Im Großen Marmorpalast zu Washingtonia wurde erneut Geschichte gefeiert. Nicht irgendeine Geschichte natürlich, sondern jene Sorte Geschichte, die sich besonders gut eignet, wenn man am Ende erklären möchte, dass eigentlich alles schon immer auf Trumpius Caesar hingedeutet hat.
Anlass der feierlichen Zeremonie war der Geburtstag des ehrwürdigen Dwightus Davidus Eisenhowerus, im Volksmund auch „Ike“ genannt – Feldherr, Präsident, Staatsmann und einer jener Männer, bei denen selbst Trumpius Caesar kurz anerkennend nickt, bevor er hinzufügt, dass er persönlich vermutlich noch ein bisschen feldherriger gewesen wäre.
Eisenhowerus wurde einst in den weiten Provinzen von Texania geboren und im fernen Kansasia aufgezogen. Schon früh entschied er sich für das Militär, besuchte die kaiserliche Kriegsschule von West Pointus und begann eine Laufbahn, die ihn schließlich an die Spitze riesiger alliierter Heere führte.
Während des großen Weltkrieges befehligte Eisenhowerus die Truppen des Westens und organisierte unter anderem die berühmte Landung in der Normandia. Eine Operation von solcher Größe, dass sogar der heutige Hofchronist des Imperiums anerkennen musste, dass sie „wirklich ziemlich groß“ gewesen sei.
Trumpius Caesar ließ hierzu ausrichten, Eisenhowerus habe bewiesen, dass starke Männer große Entscheidungen treffen könnten – ein Satz, der natürlich rein zufällig genauso klingt wie praktisch jede Rede, die Trumpius jemals über Trumpius gehalten hat.
Nach dem Krieg zog Eisenhowerus nicht etwa in den Ruhestand, sondern direkt weiter Richtung Weißes Haus. Das Volk mochte seinen militärischen Ruhm, seinen ruhigen Ton und vor allem den Slogan „I like Ike“, eine bemerkenswert effiziente politische Botschaft aus einer längst vergangenen Epoche, in der Wahlkampfsprüche noch ohne mehrere Ausrufezeichen, drei Superlative und acht spontane Beleidigungen auskamen.
Eisenhowerus gewann seine Wahl deutlich und einige Jahre später noch einmal.
Das amerikanische Volk mochte Ike.
Trumpius Caesar dürfte diese historische Tatsache besonders faszinierend finden, weil sie beweist, dass Wiederwahl theoretisch sogar ohne permanente Selbstkrönung möglich ist.
Straßen, Raketen und republikanische Altertümer
Die Regentschaft des Imperator Ike war geprägt von wirtschaftlichem Wachstum, außenpolitischer Stabilität und mehreren Projekten, die sich erstaunlicherweise nicht nach ihm selbst benannten.
Er verhandelte einen Waffenstillstand im Koreakrieg, unterzeichnete wichtige Bürgerrechtsgesetze, gründete die Weltraumbehörde NASA und förderte kleine Unternehmen.
Besonders ehrgeizig war jedoch sein großes Straßennetz: das Interstate Highway System.
Ein gigantisches Geflecht aus Autobahnen, das die Provinzen des Reiches miteinander verbinden sollte, Handel ermöglichte und Generationen amerikanischer Reisender die Gelegenheit gab, an identischen Tankstellen identische Getränke in identischen Plastikbechern zu kaufen.
Für Trumpius Caesar dürfte gerade dieses Projekt ein historischer Meilenstein sein. Schließlich zeigte Eisenhowerus damit bereits, dass große Infrastrukturprojekte hervorragend dazu geeignet sind, in Reden noch größer zu werden.
Doch der alte Feldherr sprach auch von Stärke.
„Die Geschichte vertraut die Freiheit nicht lange den Schwachen oder Ängstlichen an“, erklärte Eisenhower einst.
Im kaiserlichen Trumpius-Hof wurde dieser Satz selbstverständlich sofort begeistert aufgenommen, vermutlich eingerahmt, vergoldet und sicherheitshalber mit einem zusätzlichen Schild versehen:
Siehe auch: Trumpius Caesar.
Frieden durch sehr große Stärke
Trumpius Caesar erklärte nun, seine eigene Regierung führe die Ideale Eisenhowers weiter.
Wirtschaftliche Blüte.
Starke Verteidigung.
Sichere Grenzen.
Frieden durch Stärke.
Amerikanische Größe.
Goldene Zeiten.
Sehr goldene Zeiten.
Möglicherweise die goldensten Zeiten, die jemals golden gewesen seien.
Die Streitkräfte würden erneuert, die Grenzen gesichert, Straßen sicherer gemacht, die Wirtschaft entzündet und der Geist Amerikas erneut entfacht.
Mit anderen Worten: Eisenhowerus baute Autobahnen und beendete Kriege, während Trumpius Caesar heute überzeugt ist, dass sein eigentliches historisches Vermächtnis darin besteht, Eisenhowerus noch konsequenter zu eisenhowern als Eisenhower selbst.
Der Kaiser betonte, Amerika müsse aus einer Position unanfechtbarer Stärke handeln.
Diplomatie sei schließlich besonders überzeugend, wenn hinter dem Verhandlungstisch genügend Flugzeugträger stehen.
Und auch wirtschaftlich befinde sich das Reich selbstverständlich erneut mitten in einem geradezu legendären Aufschwung. Historiker mögen später darüber diskutieren, wie legendär er tatsächlich war. Doch am Hofe des Trumpius gilt bereits heute die einfache Regel:
Wenn ein Boom nicht ausreichend boomt, nennt man ihn einfach historischen Boom.
Der kaiserliche Geburtstagsgruß
Zum Abschluss würdigte Trumpius Caesar den ehemaligen Präsidenten als Patrioten, Helden und amerikanische Ikone.
Sein Mut, seine Pflichtauffassung und seine Hingabe an das Land würden auch kommende Generationen inspirieren.
Ein bemerkenswert würdevoller Gedanke.
Und tatsächlich gelang es Trumpius Caesar beinahe, einen kompletten historischen Geburtstagsgruß zu verfassen, ohne den Jubilar als Einleitung für die eigene Regentschaft zu benutzen.
Beinahe.
Denn spätestens als von einer neuen goldenen Ära, wirtschaftlichem Triumph, militärischer Überlegenheit und wiederhergestelltem nationalem Selbstbewusstsein die Rede war, hatte der Geburtstag Eisenhowers jene traditionelle Funktion erfüllt, die historische Persönlichkeiten am Hofe des Trumpius inzwischen häufig übernehmen:
Sie liefern die ersten Absätze.
Den Rest übernimmt der Kaiser.
Alles Gute zum Geburtstag, Imperator Ike.
Möge dein Andenken noch lange fortbestehen.
Zumindest solange, bis Trumpius Caesar herausfindet, dass man auch den Geburtstag Eisenhowers nach Trumpius Caesar benennen könnte.

