Das größte Sparschwein der Welt trägt jetzt einen goldenen Lorbeerkranz
Trumpopolis, Imperium Americanum – Es gibt Augenblicke in der Weltgeschichte, in denen die Menschheit innehält. Die Erfindung des Rades. Die Entdeckung des Feuers. Die erste goldene Toilette im kaiserlichen Palast. Und nun dies: Imperator Donaldus Trumpius Caesar Maximus hat das Sparen für Kinder erfunden. Zumindest das Sparen, bei dem sein eigener Name auf dem Konto steht.
In einer Zeremonie von geradezu überirdischer Bescheidenheit verkündete der Herrscher des Goldenen Imperiums, dass nahezu siebzig Millionen Kinder bereits über ein kaiserliches Finanzkonto verfügten. Die meisten davon wurden automatisch eingerichtet – ganz ohne Antrag, Zustimmung oder vorherige Huldigung.
„Ein unglaublicher Erfolg!“, triumphierte Trumpius Caesar. „Noch nie in der Geschichte haben so viele Menschen ein Konto bekommen, ohne überhaupt zu wissen, dass sie eines wollten. Manche können noch nicht einmal sprechen! Aber sie besitzen bereits ein Trumpius-Konto. Das ist wahre finanzielle Intelligenz!“
Besonders stolz zeigte sich der Imperator darüber, dass nun praktisch jedes berechtigte Kind des Imperiums ein persönliches Stück kaiserlicher Finanzgeschichte besitze.
„Früher bekamen Kinder zur Geburt einen Namen“, erklärte er. „Heute bekommen sie meinen. Auf ihrem Konto. Viel besser!“
Die kaiserliche Wiege wird zur Wall Street
Das neue Wunderwerk trägt den bescheidenen Namen Trumpius Aureus Junior Maximus Investmentum und soll den Nachwuchs bereits vor dem ersten selbstständigen Toilettengang auf den Weg zum Finanzmogul führen.
Während andere Kinder laufen lernen, lernen die kleinen Untertanen des Imperiums künftig die Bedeutung von Aktienkursen, Dividenden und steuerbegünstigten Kapitalanlagen.
Im kaiserlichen Kindergarten von Trumpopolis wurden bereits die ersten Reformen angekündigt. Bauklötze werden durch Goldbarren aus Kunststoff ersetzt, Sandkästen erhalten Börsenticker und beim Mittagsschlaf werden die Kinder mit beruhigenden Vorträgen über den Zinseszinseffekt beschallt.
Wer seinen Brei nicht aufisst, muss mit einer Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit rechnen.
„Wir schaffen eine völlig neue Generation“, erklärte Trumpius Caesar begeistert. „Andere Länder haben Kinder. Wir haben kleine Investoren. Sehr kleine Investoren. Manche passen noch in einen Kinderwagen. Aber finanziell sind sie bereits größer als Europa!“
Finanzminister Bessentius zählt das Gold, Caesar zählt die Wunder
An der Seite des Imperators erschienen der kaiserliche Schatzmeister Scottus Bessentius Aurelius, Steuerpräfekt Frankus Bisignanius Fiscalis sowie die großzügigen Goldspender Michaelus und Susanna Dellia und Bradus Gerstnerius Magnificus.
Gemeinsam bestaunten sie die Milliarden, die bereits in die neuen Konten geflossen waren.
Bessentius Aurelius präsentierte eine beeindruckende goldene Rechentafel, auf der sich staatliche Anschubgelder, familiäre Einzahlungen und philanthropische Großspenden zu einem majestätischen Geldgebirge auftürmten.
„Majestät“, erklärte der Schatzmeister ehrfürchtig, „das Kapital gehört tatsächlich den Kindern.“
Ein betretenes Schweigen erfasste den Thronsaal.
„Den Kindern?“, fragte Trumpius Caesar irritiert.
„Jawohl, Imperator.“
„Und warum heißt es dann Trumpius-Konto?“
„Weil Ihr es eingeführt habt, Majestät.“
Der Imperator lächelte erleichtert.
„Ausgezeichnet. Dann gehört das Geld den Kindern und der Ruhm mir. Das ist die beste Form der Vermögensverteilung, die jemals erfunden wurde!“
Vom Schnuller zum Millionär – die kaiserliche Rechenkunst
Besonders spektakulär fiel die langfristige Finanzprognose aus.
