sich das Imperium zufrieden auf die Brust. Denn der Anstieg sei, so die offizielle Lesart, kein Zeichen von Schwäche, sondern von Zuversicht.

Mehr Menschen treten wieder in den Arbeitsmarkt ein. Sie kommen „von der Seitenlinie“, wie es heißt, angelockt von einer Wirtschaft, die offenbar wieder Lust auf Mitarbeiter hat. In anderen Worten: Die Statistik steigt, weil die Hoffnung zurückkehrt. Ein seltenes Paradox, das man erst einmal erklären muss – oder einfach feiern.

Der Schatten der großen Abschaltung

Natürlich wäre diese imperial glänzende Erzählung nicht vollständig ohne einen Antagonisten. In diesem Fall trägt er den Namen „Demokrat Shutdown“. Schätzungen zufolge kostete er den privaten Sektor im Oktober bis zu 62.000 potenzielle neue Jobs. Eine Zahl, die wie ein mahnender Zeigefinger in der Luft hängt und daran erinnert, dass selbst im Empire nicht alles reibungslos läuft, wenn politische Lager beschließen, sich gegenseitig im Weg zu stehen.

Ausblick: 2026 – das Jahr des großen Booms?

Und so blickt das Empire mit breiter Brust nach vorn. Trillionen an Investitionen, steigende Löhne, schrumpfende Bürokratie und eine Wirtschaft, die angeblich „bereit ist zu explodieren“ – natürlich nur im positiven Sinne.

Ob diese Erzählung sich in den kommenden Jahren genauso fortschreibt, wird die Zeit zeigen. Doch für den Moment gilt: Die Zahlen stehen stramm, die Narrative sind geschniegelt, und der Imperator lächelt zufrieden in Richtung Konjunktur.

Die Imperial Times vermerkt es feierlich im großen Buch der satirischen Weltgeschichte: Dies war der Tag, an dem der Arbeitsmarkt salutierte – und die Aktenordner leise den Raum verließen.