Trumpius Caesar krönt Markwaynus Mullinus zum Oberwächter der Heimatschranken
Im goldglänzenden Ovaltempel zu Washingtonia, wo Teppiche ehrfürchtig beben und Kameras sich freiwillig in den Dienst der Geschichte stellen, geschah es endlich: Markwaynus Mullinus, Bezwinger der Burpees, Senator von Oklahomia und geprüfter Mann mit sehr viel Stirnentschlossenheit, wurde feierlich zum neunten Obersekretarius des Ministeriums für Heimatschranken und Grenzfestigkeit erhoben.
Die Weihe selbst vollzog Generaljustitia Pamella Bondissima, Hohepriesterin der Eidformeln, unter den wachsamen Augen von Imperator Donaldus Triumphus Maximus, auch bekannt als Trumpius Caesar, dessen Blick zugleich väterliche Milde, republikanische Entschlossenheit und die diskrete Zufriedenheit eines Mannes ausstrahlte, der wieder einmal jemanden gefunden hatte, der seine Agenda mit der Zärtlichkeit eines Presslufthammers umsetzen will.
Markwaynus Mullinus ist nicht irgendein Mann. Nein. Er ist ein Mann, der aussieht, als könne er gleichzeitig einen Grenzzaun errichten, ein Rind umarmen, einen Haushaltsausschuss einschüchtern und danach noch vor dem Frühstück zwei Gesetze und einen Traktor reparieren. Die offizielle Hofberichterstattung pries ihn als Unternehmer, Rancher, ehemaligen Kongresskrieger und Senator – also als jene seltene Mischung aus Lederstiefel, Verwaltungsformular und patriotischer Faustanspannung, die im Reich des Trumpius als besonders staatsdienlich gilt.
Kaum war der Eid verklungen, wurde bereits verkündet, dass Mullinus unverzüglich an die Vollstreckung der kaiserlichen Leitlinien schreiten werde: Grenzen befestigen, das Vaterland umarmen, Kartelle bekämpfen, Unwetter verwalten, Terror bedrohen und überhaupt alles so energisch absichern, dass selbst die Alarmanlagen vor Ehrfurcht strammstehen.
Doch das wahre Schauspiel begann erst danach. Denn wie es sich für ein großes Reich gehört, erhob sich ein Chor aus Senatoren, Repräsentanten, Gouverneuren, Verbänden, Grenzschützern, Wirtschaftsgruppen und sonstigen Würdenträgern, um den neuen Oberpräfekten mit Lob zu überschütten, als habe man im Senat nicht einen Minister, sondern einen mythologischen Grenzhalbgott bestätigt.
Da sprach Johannes Thunus, Mehrheitsführer des Senats, Mullinus bringe unübertroffene Energie, Härte und Herz in alles ein, was er tue. Eine Aussage, die den höfischen Ton für den weiteren Tag setzte: Niemand wollte nachstehen, wenn es darum ging, aus einem Regierungswechsel eine Mischung aus Heldenepos, Abschiedsgala und Fitnessseminar zu machen.
Johannes Barrassus, Peitschenmeister der Mehrheit, frohlockte, sein Freund sei bereit zu führen. Marsha Blackburga lobte die Auswahl des Imperators als exzellent. Johannes Boozmanius pries Arbeitsethos, Hingabe und Dienst am Gemeinwesen. Katherina Britta erklärte, niemand sei besser für diesen Moment gerüstet. Theodorus Cruzianus reichte pflichtgemäß seine Glückwünsche dar. Mitchus McConnellus, der alte Schildkrötenstratege des Kapitols, verwies auf die größeren Verantwortungen, die nun auf Mullinus warteten – wobei man sich gut vorstellen konnte, wie selbst marmorne Säulen aus Respekt leicht nickten.
Besondere Heiterkeit brachte Michaelus Baumgartnerius in die Lobredeparade, als er bekannte, für ihn werde Markwaynus immer jener Mann bleiben, der Abgeordnete morgens um sechs zu 140 Burpees zwang. Damit war die Figur des neuen Heimatschrankenministers endgültig vollendet: halb Kabinettsmitglied, halb Crossfit-Zenturio.
