Wie der Imperator dem Chesapeake befahl, sauberer zu werden – und dem Regen, endlich seine Steuererklärung zurückzugeben
Es gibt Probleme, die gewöhnliche Herrscher mit Gesetzen, Behörden und jahrelangen Programmen lösen. Und dann gibt es Donaldus Trumpius Maximus Caesar, Imperator der Vereinigten Provinzen von America Magna, Bezwinger der Bürokratie, Schutzherr des Portemonnaies und seit neuestem offenbar auch persönlicher Wasserwart des Chesapeake.
Am 16. September des glorreichen Jahres 2026 erhob Trumpius die goldene Feder und unterzeichnete einen neuen kaiserlichen Erlass. Sein Ziel: saubereres Wasser, weniger Verwaltung und vor allem die Vernichtung einer der offenbar größten Bedrohungen der westlichen Zivilisation seit Hannibal die Alpen überquerte:
der Regensteuer.
Ja, richtig gelesen.
Im Imperium hatte sich nach Darstellung des Weißen Marmortempels eine geradezu perfide Idee verbreitet: Wenn Wasser vom Himmel fällt, über Dächer läuft und anschließend irgendwohin muss, könnte dessen Bewirtschaftung tatsächlich Geld kosten.
Für Trumpius Caesar ein unhaltbarer Zustand.
Denn Regen, so lautet die unausgesprochene kaiserliche Naturphilosophie, sei schließlich kostenlos. Er werde vom Himmel geliefert, komme ohne Verpackung und habe bislang noch keine Rechnung beigelegt.
Damit musste Schluss sein.
Obamius und das uralte Schriftrollenproblem
Verantwortlich für das wasserpolitische Chaos war selbstverständlich ein Erlass aus längst vergangenen Zeiten: Imperator Obamius I., der bereits 2009 eine Schriftrolle namens Executive Order 13508 hinterlassen hatte.
Diese enthielt nach Meinung des heutigen Hofes so viel „vage und verwirrende“ Sprache, dass Kommunen offenbar beim Lesen spontan auf die Idee kamen, Gebühren für Regenwassermanagement zu verlangen.
Trumpius tat daher, was jeder große Caesar tut, wenn ein Dokument aus der Vergangenheit kompliziert aussieht:
Er hob es auf.
Nicht den Regen.
Den Erlass.
Damit war bereits ein wesentlicher Teil der Umweltpolitik abgeschlossen.
Sechs Minister, eine Bucht und der Befehl: Macht irgendetwas Messbares!
Nun wurden die kaiserlichen Statthalter zusammengerufen: der Agriculturus Maximus, der Handelspräfekt, der Heimatschutztribun, der Innenminister, der ehrwürdige Secretarius Belli sowie die Oberpriester der Environmental Protection Agency.
Ihre Mission:
Bundesgeld solle nicht länger dorthin fließen, wo Berichte entstehen, Sitzungen stattfinden oder Menschen PowerPoint-Präsentationen mit dem Titel „Integrated Watershed Strategic Framework Phase III“ produzieren.
Stattdessen sollen Projekte finanziert werden, bei denen man hinterher tatsächlich erkennen könne, dass etwas passiert sei.
Eine revolutionäre Idee.
Im Regierungsviertel sollen daraufhin mehrere Verwaltungsakten kurz nervös gezittert haben.
Trumpius verlangt fortan Ergebnisse direkt vor Ort: weniger Nährstoffe im Wasser, weniger Sedimente, bessere Wasserqualität und möglichst wenig Geld, das auf seinem Weg zur Chesapeake Bay in Konferenzräumen verdunstet.
Der Imperator entdeckt Effizienz
Besonders stolz berichtet der Hof, dass die Environmental Protection Agency bereits Verwaltungsstrukturen gestrafft, Fördervereinbarungen zusammengelegt und Bürokratiekosten reduziert habe.
Dadurch könne mehr Geld unmittelbar in Projekte fließen.
Für die kaiserliche Kommunikation ist dies natürlich nicht einfach eine Verwaltungsreform.
Es ist ungefähr die umweltpolitische Version der Eroberung Galliens.
Wo andere Regierungen sagen würden:
„Wir haben einige Förderverfahren konsolidiert“,
verkündet Trumpius sinngemäß:
„Ich habe die Bürokratie besiegt. Niemand hat jemals Bürokratie so besiegt wie ich.“
Und wie es sich für ein echtes Trumpius-Dokument gehört, bleibt der Chesapeake natürlich nicht lange allein.
Denn sobald der Imperator einmal über Wasserqualität spricht, führt der Weg unweigerlich zu Autos, Landwirtschaft, Reparaturen, Abgasvorschriften und der großen Frage, warum überhaupt irgendjemand irgendetwas regulieren möchte, solange Donaldus persönlich noch einen goldenen Kugelschreiber besitzt.
Vom Chesapeake direkt zum Autohaus
Der Hof erinnert daher ehrfürchtig an frühere Heldentaten des Caesars.
Da wären etwa weniger strenge Verbrauchsvorgaben für Fahrzeuge, die Abschaffung früherer Umweltregulierungen sowie neue Regeln, durch die Bauern ihre Maschinen und Bürger ihre Fahrzeuge leichter selbst reparieren sollen.
Alles wird zusammengeführt unter der großen imperialen Doktrin:
Sauberes Wasser, günstige Autos, reparierbare Traktoren und möglichst wenig Verwaltung.
Ein politisches Gesamtkunstwerk, bei dem man morgens den Chesapeake restauriert, mittags einen Dieselmotor verteidigt und abends noch schnell der Bundesregierung erklärt, sie möge bitte weniger Formulare produzieren.
Die neue Wasserordnung des Imperiums
Am Ende steht die große Botschaft aus dem Palatium Trumpianum:
Jeder Dollar soll kontrolliert werden.
Jedes Programm soll Ergebnisse liefern.
Jede Behörde soll erklären können, wofür sie Geld ausgibt.
Und jeder Regentropfen darf weiterhin kostenlos aus den Wolken fallen.
Ob sich die Chesapeake Bay von der kaiserlichen Verwaltungsreform tatsächlich beeindruckt zeigt, bleibt abzuwarten. Gewässer besitzen bekanntlich die lästige Eigenschaft, weder Pressekonferenzen zu verfolgen noch Executive Orders zu lesen.
Doch im Reich des Donaldus Trumpius Maximus Caesar gilt ohnehin eine andere Naturgesetzgebung:
Wenn der Imperator erklärt, dass Wasser sauberer wird, dann wird Wasser sauberer.
Und sollte die Bucht widersprechen, dürfte spätestens morgen ein Fact Sheet erscheinen, das bestätigt:
Noch nie war sie so unglaublich sauber. Vielleicht die sauberste Bucht, die irgendein Caesar jemals gesehen hat.

