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Trumpius Caesar und das Große Rinder-Edikt

04. September 2026  ·  admin  ·  4 Min. Lesezeit

Grafik: Trumpius Caesar und die große Rinder-Offensive
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WASHINGTONIUM D.C. – Es gibt Augenblicke in der Geschichte eines Imperiums, in denen ein Kaiser nicht länger schweigen kann. Romulus hatte seine Stadt. Caesar hatte Gallien. Augustus hatte das Imperium. Und Donaldus Magnus Trumpius Caesar Maximus hat nun – selbstverständlich wesentlich wichtiger – das amerikanische Rind.

Mit einem majestätischen Federstrich aus dem Palatium Album, dem Weißen Palast von Washingtonium, verkündete Trumpius Caesar deshalb das neue kaiserliche Edikt „Zur Unterstützung der amerikanischen Rancher“. Denn während gewöhnliche Herrscher über Inflation, Kriege oder Haushaltsdefizite grübeln, blickt Trumpius hinaus über die Prärie und fragt die entscheidende Frage der westlichen Zivilisation:

„Wo sind eigentlich all unsere Kühe?“

Und tatsächlich: Laut kaiserlicher Schriftrolle befindet sich der amerikanische Rinderbestand auf dem niedrigsten Stand seit 75 Jahren, während die Nachfrage nach Rindfleisch innerhalb eines Jahrzehnts um fast zehn Prozent gestiegen sei.

Für Trumpius war sofort klar: Amerika droht keine gewöhnliche Krise. Es droht die möglicherweise schlimmste aller denkbaren Katastrophen – zu viele Burgerliebhaber und zu wenige Burgerlieferanten.

Das Imperium schlägt zurück – diesmal mit Cowboyhut

Trumpius Caesar erinnert sein Volk zunächst daran, was seine Regierung bereits vollbracht habe.

Millionen zusätzliche Acres Weideland seien kartiert worden. Weitere rund 1,6 Millionen Acres ungenutzter Flächen seien entdeckt worden. Vorschriften aus der finsteren Ära des Josephus Bidenicus Regulatius seien zurückgenommen worden. Steuern wurden rancherfreundlicher gestaltet.

Und natürlich darf auch eines der heiligsten Siegel des Trumpianischen Reiches nicht fehlen:

„Product of USA“.

Denn ein amerikanisches Steak soll nach dem Willen des Kaisers nicht bloß Fleisch sein.

Es soll beim Betreten des Grills praktisch salutieren.

Doch damit nicht genug. Trumpius verlangt nun innerhalb von 90 Tagen eine umfassende Überprüfung sämtlicher Vorschriften, Leitlinien und bürokratischer Pergamentrollen, die amerikanische Rancher betreffen.

Dazu werden die Ministerien für Landwirtschaft und Inneres, der Handelsapparat, die Lebensmittelbehörde sowie die Verwaltung für kleine Unternehmen gemeinsam in die kaiserlichen Archive geschickt.

Ihre Aufgabe:

Herausfinden, welche Regeln Rancher behindern.

Und vermutlich auch, welcher Beamte irgendwann beschlossen hat, dass ein Cowboy zuerst Formular 17-B/Weide in dreifacher Ausfertigung benötigt, bevor seine Kuh Gras fressen darf.

Operation Lupus: Der Wolf bekommt Post aus Washingtonium

Besonders spannend wird das Edikt in Abschnitt drei.

Hier entdeckt Trumpius einen alten Gegner amerikanischer Viehzüchter:

den Wolf.

Genauer gesagt den Grauwolf und den Mexikanischen Wolf.

Der kaiserliche Praefectus Interioris soll innerhalb von 90 Tagen prüfen, ob beide Arten die Voraussetzungen erfüllen, ihren Schutzstatus nach dem amerikanischen Artenschutzrecht zu verlieren oder zumindest herabgestuft zu werden.

Sollten die Kriterien erfüllt sein, soll das Verfahren beginnen.

Zusätzlich verlangt Trumpius legislative Vorschläge, Gespräche mit den Bundesstaaten und möglicherweise Änderungen der Regeln für den Umgang mit Wölfen, die Vieh oder Menschen bedrohen.