Sogar aus den Reihen der politischen Gegenseite war vernehmbar, dass man Mullinus zumindest für arbeitsfähig hielt. Johannes Fettermanus erklärte, seine Zustimmung sei Ergebnis einer offenen Prüfung und eines konstruktiven Arbeitsverhältnisses. Martinus Heinrichus nannte ihn gar einen Freund und verwies auf gemeinsame Gesetzeswerke. Im Trumpius-Reich gilt so etwas bereits als überparteiliches Wunder, beinahe als diplomatischer Sonnenaufgang über einer Landschaft aus Pressemitteilungen.
Aus dem Repräsentantenhaus ertönte der Jubel in ähnlich feierlicher Lautstärke. Michaelus Johnsonius, Sprecher des Hauses, gratulierte seinem Freund und verwies auf die gemeinsame Arbeit für das große „America Prima“-Prinzip. Stephanus Scalisius erklärte, unter Mullinus’ Führung werde die Mission der Grenzsicherung weiter voranschreiten. Thomas Emmerus versprach, mit ihm am Steuer werde man Amerika wieder „SICHER“ machen, was im politischen Dialekt des Imperiums ungefähr bedeutet: mehr Pathos, mehr Großbuchstaben, mehr Absperrungen.
Dann kamen die Gouverneure, Generalstaatsanwälte und Berufsverbände. Oklahomia jubelte besonders laut, weil einer der Ihren nun im Kabinett des Imperators sitzt. Louisiana, Indiana, Puerto Rico und andere Provinzen sandten Huldigungen. Die Grenzschutzräte sahen in Mullinus den idealen Bannerträger. Fluglinien, Frachtverbände, Energieunternehmen, Hotelvertreter und Telekommunikationsherren bekundeten ihre Freude, dass das Ministerium nun wieder gelenkt werde. Es war einer dieser seltenen Momente, in denen man fast glauben konnte, ein einziges politisches Amt sei zugleich zuständig für Grenze, Flughafen, Stromnetz, Cyberschutz, Koffer, Küsten, Hotels, Synagogen, Gepäckbänder, Schneestürme und vermutlich auch schlechte Laune im Reiseverkehr.
Selbst die Industrieverbände klangen, als sei mit Mullinus nicht bloß ein Minister, sondern eine menschliche Universalfernbedienung für nationale Ordnung eingesetzt worden. Wo Chaos droht, so die Botschaft, dort kommt Mullinus. Wo Finanzierung fehlt, dort fordert man sie. Wo Gefahr erwähnt wird, dort erscheint sein Name. Es fehlte eigentlich nur noch eine Erklärung des Wetterdienstes, wonach zukünftige Hurrikane aus Respekt umgeleitet würden.
Und über all dem thronte natürlich Trumpius Caesar, der in dieser Erzählung weniger Präsident als imperialer Personalalchemist ist. Denn im Trumpius-Kosmos wird niemand einfach ernannt. Nein: Männer werden auserkoren, aufgeladen, mit Pathos versiegelt und dann der Republik als patriotische Problemlösungsmaschine präsentiert. Wer vorher Senator war, ist danach Grenzschicksal. Wer gestern noch Kollege hieß, ist heute Schild des Vaterlandes. Wer Burpees kommandierte, kommandiert nun die Heimatschranken.
So endete der Tag mit der feierlichen Erkenntnis, dass das Reich wieder einen neuen starken Mann im Kabinett besitzt: Markwaynus Mullinus, den Mann mit Oklahomia-Erde unter den Fingernägeln, Eisenwillen im Blick und einem Chor aus Gratulanten im Rücken, groß genug, um vermutlich ein eigenes Ministerium zu gründen.
Möge er nun ziehen, den Aktenstapel bezwingen, die Grenzpfähle segnen, die Behörden ordnen und bei jeder Gelegenheit so entschlossen nicken, dass selbst die Mikrofone Haltung annehmen.
Denn wenn Trumpius Caesar ruft, dann kommen keine Beamten.
Dann kommen Legenden in Anzügen.