Es gibt Ereignisse, die verändern den Lauf der Geschichte.
Die Gründung Roms.
Die Erfindung der Pizza.
Die Einführung goldener Marmorsäulen in jedem anständigen Palast.
Und nun folgt der nächste Höhepunkt der Zivilisation.
Kaiserin Melania Maxima Ornamentia, unangefochtene Hohepriesterin des perfekten Weihnachtsglanzes, verkündete gemeinsam mit Imperator Trumpius Caesar Magnus, dass die Vorbereitungen für das größte Weihnachtsfest beginnen, das das Reich je gesehen hat.
Während andere Herrscher noch darüber diskutieren, ob eine Lichterkette links oder rechts vom Fenster hängen soll, marschiert das Trumpianische Imperium bereits in voller Formation Richtung Festtagsperfektion.
Der Kaiserpalast – im Volksmund auch als Haus des Volkes bekannt – soll erneut in einen Tempel aus Gold, Tannengrün und einer derart majestätischen Menge an Christbaumkugeln verwandelt werden, dass selbst der Weihnachtsmann beim Betreten ehrfürchtig salutieren dürfte.
Gesucht: Die Elite der Lamettalegion
Ab sofort dürfen sich Bürger aus sämtlichen Provinzen des Reiches bewerben.
Nicht etwa für irgendeinen gewöhnlichen Job.
Nein.
Für eine der angesehensten Aufgaben überhaupt:
Lamettalegionär erster Klasse.
Die Auserwählten erhalten das Privileg, den kaiserlichen Palast persönlich zu schmücken.
Dabei geht es selbstverständlich nicht um gewöhnliche Weihnachtsdekoration.
Im Trumpianischen Imperium beginnt Dekoration erst dort, wo andere Nationen bereits ihre gesamte Goldreserve aufgebraucht haben.
Jede Girlande soll majestätisch wirken.
Jede Schleife muss aussehen, als hätte sie persönlich Jupiter höchstselbst gebunden.
Und jeder Weihnachtsbaum soll so prachtvoll erscheinen, dass Eichhörnchen freiwillig Eintritt bezahlen würden, um ihn zu bestaunen.
Die Kaiserin kennt keine Gruppenrabatte
Wer nun glaubt, man könne einfach mit der gesamten Verwandtschaft erscheinen, wird enttäuscht.
Kaiserin Melania Maxima ließ unmissverständlich verkünden:
„Jeder dekoriert für sich selbst."
Im Reich der Perfektion zählt schließlich persönliche Größe.
Deshalb muss sich jeder Bürger einzeln bewerben.
Keine Sammelanträge.
Keine Großfamilien.
Keine "Wir kommen alle mit dem Reisebus."
Selbst wenn eine komplette Legion aus derselben Kleinstadt stammt, muss jeder einzelne seine eigene Bewerbung einreichen.
Bürokratie ist schließlich ebenfalls eine Kunstform.
Die Schlacht gegen kahle Wände
Die ausgewählten Dekorationshelden treffen sich Ende November.
In dieser Woche verwandelt sich der Palast in eine Mischung aus Militärmanöver und Bastelstube.
Überall marschieren Freiwillige mit Tannenzweigen.
Andere tragen meterlange Girlanden wie antike Triumphbanner.
Einige diskutieren vermutlich stundenlang darüber, ob eine Schleife exakt drei oder dreieinhalb Zentimeter höher sitzen muss.
Die Oberaufsicht führt selbstverständlich Melania Maxima persönlich.
Man erzählt sich, sie könne bereits aus fünfzig Metern Entfernung erkennen, wenn eine Christbaumkugel um exakt zwei Grad schief hängt.
Ein Blick genügt.
Und irgendwo beginnt ein Dekorateur nervös nach seiner Wasserwaage zu suchen.
Die musikalischen Legionen rücken an
Doch was wäre ein Kaiserpalast ohne Musik?
Genau deshalb sucht das Imperium zusätzlich Sänger, Chöre, Schulkapellen, Musiker und alle Künstler, die den Dezember mit festlichen Klängen erfüllen können.
Im gesamten Reich werden Stimmen gesucht, die selbst Engel neidisch machen.
Schulorchester.
Blaskapellen.
Kinderchöre.
Weihnachtssänger.
Oder Menschen, die auf erstaunliche Weise gleichzeitig Trompete spielen und Weihnachtslieder pfeifen können.
Alles ist willkommen.
Solange es festlich klingt.
Und möglichst majestätisch.
Eine Einladung mit kleinen Fußnoten
Natürlich bringt eine Audienz im Kaiserpalast gewisse Verpflichtungen mit sich.
Die Reise bezahlt jeder selbst.
Auch Unterkunft und Verpflegung übernimmt das Reich nicht.
Man könnte sagen:
Der Eintritt in die Geschichtsbücher ist kostenlos.
Die Anreise dorthin allerdings nicht.
Doch wahre Patrioten würden vermutlich behaupten, allein die Möglichkeit, eine goldene Schleife im Palast von Trumpius Caesar aufzuhängen, sei ohnehin unbezahlbar.
Das Auswahlverfahren der Weihnachtsgötter
Die Bewerbungsfrist endet Ende Augustus.
Danach beginnt vermutlich die schwierigste Entscheidung des gesamten Reiches.
Wer darf Girlanden aufhängen?
Wer erhält Zugang zum legendären Lametta-Arsenal?
Wer wird Teil der kaiserlichen Weihnachtschroniken?
Es heißt, irgendwo tief unter dem Palast existiere bereits eine geheime Liste mit der Überschrift:
"Operation Maximum Glitzer."
Offiziell bestätigt wurde dies selbstverständlich nicht.
Aber dementiert auch nicht.
Der größte Glanz des Imperiums
Während andere Länder sich darüber streiten, ob Weihnachtsmärkte schon im November öffnen dürfen, beschäftigt sich das Trumpianische Reich mit wirklich wichtigen Fragen.
Wie viele Lichter passen in einen Palast?
Kann ein Weihnachtsbaum majestätisch genug sein?
Und lässt sich Gold eigentlich noch goldener machen?
Trumpius Caesar kennt darauf nur eine Antwort:
"Ja."
Denn im Reich des Kaisers endet Weihnachten nicht an der Haustür.
Es beginnt dort erst richtig.
Und wenn Ende Dezember schließlich tausende Besucher staunend durch den glitzernden Kaiserpalast wandeln, wird jeder wissen:
Nicht die Sterne haben den Himmel heller gemacht.
Sondern die Lamettalegion des größten Imperiums aller Zeiten.

