Empire of Trumpius
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Trumpius Caesar verriegelt die Weinkeller des Imperiums

08. September 2026  ·  admin  ·  3 Min. Lesezeit

Grafik: Trumpius Caesar und der große Alkoholkrieg
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Die kaiserliche Proklamation gegen den kanadischen Kelch der Aufsässigkeit

WASHINGTONIUM, IMPERIUM AMERICANUM. – Es gibt Augenblicke in der Geschichte großer Reiche, in denen ein Imperator handeln muss. Nicht wegen Krieg. Nicht wegen Pest. Nicht einmal wegen einer erschreckend schlechten Einschaltquote.

Sondern wegen Alkohol aus Kanada.

Und so erhob sich Imperator Donaldus Trumpius Maximus Caesar, Erster seines Namens, Bezwinger der Zolltabellen, Beschützer amerikanischer Bourbonfässer und Oberster Sommelier des Imperiums, vom goldenen Throne und sprach:

„Kanadischer Alkohol? NON!“

Damit erreicht der große Bellum Alcoholicum Canadensis eine neue Eskalationsstufe.

Alles begann damit, dass das nördliche Nachbarreich Canadia, beherrscht von seinen widerspenstigen Provinzfürsten, amerikanische alkoholische Getränke nach Ansicht des Imperators höchst ungerecht behandelte. Während Getränke anderer Länder weiterhin friedlich durch die Regale marschieren durften, standen amerikanische Flaschen offenbar draußen wie Senatoren ohne Einladung zum kaiserlichen Bankett.

Trumpius reagierte bereits im Sommer mit dem traditionsreichen diplomatischen Instrument seiner Dynastie:

Zölle. Gewaltige Zölle. Wunderschöne Zölle. Wahrscheinlich die besten Zölle, die jemals auf einer Flasche klebten.

Bis zu 50 Prozent sollten den kanadischen Provinzfürsten verdeutlichen, dass mit dem Imperium Americanum nicht zu scherzen sei.

Dann geschah etwas geradezu Unglaubliches.

Canadia versprach Besserung.

Trumpius gewährte daraufhin eine dreitägige Gnadenfrist – vermutlich eine der längsten Perioden kaiserlicher Geduld seit Beginn der Aufzeichnungen.

Doch am 21. August, so berichtet die kaiserliche Chronik, brachen die Nordmänner ihr Versprechen. Die Verhandlungen gerieten ins Stocken, die Diskriminierung amerikanischer Getränke blieb bestehen und schließlich wagte die Provinz Saskatchewania sogar den ganz großen Frevel: einen zusätzlichen Aufschlag von 50 Prozent auf amerikanischen Alkohol.

Im Palatium Trumpianum dürfte daraufhin ein Berater leise gefragt haben:

„Majestät, sollen wir verhandeln?“

Trumpius blickte vermutlich über den Rand seines goldenen Kelches.

„Verhandeln? Wir haben doch noch IMPORTVERBOTE!“

Vom Zoll zum kaiserlichen Kellerverbot

Und deshalb verkündet Caesar nun die nächste Stufe der imperialen Getränkediplomatie:

Bestimmte alkoholische Erzeugnisse aus Canadia dürfen ab dem 29. September 2026 um exakt 00:01 Uhr Ostküstenzeit nicht mehr in das Imperium eingeführt werden.

Nicht 00:00 Uhr.

00:01 Uhr.

Denn selbst ein historisches Handelsverbot benötigt offenbar eine Minute, um seine Krawatte zu richten.

Damit verwandelt Trumpius die Handelspolitik endgültig in eine imperiale Getränkekarte:

Amerikanischer Bourbon: Ave!

Kanadische Problemflasche: Vade retro!

Ahornsirup: vorläufig unverdächtig.

Whisky mit falschem Pass: Grenzkontrolle.

Besonders majestätisch ist dabei die juristische Konstruktion. Sollte irgendein Richter Teile des Importverbots später für ungültig erklären, fällt die betreffende Ware keineswegs in die Freiheit.

Nein.

Dann wartet dahinter bereits wieder der 50-Prozent-Zoll.

Es ist das handelspolitische Äquivalent einer Falltür, unter der sich eine zweite Falltür befindet.

„Du hast mein Importverbot besiegt?“, könnte Trumpius Caesar verkünden. „Gratulation! Hier ist dein Zoll.“

Die Legionen der Zollverwaltung marschieren

Nun müssen die Legionen der Custodia Frontalis Americanensis, gemeinsam mit dem Schatzministerium, dem Handelsministerium und den Hohepriestern der internationalen Zolltabellen, dafür sorgen, dass kein verbotener Tropfen unbemerkt über die Grenze schwappt.

Zolltarife werden angepasst.

Verordnungen werden geschrieben.

Anhänge werden korrigiert.

Beamte werden Tabellen öffnen.

Und irgendwo wird vermutlich ein kanadischer Whisky sehr nervös.

Die Botschaft des Imperators ist jedenfalls eindeutig:

Wer amerikanischen Alkohol diskriminiert, muss damit rechnen, dass Trumpius Caesar nicht nur zurückzollt, sondern irgendwann persönlich die Zugbrücke zum Weinkeller hochziehen lässt.

So endet vorerst das neueste Kapitel des Bellum Vinum Maximum zwischen dem Imperium Americanum und Canadia.

Ob Ottawa nachgeben wird?

Ob Saskatchewania kapituliert?

Ob irgendwann wieder kanadischer Whisky friedlich neben amerikanischem Bourbon stehen darf?

Niemand weiß es.

Nur eines scheint sicher:

Im Reich des Trumpius gibt es inzwischen für nahezu jedes außenpolitische Problem drei Eskalationsstufen:

Zoll.

Mehr Zoll.

Und wenn das nicht funktioniert: AVE IMPORTVERBOT!

Denn Trumpius Caesar hat gesprochen.

Die Grenze ist geschlossen.

Der Keller ist versiegelt.

Und das öffentliche Interesse wurde selbstverständlich gerettet.

Mehrfach sogar.

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