Empire of Trumpius
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Trumpius Maximus und die 65 Milliarden Fässer des Imperiums

31. August 2026  ·  admin  ·  5 Min. Lesezeit

Grafik: Trumpius Caesar und Venezuelas schwarzes Gold
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Es gibt Verträge. Es gibt große Verträge. Und dann gibt es Verträge, bei denen selbst Crassus kurz aus seinem Sarkophag schaut und fragt: „Moment – wie viel Öl war das gerade?“

Denn Imperator Donaldus Trumpius Maximus, Erster seines Namens, Bezwinger leerer Benzintanks, Beschützer der Zapfsäulen und Pontifex Maximus der strategischen Erdölreserve, hat nach Verkündung des Weißen Palatiums angeblich den größten Ölhandel seit Erfindung des Dinosauriers abgeschlossen.

Nicht ein paar Millionen Fässer. Nicht ein kleiner Ölhügel hinter Caracas.

Nein.

65 Milliarden Barrel venezolanisches Öl.

Zum Vergleich: Das amerikanische Imperium verfügt laut kaiserlicher Schriftrolle bislang über ungefähr 46 Milliarden Barrel bestätigte territoriale Reserven. Trumpius hat also sinngemäß einmal auf die Landkarte geschaut, Venezuela entdeckt und verkündet:

„Sehr schönes Öl. Wir nehmen das.“

Ein Jahrhundert Öl – zum Lieblingspreis des Imperators

Die venezolanischen Übergangsstatthalter gewährten der Gesellschaft North Americanus Blue Energius Partners – kurz NABEPius hundertjährige Konzessionen für 17 Ölfelder.

Hundert Jahre.

Damit hat der Vertrag ungefähr dieselbe Laufzeit wie ein durchschnittliches römisches Aquädukt und vermutlich eine längere Lebenserwartung als manche europäische Regierungskoalition.

Unterzeichnet wurde der große Ölpakt von Außenkonsul Marcus Rubius und Kriegspräfekt Petrus Hegsethius, die offenbar nur noch gefehlt haben, um auf einer Marmortafel den Satz einzumeißeln:

„Veni, vidi, raffinavi.“

Besonders majestätisch: Das amerikanische Schatzhaus soll dafür keinen einzigen Steuerdenar bezahlen.

Stattdessen erhält das sogenannte Officium Capitalis Strategicae des Kriegsministeriums stolze 35 Prozent Beteiligung an der Muttergesellschaft von NABEPius.

Trumpius nennt das vermutlich nicht Beteiligung.

Trumpius nennt das: „Gratis Eigentum. Sehr gutes Eigentum. Vielleicht das beste Eigentum der Geschichte.“

20 Prozent Öl zum Herstellungspreis

Noch römischer wird es beim Einkauf.

Das Außenministerium erhält das Recht, 20 Prozent der gesamten heutigen und zukünftigen Produktion zum Produktionspreis zu kaufen.

Mit anderen Worten: Während normale Sterbliche an der Tankstelle ehrfürchtig die Preistafel betrachten, bekommt das Imperium offenbar Großkundenkonditionen direkt aus der Quelle.

Damit soll unter anderem die strategische Erdölreserve wieder gefüllt werden, welche laut kaiserlicher Chronik vom gefallenen Vorgänger Josephus Bidenius Exhaustus auf historische Tiefstände gebracht worden sei.

Trumpius dürfte die Sache ungefähr so zusammenfassen:

„Bidenius hat das Fass geleert. Ich bringe 65 Milliarden neue.“

Für die übrigen 80 Prozent erhält Washington außerdem ein Vorkaufsrecht.

Falls also irgendwann irgendwo im amerikanischen Hinterhof plötzlich Öl benötigt wird, steht Trumpius bereits mit dem imperialen Einkaufswagen bereit.

Im Vorstand spricht man künftig amerikanisch

Natürlich wäre Trumpius Maximus nicht Trumpius Maximus, wenn er nur Öl bekäme.

Er bekommt auch Kontrolle.

Die amerikanische Regierung soll ein Vetorecht bei jeder Berufung in den Verwaltungsrat besitzen. Außerdem muss die Mehrheit der Vorstandsmitglieder aus US-Bürgern bestehen.

Dazu kommen amerikanische Wirtschaftsprüfer, amerikanische Anwälte, amerikanische Berater, amerikanisches Recht und amerikanische Gerichte.

