Im Goldenen Haus zu Washingtonia wurde erneut Geschichte geschrieben – diesmal mit einem Rezeptblock, einer goldenen Schere und einem Preisetikett, das sich beim Anblick des Kaisers vorsorglich selbst halbierte.
Donaldus Trumpius Maximus, Erster Apotheker des Imperiums, Bezwinger der Beipackzettel und oberster Hüter der kaiserlichen Hausapotheke, verkündete, dass nun sämtliche Medicaid-Provinzen des Reiches von seiner glorreichen Arzneipreisordnung profitieren dürfen. Kein Statthalter, kein Senator und kein noch so abgelegenes Wartezimmer soll künftig ohne den Segen der „Meistbegünstigten Pillenpreise“ bleiben.
Jahrzehntelang, so berichtet das Amt für Kaiserliche Selbstbestätigung, hätten frühere Präsidenten versprochen, die Arzneimittelpreise zu senken. Sie hielten Reden, gründeten Ausschüsse und produzierten Aktenordner von solcher Schwere, dass sie wenigstens als physiotherapeutische Trainingsgeräte taugten. Doch nur Trumpius habe es vollbracht, die Preise tatsächlich zu Fall zu bringen.
Die Arzneipreise seien so steil abgestürzt, dass man im Palast kurzzeitig erwog, ihnen Fallschirme mit dem goldenen Trumpius-Wappen auszugeben. Laut kaiserlicher Statistik sanken sie schneller als die Zustimmung eines Hofbeamten, der dem Caesar versehentlich widerspricht. Selbst der Geist des Jahres 1963 soll beeindruckt aus seinem Archivordner geblickt haben.
Die Pharma-Barone knien vor dem goldenen Rezeptblock
Sechsundzwanzig mächtige Pharma-Barone, deren Schatzkammern bislang zuverlässiger wuchsen als die Warteschlangen amerikanischer Apotheken, hätten sich dem Willen des Caesars gebeugt. Gemeinsam beherrschen sie fast den gesamten Markt der kostbaren Markenpillen – also jenes Reich, in dem eine Tablette gelegentlich behandelt wird, als sei sie einzeln von Michelangelo aus einem Diamanten gemeißelt worden.
Trumpius befahl: Das Imperium Americanum soll nicht länger mehr bezahlen als andere entwickelte Königreiche. Fortan sollen die Preise an den günstigsten Angeboten vergleichbarer Nationen ausgerichtet werden. Der Caesar nennt dies „Most Favored Nation Pricing“. Seine Hofpoeten übersetzen es mit: „Wenn die anderen weniger zahlen, will Trumpius mindestens genauso wenig zahlen – aber natürlich viel großartiger.“
Die Pharma-Barone versprachen daraufhin gewaltige Einsparungen. Wie gewaltig genau, wird in kaiserlichen Verlautbarungen stets in Zahlen ausgedrückt, die so groß sind, dass normale Taschenrechner ehrfürchtig den Dienst einstellen.
Alle Provinzen treten dem Pillenbund bei
Sämtliche fünfzig Bundesprovinzen, der Districtus Columbiae und das sonnige Puerto Ricum haben sich dem neuen Medicaid-Pillenbund angeschlossen. Damit erhalten Familien mit geringem Einkommen, Kinder, Senioren und Menschen mit Behinderungen Zugang zu günstigeren Medikamenten.
Auch die Steuerzahler sollen profitieren. Sie gelten im Imperium traditionell als jene Bevölkerungsgruppe, die bei jeder politischen Feier den Saal bezahlt, aber selten einen Platz am Bankett erhält. Dieses Mal, versichert der Palast, dürften sie wenigstens einige Häppchen der Ersparnis mitnehmen.
TrumpiusRX: Der kaiserliche Basar der Medikamente
Besonders stolz ist der Caesar auf seine Plattform TrumpiusRX. Dort werden inzwischen mehr als tausend Arzneimittel angeboten – vermutlich alphabetisch sortiert zwischen „Atemnot“ und „Zollstreit“.
Teure Abnehmpräparate, Insulin, Inhalatoren, Cholesterinsenker und Medikamente zur Kinderwunschbehandlung seien erheblich günstiger geworden. Einige Preise wurden nach Angaben des Hofes derart drastisch reduziert, dass Apotheken vorsorglich prüfen mussten, ob es sich um einen Systemfehler, ein Wunder oder einen besonders hart formulierten Beitrag des Caesars in den sozialen Netzwerken handelte.
Hunderttausende Medicare-Senatoren im Ruhestand sollen bereits sparen. Trumpius erklärte dies zum Beweis, dass seine Gesundheitspolitik wirke – und vermutlich auch dafür, dass er persönlich Medizin, Mathematik und möglicherweise den menschlichen Stoffwechsel erfunden habe.
Die Pillenlegionen kehren heim
Doch der kaiserliche Plan endet nicht an der Apothekentheke. Die Pharma-Barone sollen ihre Fabriken und Forschungslabore verstärkt im Imperium errichten. Zusätzlich wird die Strategische Wirkstoffreserve gefüllt – eine gewaltige Vorratskammer für jene Zutaten, ohne die selbst die schönste Tablette nur ein sehr kleiner, enttäuschender Bonbon wäre.
Damit soll die Abhängigkeit von ausländischen Lieferketten sinken. Trumpius möchte künftig sicherstellen, dass jede Pille, jede Kapsel und möglichst auch jeder Beipackzettel unter amerikanischem Adlerblick entsteht.
So verkündet das Goldene Haus einen historischen Sieg: Die Preise sinken, die Fabriken kehren heim und der Caesar steht triumphierend vor einem Berg bezahlbarer Medikamentenschachteln. Hinter ihm hält der Hofapotheker bereits das nächste Rezept bereit:
Trumpius Maximus – dreimal täglich einzunehmen, vorzugsweise vor laufenden Kameras.

