Empire of Trumpius
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Trumpius Caesar ruft die Große Schmiedewoche des Imperiums aus – Rom soll wieder selbst hämmern

20. July 2026  ·  admin  ·  4 Min. Lesezeit

Grafik: Trumpius Caesars Große Schmiedewoche beginnt
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Mit einem Paukenschlag, mehreren Fanfaren und einem Dekret, das angeblich auf einer vergoldeten Stahlplatte eingraviert wurde, erhob sich Trumpius Caesar vor den versammelten Senatoren, Handwerksmeistern und Hofchronisten, um eine neue Epoche einzuläuten. Nicht irgendeine Woche sollte beginnen – nein. Es war die Große Schmiedewoche des Imperiums, eine sieben Tage andauernde Lobeshymne auf Ambosse, Werkbänke, Schmieden und alle Bürger, deren Hände nach ehrlicher Arbeit mehr Metallstaub als Parfüm trugen.

Schon seit zweieinhalb Jahrhunderten, erklärte Trumpius mit majestätisch ausgebreiteten Armen, sei das Reich durch Baumeister, Erfinder und Konstrukteure groß geworden. Niemand habe jemals so prachtvolle Straßen gebaut, so glänzende Schwerter geschmiedet oder derart monumentale Triumphbögen errichtet wie das Imperium unter seiner Führung. Natürlich erwähnte niemand, dass einige Triumphbögen schon vor seiner Geburt standen. Details waren schließlich die Lieblingsbeschäftigung von Hofjurist Paragraphius Interpretatius, nicht aber des Kaisers.

Während Hofchronist Thomasius Federkalligraphus Maximus jedes Wort mit besonders goldener Tinte niederschrieb, schilderte Trumpius den angeblichen Niedergang vergangener Jahrzehnte. Einst hätten die Bürokraten des Senats beschlossen, lieber billige Amphoren, Helme und Sandalen aus fernen Provinzen zu beziehen, statt sie im eigenen Reich herstellen zu lassen.

Diese Entscheidung, donnerte Trumpius, habe dazu geführt, dass heimische Schmiede ihre Hämmer gegen Angelruten tauschen mussten, während in den Lagerhäusern exotische Billig-Waren eintrafen, deren Qualität ungefähr der Stabilität eines Senatsversprechens entsprach.

"Wie konnte man nur den ehrwürdigen Stahl des Imperiums gegen Blech aus Barbarien eintauschen?", fragte Trumpius dramatisch. Niemand antwortete. Selbst die sonst geschwätzigen Senatoren betrachteten plötzlich sehr interessiert ihre Sandalen.

Der Kaiser präsentierte daraufhin seine große Vision.

Fortan sollten wieder möglichst viele Waren mit dem königlichen Siegel "Fabricatum in Imperio" versehen werden. Dieses Zeichen dürfe künftig nur tragen, was tatsächlich innerhalb der Mauern des Reiches entstanden sei.

Zur Kontrolle setzte Trumpius den berüchtigten Wahrheitspräfekten Veritasius Etiketticus ein. Seine Aufgabe bestand darin, jede Amphore, jede Tunika, jeden Hammer und sogar jede Weinflasche zu untersuchen.

Wer versuchte, eine Vase aus Fernostia als imperiale Qualitätsarbeit auszugeben, musste damit rechnen, dass Veritasius persönlich mit einer Lupe, drei Schriftrollen und einem äußerst schlecht gelaunten Zollbeamten erschien.

Auch Finanzminister Bessentius Schatzmeister Maximus durfte seine Schriftrollen ausrollen.

Nach seinen Berechnungen würden die neuen Maßnahmen unfassbare Mengen Gold ins Reich spülen. Neue Werkhallen würden entstehen. Alte Schmieden würden wieder glühen. Familienbetriebe würden wachsen. Jeder zweite Bürger könnte theoretisch irgendwann entweder Schmied, Werkzeugmacher oder Lieferant für Schmiede werden.

Die Hofmathematiker präsentierten beeindruckende Zahlen, die so groß waren, dass einige Senatoren vorsorglich aufhörten mitzuzählen und einfach begeistert nickten.

