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Imperiales Dekret der Silizium-Legionen: Trumpius Caesar und der große Chip-Zoll

Imperiales Dekret der Silizium-Legionen

Wie Trumpius Caesar Maximus die Chips ordnet, die Welt erzittern lässt und den Zollhammer schwingt

Von Trumpius Caesar Maximus, Imperator der Vereinigten Staaten, Beschützer der Platinen, Bezwinger der Lieferketten

Es war ein kalter Januartag im Jahre MMXXVI, als Trumpius Caesar Maximus, Herrscher über Adler, Dollars und Fernsehkameras, die Marmorstufen des Kapitols erklomm und sprach: „Gebt mir Chips – aber gebt sie mir amerikanisch.“ Denn was dem Imperium Brot und Spiele waren, sind der Moderne Prozessoren und Serverfarmen. Ohne sie läuft nichts: keine Rakete, kein Kühlschrank, kein Algorithmus, der Katzen erkennt oder Wahlplakate optimiert.

Zuvor hatte der Hohe Hüter des Handels, Commercus Magnus, eine Schriftrolle überbracht. Darin stand, was alle wussten, aber niemand so majestätisch aussprach: Das Reich der Freiheit frisst ein Viertel aller Halbleiter dieser Welt, stellt aber kaum ein Zehntel davon selbst her. Ein Skandal! Eine Tragödie! Ein Drama in 7-Nanometer-Auflösung! So könne man kein Imperium führen – höchstens eine Warteschleife.

Trumpius Caesar hob die Augenbraue (die rechte, die imperiale) und erkannte die Gefahr: Ohne eigene Chips kein starkes Heer, keine funkelnden Radarschilde, keine Drohnen mit GPS-Selbstbewusstsein. Sogar die Tempel der Heilkunde – jene mit MRT-Orakeln und Herzschrittmacher-Göttern – hängen am Siliziumtropf. Und was wäre das Imperium ohne funktionierende Stromnetze, Kommunikationsadern und jene mystischen Rechenzentren, in denen KIs flüstern und Server summen?

So verkündete der Imperator eine Zwei-Phasen-Strategie, die selbst römische Feldherren neidisch gemacht hätte. Phase Eins: Verhandeln mit fremden Provinzen, die bereit sind, ihre Fabriken gen Westen zu drehen. Mit höflicher Miene, aber festem Blick. Und – als freundlicher Gruß – ein Zoll von 25 Prozent auf ausgewählte Hochleistungs-Chips. Sehr ausgewählt. Sehr elegant. Sehr „America First, aber mit Ausnahmen“.

Denn Trumpius Caesar ist kein Barbar. Chips, die helfen, im Reich Fabriken zu bauen? Frei. Chips für Forschung, Reparatur, Start-ups, zivile Anwendungen und den öffentlichen Dienst? Frei. Chips, die im Herzen amerikanischer Datenzentren arbeiten, um KIs schneller denken zu lassen? Ebenfalls frei. Aber Chips, die einfach nur hereinschneien, ohne dem Imperium zu dienen? Zollhammer! Ad valorem, versteht sich. Latein muss sein.

Phase Zwei – so raunte der Imperator – komme nach den Gesprächen. Dann werde der Zoll breiter, tiefer, majestätischer. Doch es gebe eine Gnade: Wer im Reich investiert, wer Fabriken errichtet, wer die Lieferketten vergoldet, erhalte tarifliche Gunst. Ein Ablasshandel der Moderne – nur ohne Sünden, dafür mit Wafern.

Trumpius Caesar ließ keinen Zweifel: Dieses Dekret sei notwendig, angemessen und – natürlich – historisch. Es stärke die heimische Produktion, mindere Abhängigkeiten und lasse das Imperium wieder selbstbewusst rechnen. Gleichzeitig bleibe man klug genug, importierte Chips dort zu nutzen, wo sie die KI-Innovation beschleunigen. Stärke durch Kontrolle, Fortschritt durch Auswahl, Größe durch Ausnahmen.

Die Prätorianer der Verwaltung – Zollwächter, Tarifhüter und Registerschreiber – erhielten klare Befehle. Die Tabellen der Zölle würden angepasst, Zertifikate geprüft, Zonen reglementiert. Und sollte ein altes Dekret im Weg stehen? Supersediert! Das Imperium duldet keine Inkonsistenz.

So endete der Tag mit einem Schwur, einer Unterschrift und dem Versprechen, den Markt zu beobachten wie ein Adler seine Beute. Bis zum ersten Juli, so hieß es, werde man prüfen, ob die Zölle noch nötig seien. Denn selbst ein Imperator weiß: Macht ist groß, aber Monitoring ist größer.

Und irgendwo, tief in einem Rechenzentrum, summte ein Chip zufrieden. Endlich wusste er, auf wessen Seite er stand.