Damit bekommt die amerikanische Naturpolitik einen ausgesprochen trumpianischen Unterton:

„Der Wolf darf selbstverständlich Wolf sein – aber bitte nicht in der Nähe meines Steaks.“

Auch Entschädigungen für gerissene Nutztiere sollen schneller und nachvollziehbarer bearbeitet werden. Die Behörden sollen ihre Beweisstandards überprüfen und künftig mehr Indizien berücksichtigen.

Anders formuliert:

Die Kuh braucht künftig keinen forensischen Abschlussbericht mit Tatortskizze, drei Augenzeugen und einer notariell beglaubigten Wolfspfote mehr, bevor jemand anerkennt, dass sie möglicherweise gefressen wurde.

Das Steak bekommt einen Reisepass

Dann kommt Abschnitt vier – und hier erreicht die kaiserliche Fleischverwaltung beinahe philosophische Tiefe.

Trumpius möchte prüfen lassen, ob für Rindfleisch eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung eingeführt werden kann.

Damit könnte künftig nicht mehr nur feststehen, was auf dem Teller liegt, sondern auch, woher es stammt.

Der Traum des Trumpianischen Imperiums:

Der Bürger blickt auf sein Steak und kann voller patriotischer Ergriffenheit feststellen:

„Dieses Rind kannte die Nationalhymne.“

Landwirtschaftsministerium, Handelsvertretung und Wirtschaftspolitiker sollen deshalb prüfen, welche gesetzlichen Möglichkeiten bestehen und welche wirtschaftlichen Auswirkungen eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung hätte.

Falls erforderlich, sollen neue Vorschriften oder sogar neue Gesetze folgen.

Das amerikanische Steak nähert sich damit einem bemerkenswerten bürokratischen Status:

Noch ein paar Executive Orders, und es benötigt beim Grenzübertritt vermutlich einen biometrischen Pass.

Und selbstverständlich sollen die Preise sinken

Nun könnte ein gewöhnlicher Untertan einwenden:

Mehr Vorschriften, neue Kennzeichnungssysteme, Wolfspolitik, Entschädigungsprogramme, Behördenprüfungen – klingt das alles nicht möglicherweise teuer?

Trumpius Caesar hat selbstverständlich auch daran gedacht.

Abschnitt fünf ordnet deshalb sinngemäß an:

Es soll billiger werden.

Alle Behörden sollen Maßnahmen so ausgestalten, dass amerikanische Verbraucher möglichst von niedrigeren Lebensmittelpreisen profitieren.

Das ist klassische trumpianische Ökonomie in ihrer reinsten Form:

Mehr amerikanisches Rind.

Mehr Geld für Rancher.

Weniger Bürokratie.

Weniger Wölfe.

Bessere Kennzeichnung.

Und billigere Steaks.

Ökonomen könnten nun komplizierte Diagramme zeichnen.

Trumpius benötigt lediglich einen Filzstift.

Das Reich der 90 Tage

Wie so oft im Trumpianischen Imperium spielt die Zahl 90 eine beinahe mystische Rolle.

Innerhalb von 90 Tagen sollen Regeln untersucht, Wölfe bewertet, Gesetzesvorschläge vorbereitet und Kennzeichnungsmöglichkeiten geprüft werden.

Washingtonium verwandelt sich damit vorübergehend in das vermutlich größte Verwaltungs-Rodeo der bekannten Welt.

Ministerien galoppieren.

Behörden schreiben.

Juristen prüfen.

Rancher warten.

Wölfe schauen nervös Richtung Hauptstadt.

Und irgendwo steht eine Kuh auf einer Weide in Montana und hat keine Ahnung, dass sie plötzlich Bestandteil amerikanischer Wirtschafts-, Handels-, Umwelt-, Steuer- und Sicherheitspolitik geworden ist.

Trumpius Caesar aber hat gesprochen.

Das amerikanische Rind soll wieder wachsen.

Der Rancher soll prosperieren.

Der Wolf soll seine Karriereplanung überdenken.

Und das Steak soll günstig, patriotisch und möglichst eindeutig amerikanisch sein.

So steht es geschrieben im neuen Edikt des Donaldus Magnus Trumpius Caesar, Protector Bovinum, Dominator Luporum et Pontifex Maximus Barbecue.

Ave Trumpius. Ave Rancherus. Ave Beefus Americanus.

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