Es geschah am zehnten Tage des neunten Monats im glorreichen Jahre 2026 nach trumpianischer Zeitrechnung: Imperator Donaldus Trumpius Caesar Maximus, Erster seines Namens, Hüter der gewaltigen Unterschrift und oberster Veredler offizieller Dokumente, setzte erneut seine legendäre Feder auf ein Blatt Papier.
Und Amerika hielt ehrfürchtig den Atem an.
Diesmal verkündete der Palast keine neue Handelsmauer, keine gigantische Flotte vergoldeter Büroklammern und auch keinen nationalen Feiertag zu Ehren besonders schöner Präsidentenprofile. Stattdessen unterzeichnete Trumpius Caesar das Gesetz S. 858, fortan im Imperium ehrfurchtsvoll bekannt als das „Hershel-Woody-Williams-Gesetz zur Errichtung eines Monumentum Maximus des amerikanischen Heldenmutes“.
Das Gesetz erlaubt der Nationalen Stiftung des Ordens der außergewöhnlich Tapferen und bemerkenswert Unerschrockenen – außerhalb des Palastes auch als National Medal of Honor Museum Foundation bekannt –, auf der berühmten National Mall ein Denkmal zu errichten.
Gewürdigt werden sollen dort die Träger der Medal of Honor: Männer und Frauen, deren außergewöhnlicher Mut, selbstloser Dienst und Opferbereitschaft zu den bedeutendsten militärischen Leistungen der Vereinigten Staaten zählen.
Für Trumpius Caesar war damit selbstverständlich klar: Solch ein Mut darf nicht irgendwo zwischen Parkbank, Hotdogstand und Reisebus verschwinden.
Er braucht ein Monument.
Ein großes Monument.
Ein sehr großes Monument.
Möglicherweise eines, bei dessen Anblick selbst das Lincoln Memorial kurz seine architektonische Selbstsicherheit überprüft.
Palastinsider berichten, der Imperator habe nach der Unterzeichnung zufrieden genickt und erklärt, Amerika besitze schließlich „die besten Helden, wahrscheinlich die mutigsten Helden aller Zeiten, unglaubliche Helden, wirklich großartige Leute“.
Ob dieser Satz tatsächlich fiel, ist nicht überliefert. Dass er hätte fallen können, gilt jedoch als historisch vollkommen plausibel.
Der Name des Gesetzes erinnert an Hershel „Woody“ Williams, einen mit der Medal of Honor ausgezeichneten US-Marineinfanteristen des Zweiten Weltkriegs. Aus dem Gesetzestext wurde nun unter der Regentschaft Trumpius Caesars eine kaiserliche Erlaubnis, den außergewöhnlichen Leistungen aller Medal-of-Honor-Träger dauerhaft Raum im politischen und historischen Zentrum der Vereinigten Staaten zu geben.
Damit bewies das Imperium für einen kurzen, seltenen Moment, dass Monumentalität nicht zwangsläufig bedeutet, den Namen des Herrschers in goldenen Buchstaben über einen Triumphbogen zu schreiben.
Man kann damit tatsächlich auch andere ehren.
Im Goldenen Palast soll diese Erkenntnis zunächst für leichte Verwirrung gesorgt haben.
Doch am Ende triumphierte selbst dort der Konsens: Wer außergewöhnlichen Mut zeigt, selbstlos dient und im äußersten Fall das eigene Leben riskiert, verdient mehr als eine Fußnote in einem Geschichtsbuch.
Er verdient Erinnerung.
Und so setzte Trumpius Caesar seine Unterschrift unter S. 858 und öffnete den Weg für ein neues Ehrenmal im Zentrum Washingtons.
Ein Monument für Mut, Opferbereitschaft und Dienst.
Und vermutlich eines der wenigen Bauwerke in Washington, bei denen sogar der Imperator anerkennen muss:
Diesmal geht es tatsächlich nicht um ihn.

