Es geschah im glorreichen Jahre des Imperiums, als Imperator Donaldus Trumpius Caesar Maximus, Bezwinger der Bürokratie, Hüter des goldenen Steaks und oberster Pontifex der Grillzange, seinen Blick über die endlosen Weiden Amerikas schweifen ließ.
Und siehe: Das Rind war betrübt.
Nicht wegen des Wetters. Nicht wegen des Futters. Sondern wegen jener finsteren Mächte, die zwischen Ranch, Schlachthof und Abendbrottisch standen: den gefürchteten Carnifex-Monopolisten, jenen Fleischfürsten, die angeblich Preise drückten, Märkte beherrschten und jedem Rancher das Gefühl gaben, sein eigenes Rind nur noch mit einem Antrag in siebenfacher Ausfertigung ansehen zu dürfen.
Trumpius erhob daher die goldene Feder und verkündete:
„Genug! Das amerikanische Steak soll reisen können!“
Von nun an soll der ehrbare Rancherus Americanus bessere Möglichkeiten erhalten, seine Rinder schlachten, verarbeiten, verpacken und über die Grenzen der Bundesstaaten hinweg verkaufen zu können – selbstverständlich unter den höchsten Standards der Lebensmittelsicherheit. Denn im Reiche des Trumpius gilt: Freiheit ja, Salmonellen nein.
Die Legionen gegen die Fleischbarone
Besonders hart trifft der kaiserliche Zorn jene Unternehmen, die sich nach Auffassung des Imperiums unfairer, täuschender oder monopolistischer Praktiken bedienen.
Der uralte Packerius-et-Stockyardus-Actus von 1921 soll deshalb mit neuer imperialer Energie aus dem juristischen Mausoleum geholt werden.
Die Beamten des Agricultura-Ministeriums Maximus erhalten den Befehl, genauer hinzusehen, mehr zu ermitteln und insbesondere dort aufzuschlagen, wo Preise manipuliert, Produzenten benachteiligt oder Handelswege künstlich verengt werden.
Mehr Personal! Mehr Ermittler! Mehr Akten!
Und vermutlich auch mehr Menschen, die erklären können, warum eine Kuh in Nebraska wirtschaftspolitisch komplizierter geworden ist als der Bau eines Aquädukts.
Auch die ehrwürdigen Prätorianer des Departementum Justitiae sollen eng mit den Agrarlegionen zusammenarbeiten. Wenn irgendwo ein Fleischkartell sein Haupt erhebt, soll die geballte Macht des Kartellrechts darauf herabfahren wie ein römischer Streitwagen auf einen schlecht geparkten Einkaufswagen.
Innerhalb von 60 Tagen verlangt Trumpius einen Bericht über Ermittlungen, Personalbedarf und die große Strategie des kommenden Jahres.
Denn nichts sagt „Entbürokratisierung“ majestätischer als ein neuer Bericht binnen 60 Tagen.
Freie Fahrt für das Steak
Doch der Caesar will nicht nur bestrafen. Er will öffnen.
Mehr Bundesstaaten sollen an gemeinsamen Fleischkontrollprogrammen teilnehmen, kleine und sehr kleine Verarbeitungsbetriebe sollen technische Hilfe und Schulungen bekommen.
Außerdem verlangt der Imperator eine leicht zugängliche digitale Übersicht über Schlacht- und Verarbeitungsmöglichkeiten.
Mit anderen Worten:
Eine Art imperiales Google Maps für Rinder.
„Ihr befindet euch hier. Der nächste zugelassene Schlachthof liegt 27 Meilen nordöstlich. Möchtet Ihr die Route starten?“
Auch die Fleischkontrolle selbst soll modernisiert werden. Unnötige Berichtspflichten und übermäßig kleinteilige Vorgaben sollen verschwinden, sofern sie nicht tatsächlich der Lebensmittelsicherheit dienen.
Trumpius' Botschaft lautet sinngemäß:
Kontrolliert das Fleisch – aber zwingt den Metzger nicht, erst einen philosophischen Aufsatz über das Schnitzel einzureichen.
Der Coordinator Carnis
Damit niemand später behaupten kann, er habe von alledem nichts gewusst, soll innerhalb des Landwirtschaftsministeriums sogar ein eigener Koordinator eingesetzt werden.
Der Coordinator Carnis Maximus wird gewissermaßen kaiserlicher Verbindungsoffizier zwischen Ranchern, Metzgern, kleinen Verarbeitern und den Tiefen der Bundesbürokratie.
Ein Mann oder eine Frau, deren Aufgabe darin besteht, Probleme zu lösen, bevor der Rancher sein Rind persönlich nach Washington treiben muss.
Goldene Kredite für die Fleischprovinzen
Auch finanziell wird aufgerüstet.
Ein neues Kreditgarantieprogramm namens „Strengthening Processing for U.S. Ranchers“ soll kleinen und regionalen Rindfleischverarbeitern helfen, weiterzuarbeiten, zu wachsen und mehr unterschiedliche tierische Proteine zu verarbeiten.
Im Trumpius-Latein heißt das ungefähr:
Pecunia pro Carnibus.
Oder frei übersetzt:
Geld für Leute, die aus etwas mit vier Beinen etwas machen, das später zwischen zwei Brötchenhälften liegt.
Das große Ziel
Hinter all dem steht eine klare imperiale Idee: Amerikanische Rancher sollen mehr Möglichkeiten bekommen, amerikanische Tiere in Amerika zu verarbeiten und amerikanisches Fleisch an amerikanische Verbraucher zu verkaufen.
Geboren in Amerika.
Aufgezogen in Amerika.
Verarbeitet in Amerika.
Und wenn Trumpius es einrichten könnte, vermutlich persönlich mit einer goldenen USDA-Plakette versehen.
So endet das neue Edictum Carnis Americanae nicht mit einem Triumphzug, sondern mit etwas noch Mächtigerem:
mehr Ermittlungen, mehr Wettbewerb, mehr regionale Verarbeitung – und mehreren Berichten, die exakt 60 Tage später auf dem kaiserlichen Schreibtisch liegen sollen.
Die Rinder auf den Weiden schweigen dazu.
Aber irgendwo im fernen Washington glaubt man bereits, ein ehrfürchtiges Muhen gehört zu haben.

