Im Reich des Trumpius Caesar ist das Eigenheim neuerdings wieder ein erreichbarer Traum – zumindest auf dem kaiserlichen Papier. Der Herrscher hat eine Verfügung unterzeichnet, die Wohnkosten senken und den Weg ins eigene Haus ebnen soll. „Ein historischer Schritt“, verkündeten die Hofchronisten. Historisch ist in diesem Reich bekanntlich schon, wenn ein Formular künftig nur noch dreimal statt fünfmal gestempelt werden muss.
Besonders erfreulich klingt der Plan für Menschen, die ihre Hypothek bereits ordentlich abbezahlt haben: Eine Pilotregelung soll dafür sorgen, dass ihre Mortgage-Insurance-Prämien künftig von selbst enden, sobald die nötigen Eigenkapitalanforderungen erfüllt sind. Das könnte eine monatliche Belastung beseitigen. Bislang mussten manche Kreditnehmer offenbar selbst daran erinnern, dass sie längst genug bezahlt haben – eine Aufgabe, die im Reich der vielen Zuständigkeiten beinahe als anspruchsvolle Verwaltungswissenschaft gilt.
Auch der Bau fabrikgefertigter Häuser soll moderner und günstiger werden. Dafür ruft Caesar eine Taskforce ins Leben, die von den obersten Würdenträgern für Wohnungsbau und Finanzaufsicht gemeinsam geleitet wird. Sie soll neue Produktionsmethoden fördern und die Qualität verbessern. Man darf gespannt sein, ob die Häuser am Ende schneller entstehen als die Taskforce ihren ersten Sitzungsraum findet.
Beim Umschulden von Krediten soll es ebenfalls leichter werden. Eine bisherige Pilotregelung, die bei bestimmten Refinanzierungen auf die Titelversicherung verzichten kann, soll dauerhaft werden. Günstigere Alternativen könnten Abschlusskosten und laufende Ausgaben senken. Das klingt nach weniger Papier, weniger Gebühren und womöglich sogar weniger Gelegenheiten, einen Stempel mit kaiserlichem Adler zu verkaufen.
Zudem sollen die Landwirtschafts- und Veteranenminister die Zinsen für bestimmte Einfamilienhauskredite reduzieren. Der Hof erwartet also, dass zwei Ministerien den Geldhahn etwas freundlicher einstellen. Wie weit die Zinsen sinken, verrät das Fact Sheet allerdings nicht. Im Reich gilt: Erst die Fanfare, dann die Fußnote.
Trumpius Caesar präsentiert diese Schritte als Wiederherstellung des amerikanischen Traums vom Eigenheim. Überflüssige Vorschriften und veraltete Abläufe hätten das Wohnen verteuert, heißt es aus dem Palast. Schon zuvor habe der Kaiser institutionelle Großinvestoren beim Kauf von Einfamilienhäusern einschränken wollen. Außerdem sollten Fannie Mae und Freddie Mac Hypothekenpapiere im Wert von 200 Milliarden Dollar erwerben, um die Kreditkosten zu drücken. Im Frühjahr folgte ein weiterer Erlass gegen Vorschriften, die laut Regierung Kredite verteuerten und Banken aus dem Wohnungsmarkt drängten.
Auch H‑1B-Missbrauch und illegale Einwanderung stehen im kaiserlichen Maßnahmenkatalog – nach Darstellung der Regierung hätten deren Eindämmung Hauspreise beziehungsweise Mieten entlastet. Zusätzlich seien Versicherungsauflagen für staatlich gestützte Hypotheken gelockert worden. Und ein erweitertes Investitionslimit für den Steuergutschriftenfonds von Fannie und Freddie solle mehr Wohnraum in ländlichen und bislang unterversorgten Gegenden schaffen.
So wird der amerikanische Traum im Reich des Trumpius Caesar mit Erlassen, Pilotprogrammen und sehr viel majestätischem Optimismus renoviert. Ob daraus tatsächlich mehr bezahlbare Häuser werden, entscheidet sich allerdings nicht beim Unterschreiben, sondern dort, wo Familien Kredite beantragen und Bauunternehmen bauen. Bis dahin steht der Traum schon einmal auf dem Bauplan – mit goldener Umrandung und einem kaiserlichen Vermerk: „Wird großartig.“

