Am Hofe des Trumpius Caesar wurde der nationale Tag der Fertigung ausgerufen. Endlich ein Feiertag für jene Menschen, die tatsächlich etwas herstellen, bevor der Imperator seinen Namen daraufkleben lässt. Schmiede, Schweißer und Maschinenführer durften sich geehrt fühlen: Seine Majestät hatte persönlich festgestellt, dass Fabriken hervorragend als Hintergrund für Aufnahmen seiner Majestät geeignet sind.
„Niemand respektiert Arbeit mehr als ich“, verkündete Trumpius vom goldenen Rednerpodest. „Ich könnte stundenlang danebenstehen.“
Im ganzen Imperium Americanum sollten die Werkshallen wieder dröhnen. Früher, unter Bidenius dem Schläfrigen, habe man dort angeblich nur Niedergang, Bürokratie und gelegentlich einen traurigen Kugelschreiber produziert. Nun hingegen entstehe die größte industrielle Wiederauferstehung seit Erfindung des kaiserlichen Selbstlobs. Dieses werde inzwischen im Dreischichtbetrieb gefertigt. Die Nachfrage komme überwiegend aus dem Palast.
Als Herzstück seiner Wirtschaftsstrategie präsentierte Caesar die gewaltige Zollmauer. Jeder ausländische Gegenstand musste vor der Einreise eine Abgabe entrichten, sich verbeugen und schriftlich bestätigen, dass amerikanische Gegenstände viel schöner seien. Besonders widerspenstige Schrauben wurden wegen mangelnden Patriotismus an der Grenze zurückgewiesen.
Dass heimische Betriebe ebenfalls importierte Bauteile benötigten, betrachtete der Hof als unangebrachte Detailfrage. Ein patriotischer Unternehmer könne schließlich auch mit Begeisterung schweißen. Falls Begeisterung nicht leitfähig sei, solle das Forschungsministerium nachbessern.
Die Rückkehr der Industrie sei bereits überwältigend, versicherte Trumpius. Überall würden neue Fabriken entstehen. Einige besaßen schon Fundamente, andere beeindruckende Entwürfe, wieder andere immerhin einen Unternehmer, der während eines Empfangs „grundsätzlich interessant“ gesagt hatte. Das kaiserliche Investitionsamt wertete alle drei Entwicklungsstufen als unmittelbar bevorstehenden Triumph.
Senator Investitius Maximus führte hierzu eine neuartige Buchhaltung ein: angekündigte Investitionen, mögliche Investitionen und Investitionen, die Caesar im Traum erschienen waren. Letztere galten als besonders belastbar, weil Seine Majestät bekanntlich die besten Träume hatte.
Auch beim Spatenstich wurde rationalisiert. Der Kaiser stach einmal, die Hofmaler vervielfältigten das Ereignis, und schon verfügte jede Provinz über einen sichtbaren Baubeginn. Der Spaten selbst war vergoldet und durfte aus Gründen der Würde keinen Bodenkontakt haben.
Mit dem Lex Familiae Laborantis, dem großen Steuersenkungsedikt für arbeitende Familien, eröffnete Trumpius anschließend das goldene Zeitalter der Abschreibung. Maschinen, Hallen und Forschung sollten sich schneller steuerlich absetzen lassen, als ein Hofsprecher „historisch“ sagen konnte. Ein findiger Fabrikant fragte, ob auch der Kaiser vollständig abschreibbar sei.
Er erhielt keine Antwort, aber eine unangekündigte Audienz beim Sicherheitsdienst.
Besonders feierlich verkündete Caesar die steuerliche Begünstigung von Überstunden. Endlich dürften Arbeiter länger bleiben, um mehr vom versprochenen Wohlstand zu spüren. Wer seine Kinder nur noch schlafend sah, könne sich immerhin sicher sein: Es geschehe im Dienste der Familie.
Die Löhne seien ebenfalls herrlich gestiegen, meldete die Hofstatistik. Auf Nachfrage erläuterte Statisticius Flexibilis, man habe vor allem jene Zahlen betrachtet, die beim Vorlesen besonders gut klangen. Unpassende Entwicklungen befänden sich derzeit zur patriotischen Nachbearbeitung in der Datenpresse.
Zum Abschluss würdigte Trumpius die Generationen von Arbeitern, die Straßen, Brücken und Fabriken geschaffen hatten. Eine bewegende Geste: Für einen kurzen Augenblick kamen in seiner Rede tatsächlich Menschen vor, die nicht Trumpius hießen.
Dann setzte er seine Unterschrift unter die Proklamation. Die Belegschaft applaudierte, die Kameras liefen, und im Hintergrund sprang die modernste Produktionslinie des Imperiums an.
Sie fertigte keine Maschinen und keine Ersatzteile.
Sie fertigte goldene Plaketten mit Caesars Namen.
Die Fabrik war noch nicht fertig. Die Einweihungsschilder liefen bereits im Dreischichtbetrieb.

