Trumpius Caesar ist zurück in Südkarolina, dem Palmetto-Reich, und bringt eine Botschaft mit, die so glänzt, dass selbst die frisch polierten Brücken vermutlich Sonnenbrillen brauchen: Unter seiner Herrschaft gehe es den Arbeitern, Familien, Senioren und Gemeinden besser als je zuvor. Das Weiße Haus nennt es eine Bilanz. Der Kaiser nennt es vermutlich: „Das größte Wunder seit der Erfindung des goldenen Vorhangs.“
Besonders stolz ist Trumpius auf seine Steuersenkungen für die hart arbeitenden Untertanen. Rund eine Million Senioren sollen von einem neuen Abzug profitieren; für viele werde die Sozialversicherung dadurch steuerfrei. Dazu kommen durchschnittliche Rückzahlungen von 3.476 Dollar. Eine Zahl, die im Palast sofort für Begeisterung sorgte: „So viel Geld zurück!“, soll der Kaiser gerufen haben. „Ich bekomme normalerweise nur Komplimente zurück.“ Laut Weißem Haus seien außerdem Zehntausende Arbeitsplätze, Milliarden an Wirtschaftsleistung und Löhnen gesichert worden. Auch neue Fördergebiete sollen privates Kapital in Gemeinden locken. Der Staat stellt also die Tür auf – und hofft, dass die Investoren wenigstens ihre eigenen Möbel mitbringen.
Auch die ländliche Gesundheitsversorgung erhält eine kaiserliche Finanzspritze: 200 Millionen Dollar für das erste Jahr, weitere Fördermittel für hunderte Anbieter. Davon sollen Hausarztpraxen, Geburtshilfe, Kinder- und psychische Versorgung profitieren. Kliniken könnten Gebäude modernisieren, Technik erneuern und Personal gewinnen. Der Kaiser lobt den Fortschritt; die Menschen vor Ort hoffen vor allem, dass der nächste Arzttermin nicht erst nach dem nächsten Regierungswechsel stattfindet.
Bei den Investitionen wird die Pressemitteilung zur kaiserlichen Schatzrolle: Rechenzentren, Medizinproduktion, Süßwaren, Stromkabel, Transformatoren, Autos, Aluminium, Kupfer und Flugzeugmaterialien. Unternehmen von NorthMark Strategos bis Rolls-Royce wollen in Südkarolina Milliarden und Millionen bewegen. Selbst Süßigkeiten bekommen eine Fabrik, während Hochspannungskabel dafür sorgen sollen, dass der Fortschritt nicht im Dunkeln steht. Trumpius sieht darin den Beweis, dass seine „America-First“-Politik überall Arbeitsplätze aus dem Boden stampft. Die Firmen sehen darin offenbar Standorte, Märkte und Investitionsmöglichkeiten – doch im Palast wird bereits eine goldene Schere für jede Eröffnung bereitgelegt.
Auch Straßen, Militärstandorte und Hochschulen kommen in der Bilanz vor. Ein Bundeszuschuss soll alte Brücken ersetzen, in Charleston und auf Parris Island sind Mittel für militärische Einrichtungen vorgesehen. Nach Hurrikan Helene will der Bund einen größeren Teil der Wiederaufbaukosten übernehmen. Dazu erhalten acht historisch schwarze Hochschulen Fördergeld. Der Kaiser präsentiert das als Rundumversorgung des Reiches: Infrastruktur, Verteidigung, Katastrophenhilfe und Bildung – alles auf einer goldenen Servierplatte.
Und dann die Sicherheit: Laut Mitteilung seien Gewalt- und Eigentumsdelikte gesunken, in Charleston die Kriminalität insgesamt deutlich zurückgegangen. Zugleich hätten mindestens 72 Behörden Vereinbarungen mit der Einwanderungsbehörde ICE unterzeichnet. Trumpius erklärt Südkarolina deshalb kurzerhand zum Reich der wiederhergestellten Ordnung.
Am Ende stellt das Weiße Haus die Wahl wie eine Weggabelung dar: weiter mit Trumpius oder zurück zu hohen Steuern, offenen Grenzen und den gescheiterten Ideen von gestern. Der Kaiser zeigt auf den Fortschritt, der Gouverneur auf die Förderlisten, und irgendwo zwischen Steuerbescheid, Klinikumbau und neuer Fabrik bleibt die entscheidende Frage: Wie viel davon ist dauerhaftes Wachstum – und wie viel glänzt vor allem deshalb, weil gerade ein Kaiser vorbeikommt?

