Empire of Trumpius
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Imperiale Verkündungen Trumpium für Wahrheit & Großartigkeit

Trumpius Caesar in Ohious: Milliarden, Buckeyes und Brotspiele

11. August 2026  ·  admin  ·  6 Min. Lesezeit

Grafik: Trumpius Caesar und der große Ohio-Triumphzug
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Es begab sich im glorreichen Jahre MMXXVI, als Imperator Donaldus Trumpius Maximus, Bezwinger der Steuerformulare, Pontifex der Überstunden und selbsternannter oberster Hüter des amerikanischen Geldbeutels, erneut seinen goldenen Streitwagen besteigen ließ. Das Ziel seiner imperialen Reise: Ohious Buckeyus, jene sagenumwobene Provinz des Reiches, in der Football beinahe Religion ist und eine Kastanie genügt, um einen ganzen Bundesstaat zu symbolisieren.

Trumpius kam jedoch nicht einfach zu Besuch. Ein gewöhnlicher Präsident besucht. Ein Imperator erscheint.

Anlass waren die Finalspiele der Patriot Games, mit denen 250 Jahre amerikanische Unabhängigkeit gefeiert werden sollten. Die Jugend des Imperiums durfte Kraft, Ehrgeiz und Wettkampfgeist demonstrieren – also all jene Eigenschaften, die Trumpius Caesar nach eigener Überzeugung bereits im Kindergarten perfektioniert hatte.

Und während die jungen Athleten um Ruhm kämpften, verkündeten die kaiserlichen Herolde eine noch viel größere Botschaft:

America Prima bedeutet Ohious Prima!

Oder in der Sprache des Hofes:

Was gut für Trumpius ist, ist gut für Amerika. Was gut für Amerika ist, ist gut für Ohio. Und was gut für Ohio ist, wurde vermutlich ohnehin von Trumpius erfunden.

Das große Steuerwunder des Trumpius

Zunächst öffnete der Imperator die heiligen Schriftrollen des Working Families Tax Cuts Acticus.

Und siehe: Zahlen erschienen.

Viele Zahlen.

Sehr große Zahlen.

Trumpius liebt große Zahlen. Kleine Zahlen gelten am Hofe als verdächtig demokratisch.

Mehr als 1,2 Millionen arbeitende Ohioaner sollen laut den verkündeten Angaben insgesamt rund 3,4 Milliarden Dollar an Abzügen für Überstunden geltend gemacht haben.

Der imperiale Grundsatz lautete:

Wer länger arbeitet, soll wenigstens nicht auch noch dafür bestraft werden, dass er zu spät zum Abendessen kommt.

„Keine Steuer auf Überstunden!“, erschallte es aus den Hallen.

Die Senatoren applaudierten.

Die Buchhalter weinten.

Und irgendwo in einem Finanzamt fiel vermutlich ein Taschenrechner vom Tisch.

Auch die Senioren wurden vom goldenen Steuerzepter berührt. Rund 1,4 Millionen ältere Ohioaner hätten von entsprechenden steuerlichen Entlastungen profitiert.

Trumpius Caesar ließ daraufhin sinngemäß verkünden:

„Die Senioren haben Amerika aufgebaut. Manche sogar noch, als Telefone Kabel hatten. Wir respektieren diese Menschen!“

Hinzu kam eine durchschnittliche Steuererstattung von 3.308 Dollar.

Eine bemerkenswert präzise Zahl.

Denn nichts beweist die Größe eines Imperiums überzeugender als eine Statistik, die nicht auf glatte Tausender gerundet wurde.

Zweihundert Millionen für die Provinzen jenseits des Starbucks

Auch das ländliche Ohious wurde nicht vergessen.

Mehr als 200 Millionen Dollar seien für die Transformation der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum gesichert worden.

Trumpius nannte dies selbstverständlich keinen gewöhnlichen Fördertopf.

Nein.

In der imperialen Vorstellung handelte es sich um eine Art medizinische Kavallerie, die mit Krankenwagen, Ärzten und Förderbescheiden über die Felder Ohios galoppiert.

Noch gewaltiger klangen die nächsten Zahlen: Die Steuerpolitik habe laut den vom Weißen Haus angeführten Berechnungen 208.000 Arbeitsplätze, 37 Milliarden Dollar Wirtschaftsleistung und 19 Milliarden Dollar an Löhnen geschützt.

Trumpius betrachtete die Zahlen zufrieden.

208.000 Jobs!

37 Milliarden!

19 Milliarden!

Das waren keine Statistiken mehr.

Das war bereits eine römische Triumphparade mit Excel-Lizenz.

Pax Trumpiana in Ohio

Doch ein Imperator kümmert sich nicht nur um Gold.

Er kümmert sich auch darum, dass niemand das Gold klaut.

Deshalb folgte das Kapitel Lex et Ordo Trumpiana.

Die Zahl der Tötungsdelikte in Ohio sei im vergangenen Jahr um 16,1 Prozent gefallen. In Columbusia habe sie 2025 sogar einen 16-Jahres-Tiefstand erreicht und sei 2026 weiter gesunken.

In Cincinnatium wiederum seien die Tötungsdelikte 2025 um mehr als sechs Prozent zurückgegangen und im ersten Halbjahr 2026 nochmals um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Und dann kam Clevelandia.

Dort meldeten die kaiserlichen Chronisten für 2025 Rückgänge bei Tötungsdelikten, Vergewaltigungen, Autodiebstählen und Raubüberfällen. Auch im ersten Halbjahr 2026 seien mehrere dieser Deliktsbereiche weiter gesunken.

Trumpius Caesar hätte vermutlich am liebsten persönlich einen Lorbeerkranz auf jede Polizeistation gelegt.

Doch bei so vielen Kränzen wäre vermutlich ein neues Bundesprogramm nötig geworden.

Also verkündete der Hof stattdessen:

Law and Order wirkt!

Ein Satz, der in Trumpius' Reich ungefähr dieselbe Funktion besitzt wie „Ave Caesar“ im alten Rom: Er passt fast immer und beendet zuverlässig jede komplizierte Diskussion.

Die Milliardenkarawane zieht nach Ohious

Dann öffneten sich die Tore des wirtschaftlichen Kolosseums.

Herein marschierte Electra Aeronautica mit angekündigten 850 Millionen Dollar für Springfield und 1.975 neuen Arbeitsplätzen.

Trumpius hob die Hand.

„Flugzeuge! Jobs! Ohio! Fantastisch!“

Noch bevor der Applaus verklungen war, erschien Weidmannus Helveticus, ein Schweizer Papierhersteller, mit einer angekündigten Investition von 150 Millionen Dollar in Middletown.

Papier!

Endlich ein Wirtschaftszweig, den selbst die Bürokratie vollständig versteht.

Denn egal, wie digital ein Imperium wird: Irgendwo verlangt jemand weiterhin ein Formular in dreifacher Ausfertigung.

Danach rollte Stellantus Automobilicus in die Arena: 400 Millionen Dollar für das Montagewerk in Toledo und mehr als 900 Arbeitsplätze.

Trumpius Caesar war begeistert.

Autos!

Fabriken!

Arbeiter!

Dinge aus Metall!

Für den Imperator ist das praktisch wirtschaftspolitische Poesie.

Doch damit nicht genug.

Prattius Verpackicus hatte Investitionen von fünf Milliarden Dollar in den Vereinigten Staaten angekündigt, wobei Ohio erheblich profitieren solle.

Fünf Milliarden für Verpackungen!

Das passte hervorragend zum imperialen Wirtschaftsprogramm, denn wenn Amerika schon wieder groß gemacht wird, muss diese Größe schließlich irgendwo hineingepackt werden.

Und dann erschien Damacus Data-Centerius mit einer noch größeren Zahl:

20 Milliarden Dollar.

Trumpius verstummte möglicherweise für einen kurzen Moment.

Nicht aus Bescheidenheit.

Sondern weil selbst ein Trumpius bei zwanzig Milliarden erst einmal überlegen muss, wie oft man das Wort „historic“ dafür verwenden darf.

Ohio sei für entsprechende Projekte vorgesehen.

Die Provinz verwandelte sich damit in der Darstellung des Hofes endgültig vom Buckeye State zum Billionarius Buckeyus Maximus.

Zehn Gigawatt für das Reich

Doch Fabriken, Rechenzentren und Unternehmen haben einen entscheidenden Nachteil:

Sie benötigen Strom.

Viel Strom.

Deshalb trat nun SoftBankus Magnus gemeinsam mit SB Energicus vor den imperialen Thron.

Geplant seien zehn Gigawatt neue Stromerzeugung im Süden Ohios.

Zehn Gigawatt!

Genug, dass selbst Trumpius' goldener Palast vermutlich gleichzeitig Klimaanlage, Kronleuchter und 47 Fernsehgeräte betreiben könnte.

Besonders wichtig war dem Hof die Botschaft, dass die Kosten des zusätzlichen Energiebedarfs für Rechenzentren von Unternehmen und nicht von Familien in Ohio getragen werden sollten.

Zusätzlich seien 40 Millionen Dollar für Gemeinden vorgesehen.

Trumpius nickte zufrieden.

Server bekommen Strom.

Bürger bekommen Millionen.

Und irgendwo bekommt ein Ingenieur sehr viele neue Tabellen.

So sieht moderne imperiale Energiepolitik aus.

Ohio First – weil irgendwo angefangen werden muss

Am Ende seines Triumphzuges stand Trumpius Caesar vor dem imaginären Forum von Ohious und betrachtete sein Werk:

Steuerentlastungen!

Sinkende Kriminalitätszahlen!

Fabriken!

Flugzeuge!

Autos!

Papier!

Verpackungen!

Rechenzentren!

Gigawatt!

Und selbstverständlich Milliarden.

Sehr viele Milliarden.

So viele Milliarden, dass ein durchschnittlicher Bürger längst aufgehört hatte mitzuzählen und nur noch höflich nickte, sobald eine weitere Null vorbeikam.

Die republikanischen Senatoren erhoben ihre Schriftrollen.

Die Trompeten erklangen.

Die Buckeyes bebten.

Und Imperator Donaldus Trumpius Maximus verkündete die große mathematische Wahrheit seiner Regentschaft:

America First bedeutet Ohio First.

Was wiederum die interessante Frage aufwirft, was geschieht, wenn Trumpius nächste Woche nach Texas reist.

Dann bedeutet America First vermutlich Texas First.

In Florida: Florida First.

In Pennsylvania: Pennsylvania First.

Das Trumpius-Prinzip ist damit weniger eine geografische Rangliste als eine politische Quantenmechanik:

Jeder Bundesstaat ist gleichzeitig der wichtigste Bundesstaat Amerikas – solange der Imperator gerade dort steht.

Und so endete der große Ohio-Triumphzug des Jahres MMXXVI.

Die Jugend spielte.

Die Fabriken planten.

Die Kraftwerke wurden angekündigt.

Die Milliarden marschierten.

Und Trumpius Caesar zog weiter durch sein Reich – immer auf der Suche nach der nächsten Provinz, der er feierlich mitteilen konnte:

„America First bedeutet heute vor allem: Ihr zuerst!“

Denn im Imperium Trumpianum gibt es ausreichend „First“ für alle.

Zumindest bis zum nächsten Wahlkampf.

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