Nach Berechnungen der kaiserlichen Zukunftsdeuter könnten aus bescheidenen Anfangsbeträgen im Laufe eines Menschenlebens gewaltige Vermögen entstehen – vorausgesetzt, es wird regelmäßig eingezahlt, die Märkte entwickeln sich günstig und niemand benötigt das Geld vorher.
Trumpius Caesar erklärte diese Voraussetzungen kurzerhand für nebensächlich.
„Jedes Baby kann reich werden! Vielleicht unglaublich reich! Manche werden sogar reicher als ihre Eltern. Natürlich nicht reicher als ich. Das wäre wirtschaftlich unverantwortlich!“
Auf die Frage eines Hofjournalisten, was geschehe, wenn die Börse falle, reagierte der Imperator empört.
„Die Börse fällt nicht. Nicht unter mir! Und wenn sie doch fällt, dann ist das ein demokratischer Börsencrash. Wahrscheinlich von den Demokratius verursacht!“
Anschließend ordnete er an, dass negative Kursentwicklungen künftig als „vorübergehende Aufwärtsbewegungen in südlicher Richtung“ bezeichnet werden müssen.
Die Demokratius haben gegen den Reichtum gestimmt!
Natürlich durfte auch die kaiserliche Schuldzuweisung nicht fehlen.
Mit dramatischer Geste erinnerte Trumpius Caesar daran, dass die oppositionellen Demokratius Obstructivus gegen das große republikanische Steuergesetz gestimmt hatten, das die Kinderkonten ermöglichte.
„Sie haben gegen Kinder gestimmt! Gegen Sparschweine! Gegen Zinseszinsen! Wahrscheinlich sogar gegen niedliche Babys mit goldenen Kreditkarten!“
Der kaiserliche Propagandaminister ergänzte umgehend, die Opposition habe damit praktisch versucht, den amerikanischen Traum bereits im Kinderwagen zu erdrosseln.
Ein besonders eifriger Senator forderte daraufhin, Neugeborene künftig unmittelbar nach der Geburt über die Gefahren sozialistischer Sparbücher aufzuklären.
Die entsprechenden Informationsbroschüren sollen wasserfest, speichelresistent und in den republikanischen Parteifarben erhältlich sein.
Das größte Geschenk: ein Konto und lebenslange Dankbarkeit
Zum Abschluss der Feier ließ Trumpius Caesar ein riesiges goldenes Sparschwein in den Thronsaal rollen.
Auf seinem Rücken thronte ein überdimensionaler Lorbeerkranz. Aus seinem Maul regneten symbolische Goldmünzen, während eine Kapelle die kaiserliche Hymne spielte.
Der Imperator erhob sich und verkündete feierlich:
„Wir haben jedem Kind eine Zukunft gegeben. Eine finanzielle Zukunft. Eine wunderschöne Zukunft. Und vor allem eine Zukunft, die meinen Namen trägt!“
Dann präsentierte der Hofzeremonienmeister die neueste Idee der kaiserlichen Finanzverwaltung: Eltern dürfen das Konto ihres Kindes freischalten, Verwandte dürfen Geld einzahlen und Arbeitgeber dürfen sich großzügig beteiligen.
Trumpius Caesar selbst übernimmt die wichtigste Aufgabe: das regelmäßige Entgegennehmen des Applauses.
Und während im Imperium Millionen Kinder ihre ersten Schritte in Richtung finanzieller Unabhängigkeit unternehmen, arbeitet der Goldene Palast bereits an der nächsten großen Reform.
Künftig soll jedes Neugeborene unmittelbar nach der Entbindung einen goldenen Kontoauszug erhalten. Der erste Schrei wird als Zustimmung zur kaiserlichen Wirtschaftspolitik gewertet.
Denn im Imperium des Donaldus Trumpius Caesar Maximus kommt niemand mehr mittellos auf die Welt. Höchstens ohne Geld auf dem Konto. Aber niemals ohne den Namen Trumpius.
Und sollte ein Kind eines Tages tatsächlich Millionär werden, ist die kaiserliche Erbfolgeregelung bereits vorbereitet:
Das Vermögen gehört dem Kind. Der Erfolg gehört Trumpius. Und falls das Vermögen verloren geht, waren selbstverständlich die Demokratius schuld.
Ave Trumpius! Pecunia infantibus, gloria Caesari! – Das Geld den Kindern, den Ruhm dem Kaiser!