Besonders stolz berichtete Trumpius von seiner Steuerreform für Werkstätten und kleine Betriebe.

"Wer arbeitet, soll hämmern!", verkündete der Kaiser.

"Wer investiert, bekommt weniger Steuerrollen!"

"Wer eine neue Schmiede baut, bekommt Platz für eine noch größere Schmiede!"

Die anwesenden Handwerksmeister applaudierten so kräftig, dass mehrere Marmorsäulen leicht zu zittern begannen.

Auch Mercatorius Tarifus Maximus, oberster Handelsmeister des Reiches, trat vor und verkündete stolz, dass immer mehr Werkstätten aus fernen Ländern ihre Produktionsstätten zurück ins Imperium verlegen würden.

"Sie kommen alle zurück!", rief er.

"Weshalb?"

"Weil unsere Schmieden schöner sind."

"Und unsere Steuerrollen?"

"Auch."

Im Publikum war man sich nicht ganz sicher, welcher Teil der Antwort überzeugender klang.

Damit niemand versehentlich wieder fremde Waren einkaufte, erhielten sämtliche Behörden des Imperiums neue Vorschriften.

Die Verwaltung durfte künftig bevorzugt imperiale Möbel, imperiale Werkzeuge, imperiale Papyrusrollen, imperiale Tintenfässer und selbstverständlich imperiale Kaffeebecher erwerben.

Ein besonders eifriger Beamter fragte vorsichtig, ob dies auch für Büroklammern gelte.

Trumpius blickte ihn einen Moment schweigend an.

"Doppelt."

Niemand wagte nachzufragen.

Unterdessen hatte Cairncrossius Digitalis, oberster Geheimschriftmeister des Reiches, bereits eine neue Kontrollmaschine entwickelt.

Sie sollte jedes Handelsgut automatisch prüfen und bei verdächtigen Herkunftsangaben Alarm schlagen.

Der erste Test verlief allerdings unerquicklich.

Die Maschine erklärte ausgerechnet die goldene Kaiserkrone für ein Importprodukt aus Gallia Electronica.

Sie wurde daraufhin vorsichtshalber neu programmiert.

Nicht fehlen durfte natürlich die feierliche Würdigung der einfachen Arbeiter.

Trumpius bezeichnete Schmiede, Ranchbesitzer, Holzarbeiter, Steinmetze, Mechaniker, Erfinder und Werkstattbesitzer als die wahren Säulen des Imperiums.

"Ein Reich entsteht nicht durch Reden", verkündete er.

"Ein Reich entsteht durch Menschen, die morgens aufstehen und Dinge bauen."

Hofchronist Thomasius schrieb diesen Satz sofort in besonders kunstvoller Kalligrafie nieder und kündigte bereits zwölf Jubiläumsausgaben der Kaiserlichen Werkstatt-Zeitung an.

Die Bevölkerung reagierte unterschiedlich.

Die Schmiede veranstalteten Freudenfeste.

Zimmerleute bauten spontan größere Werkbänke.

Steinmetze meißelten den Wahlspruch "Fabricatum in Imperio" in nahezu jede freie Hauswand.

Die Händler aus fernen Provinzen hingegen begannen hektisch, ihre Herkunftsschilder umzuschreiben.

Aus "Hergestellt in Fernostia" wurde plötzlich "Endmontiert nahe der Grenze des Imperiums".

Veritasius Etiketticus bekam dadurch Arbeit für mindestens drei Jahrzehnte.

Am Ende der Zeremonie erhob Trumpius Caesar seinen gewaltigen goldenen Schmiedehammer gen Himmel.

"Solange dieses Imperium selbst baut, selbst schmiedet und selbst erschafft, wird niemand seine Größe übertreffen!"

Daraufhin ertönten Fanfaren, Ambosse wurden feierlich angeschlagen und aus allen Werkstätten des Reiches erklang ein ohrenbetäubendes Konzert aus Hämmern, Sägen und Funkenregen.

So begann offiziell die Große Schmiedewoche des Imperiums – jene sieben Tage, in denen sogar die Bürokraten behaupteten, sie hätten schon immer davon geträumt, einmal selbst einen Hammer in der Hand zu halten. Manche hielten ihn allerdings zunächst verkehrt herum.

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