Es fehlt eigentlich nur noch die Vorschrift, dass während jeder Vorstandssitzung ein Adler durchs Fenster fliegen muss.

Millionen neue Barrel venezolanischen Öls sollen zudem durch US-Raffinerien laufen, mit amerikanischer Technik gefördert und über amerikanische Infrastruktur verarbeitet werden.

Oder, wie es im Palatium vermutlich heißt:

„Venezolanisches Öl, amerikanische Rechnung.“

Venezuela erhält die größte Renovierung seit Caesar

Doch das Imperium verspricht nicht nur eigene Vorteile.

NABEPius möchte bis zu 100 Milliarden Dollar in neue venezolanische Ölinfrastruktur investieren. Tausende Arbeitsplätze sollen entstehen, Produktion soll steigen und Venezuelas Wirtschaft nach Jahren des Verfalls wiederbelebt werden.

Dafür soll NABEPius während der ersten 25 Jahre rund 200 Milliarden Dollar an Steuern und Förderabgaben entrichten.

Das ist selbst für Trumpius eine Menge Gold.

Die Einnahmen sollen nach kaiserlicher Planung dem Wiederaufbau Venezuelas und sozialen Projekten dienen. Amerikanische Kontrolleure und Finanzwächter sollen gleichzeitig darauf achten, dass das Geld tatsächlich beim Volk landet und nicht wieder irgendwo zwischen Präsidentenpalast, Ölministerium und mysteriösem Schweizer Bankkonto verschwindet.

Kurz gesagt:

Rom baut Straßen.

Trumpius baut Compliance.

Operation Absolutissima Resolutio

Das Ölgeschäft wird als Bestandteil eines größeren Plans beschrieben: Stabilisierung, Wiederaufbau und demokratischer Übergang nach dem Erfolg der ehrfurchtgebietend benannten Operation Absolute Resolve, die im Trumpius-Latein selbstverständlich Operatio Absolutissima Resolutio heißt.

Washington unterstützt zudem Aussöhnungsgespräche zwischen venezolanischen Institutionen und Übergangsbehörden.

Dabei seien Reformen der Justiz erreicht, politische Gefangene freigelassen und gemeinsame Wiederaufbauprogramme nach den schweren Juni-Erdbeben gestartet worden.

Weitere Gespräche sollen im September folgen.

Trumpius bringt also nicht nur Öl.

Trumpius bringt offenbar Demokratie, Raffinerien, Juristen und einen Terminplan.

Die Monroe-Doktrin bekommt einen goldenen Helm

Der dramatischste Teil der kaiserlichen Botschaft betrifft allerdings Russland und China.

Viele der neu vergebenen Ölfelder sollen zuvor von russischen oder chinesischen Unternehmen beziehungsweise Verbündeten der Regime von Maduro und Chávez kontrolliert worden sein.

Trumpius betrachtet dies als unerhörtes Eindringen fremder Mächte in das, was Washington seit mehr als zwei Jahrhunderten sehr dezent als seinen geopolitischen Vorgarten betrachtet.

Deshalb wird nun die Monroe-Doktrin aus dem Museum geholt, entstaubt, poliert, mit einem goldenen Adler versehen und wieder auf den Balkon gestellt.

Die Botschaft lautet:

„Hemisphaera nostra est.“

Unsere Hemisphäre.

Russland raus.

China raus.

Ölpumpen an.

Vom Hinterhof zum imperialen Energiepark

So entsteht das neue Trumpius-Modell internationaler Zusammenarbeit:

Venezuela besitzt das Öl.

Private Investoren fördern das Öl.

Amerikanische Unternehmen verarbeiten das Öl.

Washington kontrolliert Teile des Unternehmens.

Das Außenministerium darf günstig Öl kaufen.

Und Donaldus Trumpius Maximus erklärt anschließend, dass alles für Venezuela kostenlos, großartig und wahrscheinlich einmalig in der Geschichte sei.

Selbstverständlich.

Denn was wäre ein Trumpius-Vertrag ohne die Versicherung, dass er nicht nur gut, sondern der größte Vertrag aller Zeiten ist?

Und während irgendwo in Caracas der erste neue Bohrturm errichtet wird, dürfte über dem Weißen Palatium bereits das Banner flattern:

„Make Petroleum Roman Again.“

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