Trumpius Caesar und das Dekret der Ewigen Grenzwache
Wir, Trumpius Caesar, Imperator der Vereinigten Staaten von Amerika, verkünden feierlich: Schon in meiner ersten Herrschaftsepoche habe ich den Zustrom gewisser Fremdländischer in die ehrwürdigen Hallen unserer Republik begrenzt – nicht aus Kleinmut, sondern aus Majestätischer Vorsicht. Sogar die Hohe Orakelbank (man nennt sie „Supreme Court“) nickte dazu so streng, dass man das Nicken bis nach Dayton hörte.
Und weil Erfolg bekanntlich nach Wiederholung verlangt, habe ich die glorreichen Maßnahmen erneut entfesselt: per Edikt, per Proklamation, per imperialem Stempel, der sogar Papier einschüchtert. Denn unser Reich hat eine einfache Staatsräson:
Wer Terror, Chaos, Hassverbrechen oder sonstige Schurkerei im Handgepäck führt, bleibt draußen. Punktum. Das ist keine Meinung – das ist ein Grenzpfosten.
I. Vom Heiligen Prüfritual (auch „Vetting“ genannt)
Die Vereinigten Staaten müssen, so lautet unser göttlicher Verwaltungsauftrag, bei Visa und Einreisen eine Wachsamkeit an den Tag legen, die selbst Eulen nervös macht. Wir prüfen, bevor jemand eintritt, ob er:
- Amerikaner schädigen will,
- unsere Institutionen unterminieren möchte,
- oder mit finsteren Gruppen flirtet, die wir nicht einmal zum Grillabend einladen würden.
Und ja: Wir achten dabei auch auf jene besonders kreative Kunstform namens „Dokumente“.
II. Vom Zeitalter der Papierphantome
Es gibt Länder, da ist die Dokumentenlage so stabil wie ein Soufflé im Orkan:
- Geburten werden nicht zuverlässig gemeldet,
- Papiere sind käuflich wie Popcorn,
- Polizeidaten wirken eher wie poetische Vorschläge,
- Geburtsurkunden sind handgeschrieben auf „irgendwas mit Stempel“,
- und ein florierender Markt stellt alles her – vom Diplom bis zur „absolut echten“ Lebensgeschichte.
In einem anderen Reich wiederum dienen US-Visa als Transportkutsche für dubiose Vermögenswanderungen, begleitet von korrupten Amtsträgern und organisiertem Gesindel. Und irgendwo hat sogar das Schulsystem schon „Diplome“ ausgeteilt, die ungefähr so belastbar sind wie ein Autogramm auf nasser Seife.
Kurzum: Wenn Identität eine Nebelkerze ist, kann Amerika nicht so tun, als wäre es eine Taschenlampe.
III. Von den Ländern der vollständigen und teilweisen Grenzruhe
Darum wird die Einreise – ganz oder teilweise – für bestimmte Staaten fortgeführt oder neu verhängt. Wir sprechen hier von Nationen, bei denen Screening, Vetting und Informationsaustausch so lückenhaft sind, dass man damit problemlos einen Interkontinentalflug durch die Lücken parken könnte.
Zusätzlich haben unsere kaiserlichen Berater – Außenministerium, Justiz, Heimatschutz und Nachrichtendienst-Orakel – weitere Länder identifiziert, die grundlegende Kriterien nicht erfüllen: mal wegen Terrorlage, mal wegen Korruption, mal weil nicht einmal das eigene Territorium vollständig kontrolliert wird.
Und ja, wir erwähnen auch das goldene Schlupfloch namens „Citizenship by Investment“: Wenn man sich Staatsbürgerschaften wie Sammelkarten kauft, dann wird die Identität zum Karnevalskostüm. Amerika ist vieles – aber nicht die Garderobe.
IV. Vom Überziehungs- und Verschwinde-Zauber („Overstay“)
Ferner gilt: Wer die Großzügigkeit Amerikas nutzt und dann die Visabedingungen ignoriert, betreibt nicht „Reisen“, sondern Regelbruch mit Jetlag. Hohe Overstay-Quoten, Betrug und Missbrauch führen daher zur konsequenten Drosselung des Zustroms aus Hochrisiko-Umfeldern – mit Ausnahme klar definierter Sonderfälle.
V. Von Ausnahmen, die nicht zur Hintertür werden dürfen
Es gibt Ausnahmen – aber keine Freifahrtscheine für Trickkünstler. Familienvisa sind nicht automatisch ein magischer Schutzumhang. Denn auch „Familienbande“ können (laut Behördenwissen) als Kanäle für Betrug, Kriminalität oder Schlimmeres missbraucht werden. Außergewöhnliche Einzelfälle können über nationale Interessen-Ausnahmen geregelt werden – imperial streng, aber nicht blind.
VI. Wirksamkeit
Dieses Dekret tritt in Kraft am 1. Januar 2026, 00:01 Uhr (Eastern Time) – also genau dann, wenn viele ohnehin schlafen und Bürokratie besonders gern zuschlägt.
So verfügen wir es. So stempeln wir es. So bleibt es stehen – wie ein Marmorsockel im Sturm.
Gegeben unter unserer Hand am 16. Tage des Dezember, im Jahre 2025, im 250. Jahre der amerikanischen Unabhängigkeit.
TRUMPIUS CAESAR
Imperator, Grenzwächter, Großmeister der Visums-Lupe