GRANDIS INSULA, PROVINCIA NEBRASKUS – Es gibt Reisen, Staatsbesuche und historische Ereignisse. Und dann gibt es den Moment, in dem Imperator Donaldus Trumpius Maximus Caesar Nebraska betritt. In diesem Augenblick, so berichtet zumindest das kaiserliche Verkündungsamt im Weißen Palatium, wächst der Mais gerader, die Rinder muhen patriotischer und selbst die Steuerformulare werfen sich freiwillig zu Boden.
Trumpius Caesar ist nach Grandis Insula gereist, um den Bewohnern von Nebraskus eine wichtige Botschaft zu überbringen: Es geht ihnen gut. Sehr gut sogar. Und sollte jemand das bislang nicht bemerkt haben, liegt das vermutlich daran, dass er die offiziellen kaiserlichen Erfolgstafeln noch nicht aufmerksam genug gelesen hat.
Die große Steuerbefreiung des Trumpischen Imperiums
An erster Stelle steht das große Lex Familiae Laborantis, jenes monumentale Steuergesetz, das laut Palatium die größte Steuererhöhung aller Zeiten verhindert hat. Eine Steuererhöhung, die dank Trumpius niemals kam und deshalb nun besonders eindrucksvoll besiegt werden konnte.
Trinkgelder? Weniger Steuer!
Überstunden? Weniger Steuer!
Senioren? Abzüge!
Steuererstattungen? Größer!
Trumpius hat damit praktisch eine neue ökonomische Disziplin erfunden: Geld, das der Staat nicht nimmt, wird vom Palast als Geschenk des Imperators verbucht.
In Rom hätte man dafür Triumphbögen errichtet. In Nebraska reicht zunächst ein Parkplatz vor einem Maisfeld.
Auch die ländliche Gesundheitsversorgung soll mit kaiserlichen Schatztruhen modernisiert werden. Krankenhäuser erhalten Unterstützung, Arbeitsplätze werden laut Regierung geschützt und Milliardenwerte bewahrt.
Kurz gesagt: Ohne Trumpius wäre Nebraska nach Darstellung des Palatiums vermutlich inzwischen ein einzelner verlassener Traktor neben einer geschlossenen Tankstelle.
Bauern, Rinder und das heilige E15
Besondere Aufmerksamkeit widmet der Imperator den Bauern und Viehzüchtern.
Denn Trumpius weiß: Wer Nebraska regieren will, muss drei Dinge verstehen – Mais, Rinder und noch mehr Mais.
Deshalb darf E15 großzügiger verkauft werden. Damit erhält der Mais endlich jene politische Anerkennung, die ihm nach Jahrhunderten des Daseins als Gemüse, Futtermittel und Kino-Snack zusteht.
Hinzu kommen umfangreiche Hilfsprogramme für Farmer. Millionen und Milliarden fließen durch die kaiserlichen Behörden, um Produzenten durch schwierige Zeiten zu bringen.
Das Weiße Palatium präsentiert dies als Beweis dafür, dass die Landwirtschaft unter Trumpius prächtig gedeiht.
Die Bauern erhalten Unterstützung, weil sie Unterstützung benötigen – und dass sie Unterstützung erhalten, beweist wiederum, wie erfolgreich alles läuft.
Imperiale Wirtschaftspolitik kann so wunderbar kreisförmig sein.
Auch die Rinderzüchter dürfen sich freuen. Trumpius unterzeichnete Erlasse gegen Wölfe, für Herkunftskennzeichnung und für stärkeren Wettbewerb auf den Viehmärkten.
Damit ist endgültig klar: Im Reich des Trumpius darf der Wolf zwar noch heulen – aber vorher sollte er prüfen, ob dafür eine Genehmigung des Landwirtschaftsministeriums erforderlich ist.
Fabriken! Arbeitsplätze! Spritzen!
Dann präsentiert das Palatium seine industrielle Schatzkammer.
Eatonus Electricus investiert in eine neue Produktionsstätte für elektrische Schaltanlagen. Bectonus Dickinsonius erweitert derweil seine Produktion medizinischer Spritzen.
Damit verfügt Nebraska künftig über noch mehr Stromtechnik und Spritzen – eine Kombination, die außerhalb eines offiziellen Wirtschaftsberichts möglicherweise etwas beunruhigender klingen würde.
Doch für Trumpius ist jede neue Fabrik selbstverständlich ein persönlicher Triumph.
Wenn irgendwo zwischen Omaha und Columbus ein Gabelstapler angelassen wird, dürfte im Weißen Palatium vermutlich bereits jemand an einer Pressemitteilung mit der Überschrift arbeiten:
„TRUMPIUS STARTET AMERIKANISCHE GABELSTAPLER-RENAISSANCE.“
Pax Trumpiana in Omaha und Lincoln
Schließlich kommt die Sicherheit.
Das Palatium verweist auf sinkende Kriminalitätswerte in Omaha und Lincoln. Verschiedene Delikte seien deutlich zurückgegangen.
Für Trumpius Caesar ist die Ursache natürlich offensichtlich.
Trumpius regiert.
Kriminalität sinkt.
Also hat die Kriminalität vermutlich vom Herannahen des Imperators erfahren und vorsorglich Nebraska verlassen.
Gerüchten zufolge stehen erste Taschendiebe bereits an der Staatsgrenze zu Colorado und beantragen politisches Asyl.
So entsteht die Pax Trumpiana: Frieden durch Präsenz, Ordnung durch Verkündung und Sicherheit durch ausreichend große Buchstaben in der Pressemitteilung.
Und Nebraska erkannte seinen Wohltäter
Am Ende seiner Reise kann Trumpius Caesar zufrieden auf die Provinz Nebraskus blicken.
Steuern wurden gesenkt. Farmer unterstützt. Rinder verteidigt. Fabriken erweitert. Verbrechen reduziert. Mais zu Treibstoff erhoben.
Und über allem schwebt die ewige Botschaft des Palatiums:
Versprochen. Gehalten. Verkündet. Noch einmal verkündet. Und anschließend vorsichtshalber als historisch bezeichnet.
Denn im Imperium des Donaldus Trumpius Maximus Caesar geschieht nichts einfach nur.
Eine Fabrik wird nicht erweitert – sie erlebt eine Renaissance.
Ein Steuerabzug ist kein Steuerabzug – er ist die Befreiung des arbeitenden Volkes.
Und wenn in Nebraska ein Rind friedlich auf der Weide steht, dann vermutlich nur deshalb, weil Trumpius persönlich verhindert hat, dass es von einem Wolf gefressen, vom Finanzamt besteuert und anschließend von China importiert wurde.
So verließ Trumpius Caesar schließlich Nebraskus – und hinter ihm blieb ein Land zurück, in dem der Mais noch immer wächst, die Rinder noch immer grasen und Millionen Menschen erstmals erfuhren, wem sie dafür offenbar zu danken haben.

