Im Weißen Palatium wurde der Monat der Brustkrebsaufklärung mit jener Mischung aus Mitgefühl und Eigenwerbung eröffnet, die entsteht, wenn ein Kaiser eine rosa Schleife entdeckt und zunächst fragt, ob es sie auch mit seinem Profil gibt.
Trumpius Caesar, oberster Beschützer der Gesundheit und selbst ernannter Bezwinger sämtlicher Probleme nach deren Umbenennung, ließ verkünden: Das Leid der Betroffenen sei gewaltig. Der Mut der Erkrankten verdiene höchsten Respekt. Und die Leistungen seiner Regierung seien selbstverständlich historisch – auch dort, wo die Geschichte vorsichtshalber noch auf Ergebnisse wartete.
Zunächst gedachte der Imperator der Menschen, die an Brustkrebs gestorben sind, und würdigte diejenigen, die mit der Krankheit leben oder sie überstanden haben. Ein ernster Moment, der sogar im Palast Bestand hatte. Bis ein Hofschreiber pflichtbewusst prüfte, ob sich zwischen Anteilnahme und Hoffnung noch ein Superlativ über die kaiserliche Führung unterbringen ließ.
Er ließ sich unterbringen. Im Weißen Palatium passte zwischen zwei beliebige Sätze immer noch ein Denkmal.
Ein Feldzug mit vorgezogener Siegesparade
Unter dem Banner „Macht America Magna wieder gesund!“ kündigte Trumpius einen gewaltigen Feldzug für Forschung, Behandlungen und innovative Therapien an. Die Medizin sollte Durchbrüche liefern; der Kaiser würde den anspruchsvollen Teil übernehmen: davorstehen.
„Wir werden niemals aufhören, für Heilungen zu arbeiten“, verkündete er in unserer satirischen Palastchronik. „Unsere Entschlossenheit ist unglaublich. Die besten Leute sagen das. Einige arbeiten sogar in Krankenhäusern.“
Daraufhin erhielt das Gesundheitsministerium den Auftrag, Hoffnung zu verbreiten. Das Bauministerium sollte vorsorglich einen Triumphbogen entwerfen. Forschungsergebnisse waren noch nicht eingetroffen, aber man wollte später keinesfalls wegen fehlender Festarchitektur in Verzug geraten.
Am Entwurf gab es nur eine Beanstandung: Die rosa Schleife war größer als das kaiserliche Wappen. Der zuständige Architekt wurde umgehend daran erinnert, dass auch Mitgefühl eine Rangordnung habe.
Die Wissenschaft darf liefern, der Kaiser darf unterschreiben
Dass medizinischer Fortschritt auf langjähriger Forschung, sorgfältiger Prüfung und der Arbeit unzähliger Fachleute beruht, erkannte der Hof ausdrücklich an. Anschließend kürzte die Presseabteilung diese etwas sperrige Erkenntnis auf: „Unter Trumpius.“
Eine Forscherin wollte erläutern, weshalb neue Therapien Zeit benötigen. Der Zeremonienmeister bat sie, die Zeit möglichst auszulassen. Zeit wirke auf Siegesplakaten unentschlossen.
Auch Früherkennung und öffentliche Aufklärung fanden Platz in der Botschaft. Hier blieb selbst dem imperialen Wortapparat wenig hinzuzufügen: Aufmerksamkeit kann helfen, und Betroffene brauchen Unterstützung. Dennoch gelang es einem besonders ehrgeizigen Berater, die rosa Schleife als „sichtbaren Beweis kaiserlicher Gesundheitsführung“ zu beschreiben.
Die Schleife hatte dazu keine Stellungnahme abgegeben.
Melania Augusta und die schwierige Sache mit dem Zuhören
Gemeinsam mit Melania Augusta ermunterte Trumpius die Bevölkerung, die eigene familiäre Krankheitsgeschichte und persönliche Risikofaktoren zu kennen und sich für die eigene Gesundheit einzusetzen.
Für einen Augenblick klang das Weiße Palatium wie ein Ort, an dem Menschen wichtiger waren als Kulissen.
Dann fragte der Kaiser, ob man Selbstfürsorge offiziell nach ihm benennen könne.
Während Angehörige begleiten, Pflegekräfte unterstützen und medizinische Teams behandeln, bereitete der Hof bereits die große Schlusszeremonie vor. Trumpius wollte den Tag erleben, an dem die Krankheit endgültig besiegt wäre. Der Wunsch war menschlich. Die reservierte Siegerpose war imperial.
Zum Abschluss bat er um Trost für Trauernde, Kraft für Erkrankte und Beistand für diejenigen, die sie versorgen. Danach segnete er persönlich den Entwurf des Triumphbogens.
Die Forschung musste noch den Durchbruch schaffen. Trumpius hatte seinen bereits geschafft: Sein Name passte vollständig auf den Schlussstein.

