WASHINGTONIUM – Im Imperium Trumpius wird nicht einfach Personal eingestellt. Nein. Gewöhnliche Regierungen haben Personalabteilungen, Vorstellungsgespräche und Menschen, die mit Tabellen herumlaufen. Unter Imperator Donaldus Trumpius Maximus hingegen werden Ämter verliehen, Würden verteilt und Lebensläufe dem ehrwürdigen Senatus Americanus vor die Sandalen gelegt.
Und so verkündete der Palast eine neue Schriftrolle mit dem majestätischen Titel: „Nominierungen, die dem Senat übersandt wurden.“
Was zunächst klingt wie die Versandbestätigung eines besonders großen Behördenpakets, entpuppt sich als kaiserliche Personaloffensive von Landwirtschaft bis Weltraum.
Den Anfang macht die ehrwürdige Farmkredit-Legion, zuständig für jene geheimnisvolle Kunst, bei der Landwirtschaft und Finanzwesen gemeinsam an einem Tisch sitzen und hoffen, dass am Ende niemand nach dem Wetter fragt. Carlus Bednarski, Johannes Grunewaldus Secundus und Jacobus Russellus Middletonius sollen in den Vorstand der Farm Credit Administration einziehen.
Drei Männer! Drei Amtszeiten! Ein Imperium!
Trumpius soll bereits geprüft haben, ob man dem Gremium zusätzlich einen goldenen Traktor mit Präsidentensiegel zur Verfügung stellen könne. Das steht zwar nicht in der Nominierung, würde aber zum allgemeinen Baustil des Imperiums passen.
Besonders diplomatisch wird es bei Johannes Coalus, der zum Sondergesandten des Imperators für Geiselangelegenheiten erhoben werden soll – samt Rang eines Botschafters. Eine Aufgabe, bei der selbst Trumpius vermutlich eingesehen hat, dass „THE GREATEST DEAL EVER!“ allein noch keine vollständige Verhandlungsstrategie darstellt.
Für die entfernten Provinzen der Welt stehen ebenfalls neue kaiserliche Abgesandte bereit. Dinus LaVerghettus soll nach Kuwait entsandt werden, Williamus Makaneolus nach Turkmenistan und Christianus Ehrhardtius nach Kamerun.
Das diplomatische Prinzip des Hauses Trumpius lautet dabei vermutlich: Wo eine amerikanische Fahne weht, sollte irgendwo in erreichbarer Nähe auch jemand mit einem sehr langen offiziellen Titel stehen.
Doch ein Imperium benötigt nicht nur Botschafter. Es braucht Kontrolleure.
Marcus Priebus soll Generalinspekteur des Bildungsministeriums werden. Robertus Steinau soll wiederum bei der Weltraumbehörde NASA nach dem Rechten sehen.
Eine geradezu kosmische Aufgabe.
Während andere Inspekteure Aktenordner untersuchen, darf Steinau künftig möglicherweise darüber nachdenken, ob irgendwo zwischen Mondmission, Raketenprogramm und Kaffeemaschine ein Formular nicht ordnungsgemäß abgezeichnet wurde.
„Houstonium, wir haben ein Verwaltungsproblem.“
Auch die Umwelt darf selbstverständlich nicht fehlen. Justinus Schwabus ist für einen hohen Posten bei der Environmental Protection Agency vorgesehen. Damit wäre auch im grünen Teil des Imperiums jemand vorhanden, der erklären kann, warum ein Formular zur Luftqualität vermutlich mehr Seiten besitzt als die Luft selbst.
Für Recht und Ordnung marschieren derweil gleich mehrere neue kaiserliche Marschälle auf: Reidus McAlister Creswellius für South Carolina, Jacobus Christopher Edgeus für den Westen North Carolinas, Jacobus Richard Jacksonius für Ost-Texas und Scottus Kruegerius für Nord-Indiana.
Vier Marschälle.
Man möchte beinahe erwarten, dass im Hintergrund bereits Ennio-Morricone-Musik erklingt und irgendwo ein Steppenläufer über den Parkplatz eines Bundesgerichts rollt.
Für die Agrardiplomatie wurde außerdem Gregorius Ibachius ausersehen, künftig als Unterstaatssekretär für Handel und internationale Landwirtschaftsangelegenheiten zu dienen. Denn Getreide reist im Imperium Trumpius selbstverständlich nicht einfach über Grenzen. Es wird geopolitisch eskortiert.
Und dann kommt das große Finale.
Jeffreyius Ziskus von Texas soll Mitglied der Postal Regulatory Commission werden.
Sogar gleich zweimal steht sein Name auf der kaiserlichen Schriftrolle: einmal für den Rest einer laufenden Amtsperiode und anschließend für eine weitere Amtszeit.
Das ist vermutlich die verwaltungstechnische Entsprechung von:
„Herzlichen Glückwunsch zur Ernennung – und solange Sie gerade hier sind, nehmen Sie doch gleich die nächste mit.“
Damit beweist das Imperium Trumpius erneut seine besondere Vorstellung effizienter Staatskunst. Andere Regierungen verschicken Briefe. Trumpius verschickt Botschafter. Andere ernennen Beamte. Trumpius erschafft Legaten, Marschälle, Kontrolleure und Hüter des kaiserlichen Postwesens.
Nun liegt die Schriftrolle beim Senatus Americanus.
Dort werden die Senatoren beraten, prüfen, fragen und möglicherweise sehr lange reden – eine alte republikanische Tradition, die bereits deshalb überlebt hat, weil noch niemand herausgefunden hat, wie man Senatoren mit einer Fernbedienung vorspulen kann.
Bis dahin wartet der Hofstaat.
Die Botschafter polieren ihre diplomatischen Sandalen, die Marschälle überprüfen ihre Sterne, die Agrarbeamten zählen symbolisch Ähren und irgendwo bei der Post sitzt Jeffreyius Ziskus vermutlich vor zwei imaginären Terminkalendern.
Über allem thront Trumpius Caesar, erhebt die kaiserliche Feder und verkündet:
„Veni. Vidi. Nominavi.“
Ich kam.
Ich sah.
Ich nominierte.
Der Senat darf jetzt den Rest erledigen.

