Von den Marmorstufen des Palatium Trumpianum wurde heute eine Botschaft verkündet, deren Zahlen so gewaltig sind, dass selbst die kaiserlichen Rechenschieber vorsorglich zusätzliche Nullen beantragt haben. Imperator Donaldus Trumpius Maximus verkündet: Die Grenze ist sicher, das Reich gerettet – und die oppositionellen Sozialdemokratici planen offenbar, den gesamten Staatshaushalt auf einem gigantischen Scheiterhaufen aus Sozialleistungen zu rösten.
Es war ein großer Tag im Imperium Trumpius.
Ein historischer Tag.
Möglicherweise sogar der historischste Mittwoch, der jemals an einem Donnerstag verkündet wurde.
Denn aus den goldenen Hallen des Consilium Oeconomicum Caesaris erreichte das Volk eine sogenannte Bombenmeldung: Würden die finsteren Pläne der Democratici Radicalissimi, der Socialistae Americani und ihrer berüchtigten Abteilung für grenzenlose Grenzlosigkeit umgesetzt, könnte das Reich über die kommenden Jahre hinweg eine Summe verschlingen, bei der selbst Crassus spontan seinen Taschenrechner fallen ließe.
49 Billionen Dollar.
Im Palast wurde die Zahl vorsorglich in Großbuchstaben geschrieben, damit sie noch größer aussieht.
Trumpius Caesar ließ daraufhin mitteilen, dass amerikanische Familien künftig vermutlich nicht mehr nur einen Steuerbescheid, sondern gleich einen persönlichen Finanzberater, einen Defibrillator und einen kleinen Priester benötigen würden, sollte die sozialistische Horde tatsächlich das kaiserliche Schatzamt übernehmen.
Die große Rechnung des Imperiums
Die Gelehrten des Consilium Numerorum Magnificorum haben errechnet, dass jeder unerlaubt eingereiste Bewohner des Reiches im Laufe seines Aufenthalts erhebliche staatliche Kosten verursachen könne.
Daraufhin wurde im Palast sofort die neue Wissenschaft der Immigranten-Gesamtkosten-Kaiserarithmetik gegründet.
Ihre Formel ist denkbar einfach:
Mensch + Sozialleistung × Jahrzehnte + möglichst dramatische Überschrift = BOMBSHELL.
Besonders beunruhigt zeigt sich der Hof über Programme wie Lebensmittelhilfe, Gesundheitsversorgung und Wohnungsunterstützung.
Sollten Millionen Menschen Zugang dazu erhalten, könnten die Ausgaben steigen.
Eine Erkenntnis, die im Palatium Trumpianum derart revolutionär erschien, dass drei Hofökonomen augenblicklich zu Senatoren ernannt wurden.
„Wenn mehr Menschen Leistungen bekommen, kostet es mehr Geld!“, soll ein kaiserlicher Berater ehrfürchtig festgestellt haben.
Trumpius Caesar nickte.
„Genius.“
Daraufhin spielte irgendwo eine Trompete.
Die Democratici öffnen angeblich sämtliche Tore
Nach Darstellung der kaiserlichen Chronisten verfolgen die Democratici Portae Apertae nur ein einziges Ziel: sämtliche Grenztore aufzureißen, die Scharniere abzuschrauben, die Schlüssel wegzuwerfen und anschließend jedem Neuankömmling persönlich ein Haus, eine Krankenversicherung und vermutlich noch einen Obstkorb zu überreichen.
Die Republikaner hingegen hätten unter Trumpius Caesar etwas wesentlich Einfacheres erfunden:
Die geschlossene Tür.
Und weil im Imperium jede Tür unter Trumpius automatisch die sicherste Tür der Geschichte ist, gilt auch die Südgrenze nun offiziell als die Securissima Frontera Maxima Omnium Temporum.
Die kaiserlichen Grenzlegionen melden beeindruckende Erfolge.
Weniger unerlaubte Grenzübertritte.
Mehr Festnahmen.
Mehr Drogenfunde.
Mehr Abschiebungen.
Mehr Beamte.
Mehr Kontrollen.
Und selbstverständlich mehr Adjektive.
Besonders stolz ist der Hof darauf, dass seit vielen Monaten niemand mehr direkt an der Grenze in das Reich entlassen worden sei.
Der Kaiser ließ daraufhin vermutlich prüfen, ob man diese Monatsserie demnächst auf Münzen prägen könne.
Die Legionen des ICEus Maximus
Auch die Truppen des Imperialis Custodia Externorum, kurz ICEus Maximus, wurden kräftig ausgebaut.
Wo einst Beamte standen, stehen heute offenbar noch mehr Beamte.
Und hinter denen vermutlich weitere Beamte.
Das Imperium Trumpius kennt schließlich nur zwei angemessene Größenordnungen:
riesig und noch nie dagewesen riesig.
Gangmitglieder, mutmaßliche Terroristen und andere gefährliche Personen seien in großer Zahl festgenommen worden, vermeldet der Palast.
Trumpius Caesar lobte seine Sicherheitskräfte daher als „die großartigsten Männer und Frauen, die jemals Handschellen besessen haben“.
Eine offizielle Bestätigung dieses Zitats liegt zwar nicht vor, doch es klingt ausreichend kaiserlich.
Auch der Sozialstaat bekommt eine Zugbrücke
Gleichzeitig überprüft das Reich inzwischen Sozialleistungsansprüche in industriellem Umfang.
Millionenfach.
Abermillionenfach.
Vermutlich wird inzwischen sogar kontrolliert, ob der Antragsteller beim Ausfüllen des Formulars ordnungsgemäß amerikanisch geblinzelt hat.
Auch Visa sollen für Länder eingeschränkt worden sein, deren Migranten nach Auffassung der Regierung überdurchschnittlich häufig staatliche Unterstützung beanspruchen.
Das neue Prinzip imperialer Gastfreundschaft lautet offenbar:
„Willkommen im Imperium – bitte Einkommen, Pass und letzten Steuerbescheid am Stadttor bereithalten.“
Trumpius gegen Communismus Maximus
Doch natürlich geht es längst nicht mehr nur um Grenzpolitik.
Nein.
Im Trumpius-Imperium geht es grundsätzlich sofort um das Schicksal der gesamten westlichen Zivilisation.
Die Democratici wollen nach Darstellung des Hofes nämlich nicht einfach eine andere Migrationspolitik.
Sie wollen Amerika angeblich in den Kommunismus führen.
Vermutlich schon nächsten Dienstag.
Trumpius Caesar steht deshalb schützend vor dem Reich, die Arme majestätisch verschränkt, während hinter ihm Adler kreisen, Grenzmauern glänzen und irgendwo ein Ökonom versucht herauszufinden, wie viele Nullen eigentlich in 49 Billionen passen.
Die Botschaft des Palastes ist jedenfalls klar:
Trumpius schützt Amerika.
Trumpius schützt die Grenze.
Trumpius schützt die Steuerzahler.
Trumpius schützt vermutlich sogar den Taschenrechner vor sozialistischer Überlastung.
Und sollten die Democratici eines Tages tatsächlich die berühmten 49 Billionen ausgeben wollen, hat das Imperium bereits einen Notfallplan:
Man wird einfach verkünden, dass Trumpius 50 Billionen eingespart habe.
Denn im Reich des Caesar Trumpius gilt noch immer das wichtigste wirtschaftspolitische Gesetz überhaupt:
Wenn eine Zahl groß genug ist, wird aus Mathematik automatisch Majestät.

