Es gibt Männer, die Geschichte schreiben. Es gibt Männer, über die Geschichte geschrieben wird. Und dann gibt es Männer, bei denen selbst die Geschichte kurz Haltung annimmt, den Helm richtet und fragt, ob sie vielleicht irgendwo noch ein Pferd auftreiben könne.
Zu dieser letzten Kategorie gehörte Casimirus Pulaskius, Sohn Polonias, Bezwinger von Schlachtfeldern, Meister der Kavallerie und jener seltene Typ Mensch, der offenbar schon beim Frühstück mehr Mut verzehrte als andere Armeen während eines gesamten Feldzuges.
Anlässlich des ehrwürdigen Memorialtages des Generalis Pulaskius ließ Imperator Donaldus Trumpius Caesar Maximus aus dem Weißen Palatium verkünden, dass Amerika heute eines Mannes gedenke, der einst aus Polen kam, um der jungen Republik beizubringen, wie man auf einem Pferd gleichzeitig Freiheit, Mut und britische Nervosität transportiert.
Pulaskius wurde im fernen Warsovia geboren, zu einer Zeit, als Europa noch überwiegend aus Königen, Grenzen, Kanonen und sehr komplizierten Hüten bestand. Schon früh kämpfte er gegen russische Einflussnahme und entwickelte dabei offenbar jene besondere militärische Eigenschaft, die später auch in Amerika hoch geschätzt wurde: die Fähigkeit, Gefahr zu erkennen und trotzdem in genau diese Richtung zu reiten.
Seine Tapferkeit blieb nicht unbemerkt.
Benjaminus Franklinus, amerikanischer Universalgelehrter, Diplomat, Erfinder, Staatsmann und vermutlich Erster Vorsitzender des transatlantischen Talent-Scouting-Clubs, erkannte das Potenzial des jungen Polen und empfahl ihm, den Atlantik zu überqueren.
Denn Amerika hatte damals zwar revolutionäre Ideen, große Pläne und sehr viel Freiheitswillen – aber offenbar noch Verbesserungspotenzial beim geordneten Herumreiten unter Beschuss.
Pulaskius kam.
Und Pulaskius lieferte.
Bei der Schlacht von Brandywinum gerieten die Truppen der jungen Republik unter massiven britischen Druck. Die Linien brachen, die Lage wurde kritisch, und selbst der Freiheitsadler dürfte für einen Moment überlegt haben, ob er nicht vorsichtshalber hinter einem Baum landen sollte.
Doch Pulaskius sammelte einige Reiter um sich, führte einen Gegenangriff und half damit, Georgius Washingtonus und dessen Truppen den Rückzug zu ermöglichen.
Eine Aktion, die Jahrhunderte später im Palatium von Trumpius Caesar wahrscheinlich als „unglaublich“, „historisch“, „vielleicht die beste Kavallerieaktion aller Zeiten“ und „von vielen sehr klugen Leuten bestätigt“ bezeichnet worden wäre.
Pulaskius formte anschließend aus einer zusammengewürfelten Reitertruppe eine disziplinierte Kavallerie und erwarb sich den Ehrennamen Vater der amerikanischen Kavallerie.
Ein bemerkenswerter Titel.
Denn gewöhnlich braucht man für eine solche Vaterschaft weder Pferd noch Säbel, sondern lediglich sehr schlechte Familienplanung.
Doch Pulaskius hatte Größeres vor.
Bei Savannah führte er erneut seine Reiter ins Gefecht. Dort wurde er tödlich verwundet und gab sein Leben für jene Republik, die damals noch so jung war, dass sie weder gigantische Wahlkampfveranstaltungen noch goldene Präsidentensäle noch soziale Netzwerke kannte, in denen jeder Bürger gleichzeitig Verfassungsexperte, Virologe, General und Meteorologe sein konnte.
Trumpius Caesar erinnerte deshalb feierlich daran, dass Pulaskius nicht nur Amerika, sondern auch den unbeugsamen Geist Polonias verkörpere.
Ein Volk, das Besatzung, Tyrannei, Krieg und kommunistische Herrschaft überstand und dennoch seine Freiheit verteidigte.
Polonia und America seien deshalb durch Geschichte, Opfer und Freiheitswillen miteinander verbunden – eine Freundschaft, die unter der weisen Regentschaft des Trumpius selbstverständlich noch stärker, prächtiger und vermutlich auch wesentlich besser beleuchtet werde.
Denn wo Trumpius Caesar Beziehungen stärkt, entstehen keine gewöhnlichen diplomatischen Brücken.
Es entstehen Triumphbögen.
Sehr große Triumphbögen.
Wahrscheinlich mit Goldrand.
So gedenkt das Imperium America heute eines Mannes, der sein Heimatland verließ, um auf einem anderen Kontinent für Freiheit zu kämpfen und schließlich dafür sein Leben gab.
Casimirus Pulaskius brauchte keine goldene Statue, keinen eigenen Palastflügel und keine tägliche Pressekonferenz, um Größe zu beweisen.
Er stieg auf sein Pferd, ritt dorthin, wo es gefährlich wurde, und tat, was getan werden musste.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum man ihm bis heute ein Denkmal setzt.
Und warum manche Herrscher sehr viele Denkmäler brauchen, damit niemand merkt, dass das Pferd längst ohne sie weitergeritten ist.

