WASHINGTONIUM / PALATIUM ALBUM. Es gibt Präsidenten, die eröffnen Schulen. Es gibt Präsidenten, die fördern Universitäten. Und dann gibt es Imperator Donaldus J. Trumpius Maximus, der offenbar beschlossen hat, dass gewöhnliche Bildungseinrichtungen für seine kosmischen Ambitionen ungefähr so geeignet sind wie ein Tretroller für die Marsmission.
Mit einem majestätischen Federstrich verkündete Trumpius daher die Gründung einer präsidialen Kommission, deren heilige Mission nichts Geringeres ist als die Vorbereitung der Academia Stellaris Americana – einer neuen Bundesakademie für jene jungen Amerikaner, die später Raketen bauen, Satelliten dirigieren, Mondstaub verwalten und vermutlich irgendwann kontrollieren sollen, ob der Mars seine Zollformulare korrekt ausgefüllt hat.
Den Vorsitz der erlauchten Commissio Maxima Spatialis übernimmt der oberste Statthalter der NASA, fortan ehrfürchtig bekannt als Praefectus Astronauticus. Gemeinsam mit einer ausgesuchten Schar von Raumfahrtweisen soll er herausfinden, wie man aus normalen Studenten möglichst schnell technisch brillante, disziplinierte und staatstragende Weltraumlegionäre formt.
Denn Trumpius hat erkannt: Raketen allein gewinnen keine galaktischen Imperien. Man benötigt Menschen, die wissen, welcher Knopf die Triebwerke startet – und idealerweise nicht gleichzeitig die Kaffeemaschine abschaltet.
Die Academia Stellaris: Harvard mit Raketenantrieb
Die geplante Akademie soll technische Spitzenausbildung, Führungskraft, Disziplin und öffentlichen Dienst miteinander verbinden. Oder anders gesagt: MIT trifft West Point, beide steigen in eine Saturn-V-Rakete und Donaldus Trumpius sitzt vorne am Steuer.
Die Absolventen sollen später der militärischen, zivilen und kommerziellen Raumfahrt des Imperium Americanum dienen. Damit sie schon früh verstehen, dass das Universum kein rechtsfreier Raum ist, sondern vermutlich lediglich eine bislang unzureichend erschlossene amerikanische Wirtschaftszone.
Die Kommission soll nun Empfehlungen für praktisch alles vorlegen, was eine kaiserliche Weltraumhochschule benötigt: Lehrpläne, Aufnahmebedingungen, Führungsstruktur, Dienstpflichten der Absolventen, Pilotprogramme, Kooperationen, Gesetzgebung und natürlich die wichtigste aller Fragen:
Wo baut man das Ding hin?
Die Standortwahl dürfte traditionsgemäß völlig sachlich erfolgen, nachdem sämtliche Bundesstaaten erklärt haben, warum ausgerechnet ihre ehemalige Shopping Mall strategisch ideal für interplanetare Dominanz geeignet ist.
America First – jetzt auch oberhalb der Atmosphäre
Für Trumpius ist der Weltraum längst nicht mehr einfach dieses dunkle Zeug zwischen Erde und Mond. Er ist Sicherheitszone, Wirtschaftsraum, Forschungslabor, Innovationsmotor und vermutlich demnächst auch Wahlkampfbühne.
Amerikas Überlegenheit im All, so lautet die imperiale Botschaft, hänge nicht nur von Technologie ab, sondern auch von Charakter, Können und Stärke derjenigen, die Raketen entwickeln, Satelliten schützen und jene Industrien aufbauen, ohne die ein ordentliches Raumimperium kaum auskommt.
Die Academia Stellaris Americana soll deshalb die klügsten Nachwuchskräfte in technische Berufe locken, bei denen bislang mehr Stellen als Absolventen existieren.
Oder wie man es im Palatium Album ausdrücken könnte:
„Wir brauchen mehr Genies. Sehr viele Genies. Die besten Genies. Und vorzugsweise amerikanische.“
Trumpius, Architectus Cosmicus
Natürlich wäre keine kaiserliche Verkündung vollständig ohne einen Blick auf die bisherigen Heldentaten des Imperators.
Trumpius ließ bereits die Legio Spatialis, im gewöhnlichen Sprachgebrauch Space Force genannt, aus dem Boden stampfen – die erste neue Teilstreitkraft seit mehr als sieben Jahrzehnten. Während andere Regierungen noch darüber diskutierten, ob das All wirklich militärisch wichtig sei, hatte Trumpius vermutlich schon Uniformen bestellt.
In seiner ersten Regentschaft folgten sieben Space Policy Directives, die Amerika zurück zum Mond und darüber hinaus führen sollten. Das Artemis-Programm wurde zum Streitwagen der neuen amerikanischen Mondära.
Im April 2026 umrundeten amerikanische Astronauten mit Artemis II erstmals seit mehr als fünf Jahrzehnten wieder den Mond – sehr zur Erleichterung des Trabanten, der seit Apollo vermutlich befürchtet hatte, vergessen worden zu sein.
Hinzu kamen Dekrete für mehr Wettbewerb in der kommerziellen Raumfahrt, eine neue America-First-Weltraumpolitik und regulatorische Lockerungen, damit Raketenabschüsse künftig möglichst wenig durch jene traditionelle amerikanische Naturgewalt behindert werden, die selbst stärker ist als die Schwerkraft:
Formulare.
Bis 2030 sollen schließlich mehr als 1.000 Starts und Wiedereintritte jährlich auf amerikanischem Boden möglich sein.
Tausend.
Das sind fast drei Raketenbewegungen pro Tag.
Sollte Trumpius diesen Rhythmus noch persönlich kommentieren, dürfte irgendwann selbst Houston sagen:
„Sir, vielleicht heute einfach einmal keine Rakete.“
Doch für Donaldus Trumpius Maximus gibt es im Universum offenbar nur eine Richtung:
aufwärts.
Rom hatte Legionen.
Britannien hatte eine Flotte.
Trumpius bekommt jetzt eine Weltraumakademie.
Und irgendwo hinter dem Mond überprüft Mars vermutlich bereits vorsorglich seine Einreisebestimmungen.

