Es begab sich im glorreichen Jahre MMXXVI, als Donaldus J. Trumpius Maximus Caesar, Imperator der Vereinigten Provinzen von America Prima, Bezwinger schlechter Schlagzeilen und oberster Entkalker sämtlicher Bundesgewässer, seinen Blick auf eine der gefährlichsten Bedrohungen des Imperiums richtete:
Regen.
Nicht irgendeinen Regen. Nein. Besteuerten Regen.
Seit Jahren, so verkündeten die kaiserlichen Chronisten, hätten Bürger rund um die ehrwürdige Sinus Chesapeakus Geld entrichten müssen, weil Wasser gelegentlich die revolutionäre Idee entwickele, vom Himmel auf den Boden zu fallen.
Trumpius war erschüttert.
„Man stelle sich das vor“, soll Seine Majestät sinngemäß gedacht haben. „Das Wasser kommt kostenlos aus den Wolken, und irgendwo sitzt ein Amt und schickt anschließend eine Rechnung. Das ist beinahe so genial wie meine Geschäftsideen – nur leider nicht von mir.“
Das alte Edikt muss weg
Schuld an der imperialen Verwirrung sei unter anderem ein uraltes Schriftstück aus dem Jahre 2009 gewesen: Edictum Obamicum CXXXV-VIII, erlassen unter Kaiser Barackius Obamus.
Dieses Dokument hatte Behörden, Bundesstaaten und Kommunen dazu angehalten, den Chesapeake Bay zu schützen und ökologisch wiederherzustellen.
Doch für Trumpius war eines klar: Wenn ein Verwaltungsdokument bereits siebzehn Jahre alt ist, kann es unmöglich noch modern sein.
Es sei denn, es trägt seinen Namen.
Also hob Trumpius Caesar das alte Dekret mit der elegantesten politischen Methode des Imperiums auf:
Secundus Absatzus: Weg damit.
Damit begann die große kaiserliche Reform des Wassers.
Der Chesapeake Bay wird jetzt messbar sauber
Trumpius stellte klar, dass Umweltschutz selbstverständlich wichtig sei.
Sehr wichtig sogar.
Aber künftig müsse er vor allem eine Eigenschaft besitzen, die jeder kaiserliche Erfolg benötigt:
Man muss ihn messen können.
Sedimente? Messen.
Phosphor? Messen.
Stickstoff? Messen.
Wasserqualität? Messen.
Applaus für Trumpius? Möglichst ebenfalls messen.
Denn das Imperium habe bereits große Fortschritte gemacht. Weniger Schmutz gelange in die Bucht, Riffe seien restauriert worden, und Wissenschaftler erwarteten für 2026 eine vergleichsweise kleine sauerstoffarme Zone.
Für den Kaiser bedeutete das selbstverständlich:
Die Natur hatte seine Amtsführung offenbar bereits verstanden.
Sechs Ministerien marschieren zum Wasser
Zur Rettung der kaiserlichen Bucht wurden nun die mächtigsten Behörden mobilisiert.
Der Secretarius Belli, der Praefectus Interioris, der Agriculturus Maximus, der Commercius Supremus, der Custos Patriae sowie die ehrwürdige Administratio Protectionis Aquarum et Aeris erhielten den Auftrag, sämtliche Programme zu prüfen.
Geld solle künftig nicht mehr in Projekte fließen, die lediglich hervorragend aussehen, wunderbar klingen oder beeindruckende PowerPoint-Präsentationen produzieren.
Stattdessen müsse das Geld dorthin, wo tatsächlich etwas passiere.
Mit anderen Worten:
Die Verwaltung soll Ergebnisse produzieren.
Ein Konzept, das in mehreren Bundesbehörden zunächst vorsorglich zur rechtlichen Prüfung gegeben wurde.
Der Aufstand gegen den Pluvia-Tributus
Besonders majestätisch fiel Trumpius’ Feldzug gegen die sogenannten Stormwater Management Fees aus.
Der Kaiser nannte sie sinngemäß das, was politisch wesentlich besser klingt:
Regensteuer.
Nun soll die EPA gemeinsam mit Marylandia, Virginia Magna, Pennsylvania Superior, Delaware Minimus, Nova Eboracum, Virginia Occidentalis und dem Districtus Columbiana untersuchen, wie stark diese Gebühren Bürger finanziell belasten.
Anschließend sollen Möglichkeiten gefunden werden, die Wasserqualität zu verbessern, ohne den Bewohnern ständig neue Rechnungen zu schicken.
Und schließlich sollen die Länder und Kommunen freundlich ermutigt werden, entsprechende Gebühren abzuschaffen.
Wie freundlich diese Ermutigung ausfallen wird, ließ das Dekret offen.
Im Imperium Trumpius bedeutet „ermutigen“ allerdings traditionell ungefähr:
„Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr freiwillig genau das tut, was der Kaiser beschlossen hat.“
Wissenschaft! Aber bitte mit Tabellen
Besonders bemerkenswert ist der neue kaiserliche Respekt vor wissenschaftlichen Daten.
Strategien sollen auf objektiven Kennzahlen, empirischen Daten und wissenschaftlichen Analysen beruhen.
Ein revolutionärer Ansatz.
Künftig soll also nicht mehr nur behauptet werden, dass etwas funktioniert.
Es soll tatsächlich dokumentiert werden.
Sediment runter?
Häkchen.
Phosphor runter?
Häkchen.
Stickstoff runter?
Häkchen.
Trumpius zufrieden?
Doppelhäkchen mit goldenem Rand.
Und wer bezahlt das Dekret?
Wie jedes wahrhaft majestätische Gesetz endet auch dieses Dokument mit mehreren Absätzen, die erklären, was es alles nicht bedeutet.
Niemand erhält dadurch automatisch neue einklagbare Rechte.
Bestehende Behördenkompetenzen bleiben bestehen.
Alles gilt nur, solange der Kongress genügend Geld bereitstellt.
Und schließlich wurde auch die wichtigste Frage der modernen Staatskunst beantwortet:
Wer bezahlt eigentlich die Veröffentlichung dieses kaiserlichen Meisterwerks?
Die Umweltbehörde.
Natürlich.
Denn wenn der Kaiser ein Dekret gegen teure Wasserverwaltung erlässt, wäre es schließlich geradezu unimperial, die Rechnung selbst zu übernehmen.
So beginnt also das neue Zeitalter der Aqua Trumpiana:
Sauberes Wasser, messbare Ergebnisse, weniger Regengebühren – und über allem thront Donaldus Trumpius Maximus Caesar, der erste Herrscher der Geschichte, der dem Himmel praktisch erklärt hat:
„Du darfst regnen. Aber schick meinen Bürgern keine Rechnung.“

