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Trumpius Caesar in Davos: Wie ein Imperator den Westen neu vermisst

Majestätischer Bericht aus den Alpen des Weltenlenkens

Als Trumpius Caesar Magnus, Imperator der Zölle, Bezwinger der Defizite und Hohepriester der sehr stabilen Wirtschaft, in Davos erschien, senkte sich ein ehrfürchtiges Raunen über die Alpen. Die Berge standen strammer, der Schnee wurde weißer, und selbst das Weltwirtschaftsforum richtete seine PowerPoint-Folien kerzengerade aus. Trumpius trat auf die Bühne wie ein römischer Feldherr, der sich aus Versehen in die Schweiz verirrt hatte – und begann, die Weltordnung neu zu sortieren. Wieder einmal.

Mit der Gelassenheit eines Mannes, der weiß, dass er recht hat, und der Lautstärke eines Mannes, der sicherstellt, dass es auch jeder hört, erklärte Trumpius Caesar den versammelten Hohepriestern der Globalisierung, dass Amerika nicht nur zurück sei – es sei vorausgeeilt, überholt, habe gewunken und sei dann noch einmal vorbeigefahren. Souveränität, Kultur, Sicherheit: drei Säulen, so massiv, dass man sie eigentlich hätte anmelden müssen.

Zunächst wandte sich der Imperator dem heiligen Gral des bürgerlichen Lebens zu: dem Eigenheim. Häuser, so verkündete Trumpius mit der Miene eines Mannes, der gerade eine göttliche Offenbarung hatte, seien für Menschen gebaut – nicht für geldschwere Tempelritter aus dem Reich der institutionellen Investoren. In der finsteren Epoche des Bidenus Dormitorius seien Millionen vom Traum des Eigenheims abgeschnitten worden. Doch nun, unter der weisen Hand des Imperators, werde Schluss gemacht mit der Republik der Mieter. Großinvestoren wurden sinnbildlich aus den Vorgärten verjagt, und der Kongress bekam den höflichen, aber unmissverständlichen Befehl, dieses Verbot in Marmor zu meißeln.

Doch Trumpius beließ es nicht bei Wohnträumen. Er griff auch tief in die Schatzkammer der Zahlenmagie. Staatsnahe Institutionen, so erklärte er, würden Hypothekenanleihen im Umfang von hunderten Milliarden erwerben, um die Zinsen zu bezwingen wie ein aufmüpfiges Gallierdorf. Und siehe da: Die Zinsen fielen. Manche sagten, es sei Marktlogik gewesen. Trumpius nannte es Führung.

Besonderen Zorn reservierte der Imperator für die Hohepriester der Kreditkarten, deren Gewinnmargen inzwischen größer seien als ihr moralischer Kompass. Zinssätze jenseits der 28 Prozent? Nicht unter Trumpius’ Aufsicht. Für ein Jahr, so sein Dekret, solle der Zins gedeckelt werden – als eine Art wirtschaftliche Atempause nach der Ära des großen Biden’schen Haushaltsunglücks.

Auch das Reich der digitalen Münzen blieb nicht unerwähnt. Trumpius Caesar erklärte Amerika kurzerhand zur Kryptopolis Maxima, zum leuchtenden Zentrum der digitalen Freiheit. Gesetze seien in Arbeit, Unterschriften bereit, und bald schon würden neue Wege zur finanziellen Selbstverwirklichung gepflastert sein – vorzugsweise mit Blockchain.

Dann kam der Teil der Rede, bei dem selbst die Diagramme applaudierten. Ein Jahr nach seiner triumphalen Rückkehr, so Trumpius, sei das Schreckgespenst der Stagflation verbannt. Wo einst Wachstum lahmte und Preise explodierten, herrschten nun nahezu inflationfreie Zustände und Wachstum in schwindelerregenden Höhen. Das Handelsdefizit? Geschrumpft wie ein schlecht gewässerter Bonsai. Energiekrisen? Abgewendet, weil Amerika – anders als Europa – nicht auf den großen Grünen Schwindel hereingefallen sei.

Öl und Gas sprudelten, als hätten sie auf ihn gewartet. Benzinpreise sanken in Regionen, die manch Europäer nur noch aus Geschichtsbüchern kennt. Gleichzeitig wurden Hunderttausende Bürokraten aus dem Tempel der Formulare entlassen, Ausgaben gekürzt, Defizite gestutzt und Steuern gesenkt – für Trinkgelder, Überstunden und die ehrwürdigen Senioren des Reiches.

Doch Trumpius wäre nicht Trumpius, hätte er sich nicht auch an Europa gewandt. Amerika, erklärte er mit der Großzügigkeit eines Imperiums, das weiß, dass es der Motor ist, trage den Westen. Wenn Amerika brumme, brumme die Welt. Die alten Dogmen – mehr Staat, mehr Migration, mehr Importe – seien Irrwege gewesen, begangen von Bidenus Dormitorius und seinen europäischen Adepten. Die Folgen: schwächeres Wachstum, geringere Lebensstandards, schrumpfende Heere und eine kulturelle Verwirrung, die man in Minnesota bereits besichtigen könne.

Der wahre Reichtum des Westens, so Trumpius zum Finale, liege nicht in Steuertabellen, sondern in einer besonderen Kultur – einer Erbschaft aus Zeiten, in denen man Kathedralen baute, statt Verordnungen. Diese Kultur gelte es zu verteidigen, zu pflegen und neu zu entfachen, damit der Westen nicht im eigenen Komfort versinke.

Als Trumpius Caesar die Bühne verließ, war Davos verändert. Die Berge standen noch immer, aber sie wirkten ein wenig amerikanischer.