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Trumpius Caesar und der ewige Eisvertrag von Greenlandia

22. September 2026  ·  admin  ·  3 Min. Lesezeit

Grafik: Trumpius Caesar erobert das Eis ganz friedlich
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WASHINGTONIA/NUUKIA – Es war ein großer Tag für das Imperium, vermutlich der größte Tag, den eine Eisfläche je erlebt hatte. Trumpius Caesar Magnus ließ verkünden, dass die Vereinigten Provinzen von America Maxima gemeinsam mit dem Königreich Danimarkia und dem frostigen Reich Greenlandia einen Vertrag geschlossen hätten, dessen Titel länger war als mancher arktische Winter.

Schon die Präambel stellte klar: Alle Beteiligten respektierten Demokratie, Menschenrechte, Völkerrecht, Selbstbestimmung, Umwelt, Fischerei, Jagd, Kultur und vermutlich auch die örtlichen Schlittenhunde. Vor allem aber respektierten sie den Wunsch des Imperiums, in Greenlandia künftig etwas mehr Platz für Flugzeuge, Schiffe, Satelliten, Radaranlagen, Militärbasen und den Goldenen Himmelsdeckel des Trumpius zu erhalten.

„Wir nehmen Greenlandia nicht“, erklärte Trumpius Caesar großmütig. „Wir modernisieren es lediglich so gründlich, dass man den Unterschied kaum noch erkennen kann.“

Die bestehende Weltraumbasis Pituffikia darf ausgebaut werden. Hinzu kommen neue Verteidigungsgebiete bei Narsarsuarum und Mestersvigium. Weitere Flächen können folgen, sobald das Imperium Bedarf anmeldet und alle Seiten sich gegenseitig versichern, dass die Sache selbstverständlich partnerschaftlich sei. Sollte sich der zuständige Ausschuss nicht einigen, wandert die Angelegenheit durch die Hierarchie der Ministerien, bis irgendwo jemand erschöpft nickt.

Auch unbemannte Militäranlagen sollen in einem beschleunigten Verfahren genehmigt werden können. Das ist besonders praktisch, denn Anlagen ohne Personal stellen keine unangenehmen Fragen und verlangen weder Heizkostenzuschüsse noch arktische Gefahrenzulagen.

Amerikanische Fluggeräte dürfen Greenlandia überfliegen und dort landen, imperiale Schiffe dürfen die Gewässer durchqueren und sogar unterhalb der Wasseroberfläche unterwegs sein. Alles selbstverständlich mit größtmöglicher Rücksicht auf die Lebensweise der Menschen. Rentier, Fischer und Atom-U-Boot sollen künftig in friedlicher Koexistenz denselben Horizont nutzen.

Trumpius Caesar lobte insbesondere die wirtschaftlichen Wohltaten des Abkommens. Aufträge für Bau, Wartung und Rückbau sollen nach Möglichkeit an Unternehmen aus Greenlandia vergeben werden. „Local jobs!“, jubelte der Imperator. Falls die einheimischen Betriebe zufällig keine goldenen Raketenkuppeln, orbitalen Frühwarnsysteme oder unterseeischen Verteidigungsanlagen liefern können, wird das Imperium gewiss mit selbstloser Hilfsbereitschaft einspringen.

Große Aufmerksamkeit widmet der Vertrag auch der Spionageabwehr. Gebäude in der Nähe imperialer Anlagen dürfen künftig nicht auf verdächtige Weise herumstehen. Wer neben einer Militärbasis einen Schuppen errichtet, muss deshalb möglicherweise nachweisen, dass sich darin tatsächlich nur Angelgerät befindet und nicht drei Agenten, eine Satellitenschüssel und ein chinesischer Kühlschrank.

Nicht zur NATO gehörende Staaten dürfen keine dauerhaften Militäranlagen errichten. Auch ausländische Investoren sollen in besonders empfindlichen Bereichen weder Kontrolle noch erheblichen Einfluss erhalten. Wer Mineralien, Häfen oder kritische Infrastruktur begehrt, benötigt künftig neben Geld auch den richtigen geopolitischen Stammbaum.

Der Vertrag besitzt vorsorglich kein Ablaufdatum. Selbst ein künftig unabhängiges Greenlandia soll sämtliche Verpflichtungen übernehmen und dem atlantischen Bündnis erhalten bleiben. Die Selbstbestimmung darf also frei ausgeübt werden – innerhalb des bereits markierten Sicherheitskorridors.

Am Ende ließ Trumpius Caesar eine goldene Landkarte ausrollen. Greenlandia war darauf nicht als Teil des Imperiums eingezeichnet. Es war lediglich vollständig von imperialen Pfeilen, Flugrouten, Verteidigungszonen und einem riesigen goldenen Schutzschirm bedeckt.

„Seht ihr?“, sprach der Caesar zufrieden. „Völlig souverän. Man erkennt es nur wegen unserer Sicherheitseinrichtungen nicht mehr.“

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