Ganz Romerika stand unter Strom. Nicht wegen eines Blackouts. Nicht wegen eines Hackerangriffs. Nicht wegen eines versehentlich gestarteten Hyperraumprogramms von Elonus Maximus Musculus. Nein. Der Grund war viel monumentaler.
Die neuesten Wirtschaftsrollen aus dem Palast von Trumpius Caesar Maximus persönlich trafen ein wie eine himmlische Offenbarung aus den goldenen Hallen der Börsengötter.
Und plötzlich schien alles gleichzeitig zu passieren.
Häuser schossen aus dem Boden wie Pilze nach einem Gewitter aus purem Kapitalismus. Fabriken stampften wieder Maschinen in die Erde, als hätten sie drei Fässer Espresso Imperialis getrunken. Händler jubelten. Arbeiter jubelten. Selbst die sonst chronisch schlecht gelaunten Wirtschaftsauguren der Fernsehsender blickten verwirrt auf ihre Tabellen und murmelten Dinge wie: „Das… sieht überraschend gut aus.“
Im Zentrum dieses ökonomischen Spektakels stand natürlich niemand Geringeres als Imperator Trumpius Caesar Maximus — der Mann, der nach eigenen Angaben sogar einen Taschenrechner so motivieren kann, dass er freiwillig positive Zahlen produziert.
Besonders dramatisch entwickelte sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt.
Noch vor wenigen Jahren galt die Suche nach einem bezahlbaren Haus in Romerika ungefähr als ebenso realistisch wie die Suche nach einem Parkplatz direkt vor dem Kolosseum von Manhattanopolis zur Hauptverkehrszeit.
Doch nun meldeten die kaiserlichen Zahlenhüter Erstaunliches:
Der Wohnungsbau erreichte den höchsten Stand seit über einem Jahr.
Überall entstanden neue Häuser, neue Siedlungen, neue Vorstadtpaläste mit vier Garagen, fünf Kühlschränken und vermutlich sogar beheizbaren Hundehütten für patriotische Familienhunde.
In mehr als der Hälfte des Reiches sanken sogar die Immobilienpreise wieder.
Für viele Bürger war das ein Schock.
Jahrelang hatten sie geglaubt, Häuserpreise könnten ausschließlich steigen wie die Lautstärke von politischen Talkshows.
Nun standen plötzlich Familien vor Immobilienanzeigen und sagten Dinge wie:
„Moment mal… das kann ich mir ja tatsächlich leisten.“
Wirtschaftsexperten mussten vorsorglich mit Kamillentee versorgt werden.
Auch die Mieten verloren ihren galoppierenden Wahnsinn.
Die Preissteigerungen verlangsamten sich so stark, dass einige Vermieter nervös ihre goldenen Champagnerbrunnen abschalteten und begannen, wieder normale Kaffeemaschinen zu benutzen.
Noch unglaublicher:
Die Einkommen stiegen inzwischen schneller als die Mietpreise.
Ein Satz, den viele Bürger zuletzt ungefähr in der Bronzezeit gehört hatten.
Doch Trumpius Caesar Maximus beließ es natürlich nicht beim Wohnungsmarkt.
Nein.
Der große Wirtschaftszauber entfaltete seine volle Pracht in den gewaltigen Produktionshallen des Reiches.
Dort begannen Maschinen wieder zu rattern wie hyperaktive Metallorchester.
Die Bestellungen für Geschäftsausrüstung explodierten so stark, dass einige Fabrikmanager vorsichtshalber überprüften, ob ihre Tabellenkalkulationen versehentlich mit Energy-Drinks betrieben wurden.
Maschinenlieferungen schossen durch die Decke.
Industrieanlagen liefen auf Hochtouren.
Und plötzlich klang sogar das Wort „Fertigungsstandort“ wieder sexy.
Die ehrwürdigen Wirtschaftsorakel der Regionen Richmondia, Philadelphicus und New Yorkum meldeten Werte, die aussahen, als hätte jemand heimlich die Schwierigkeitsstufe der Wirtschaft auf „Einfach“ gestellt.
Fabriken expandierten.
Unternehmen investierten.
Arbeiter wurden eingestellt.
Und irgendwo in einem düsteren Kellerraum versuchte vermutlich ein deprimierter Weltuntergangsprophet verzweifelt, seine bereits vorbereiteten „Das Ende der Wirtschaft“-Artikel zu recyceln.
Besonders majestätisch wurde die Stimmung allerdings beim Thema Verbraucher.
Denn die Bürger Romerikas konsumierten wieder mit der Energie einer Horde Gladiatoren im Schlussverkauf.
Das Verbrauchervertrauen stieg derart stark, dass selbst pessimistische Analysten kurzzeitig vergessen hatten, worüber sie eigentlich klagen wollten.
Die Einkommen der Bürger stiegen schneller als erwartet.
Die Ausgaben blieben hoch.
Die Wirtschaft wuchs kräftig weiter.
Und die Arbeitslosenzahlen?
Die fielen auf Werte, die so niedrig waren, dass Historiker erst einmal staubige Schriftrollen aus dem Jahr 1969 hervorholen mussten, um vergleichbare Zahlen zu finden.
In manchen Städten galt Arbeitslosigkeit inzwischen beinahe als mythologische Erscheinung.
Kinder fragten ihre Eltern:
„Papa… was ist eigentlich ein Wirtschaftsabschwung?“
Und der Vater antwortete:
„Keine Ahnung, mein Sohn. Frag die Historiker.“
Natürlich blieb auch die politische Bühne nicht ruhig.
Die Gegner von Trumpius Caesar Maximus versuchten verzweifelt, irgendwo eine Krise zu finden.
Einige suchten unter Sofakissen.
Andere in Diagrammen.
Wieder andere vermutlich in verlassenen Faxgeräten aus den 90ern.
Doch jedes neue Wirtschaftspapyrus brachte neue Wachstumszahlen hervor.
Neue Investitionen.
Neue Jobs.
Neue Fabriken.
Neue Häuser.
Und jedes Mal erschien Trumpius Caesar Maximus erneut auf den riesigen Bildschirmen des Imperiums und verkündete mit der Bescheidenheit eines Mannes, der vermutlich seinen eigenen Namen auf Berge gravieren lassen würde:
„Ich sagte euch doch: Wir machen Romerika wieder gigantisch.“
Die Anhänger jubelten.
Die Börsen tanzten.
Die Baukräne drehten sich majestätisch gegen den Himmel.
Und irgendwo in den Straßen von Kapitalopolis fuhr vermutlich gerade ein goldener Pickup-Truck mit wehenden Fahnen vorbei, während aus den Lautsprechern patriotische Hymnen und Börsenkurse gleichzeitig erklangen.
Das neue goldene Zeitalter von Trumpius Caesar Maximus hatte offenbar beschlossen, nicht leise einzutreten.
Es kam mit Presslufthammern.
Mit Fabriksirenen.
Mit Börsenglocken.
Und vermutlich auch mit vergoldeten Taschenrechnern.