Empire of Trumpius
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Trumpius Caesar eröffnet die Große Kaiserliche Jagdsaison

17. September 2026  ·  admin  ·  4 Min. Lesezeit

Grafik: Trumpius Caesar ruft zur großen Jagd
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Aus dem Palatium Album zu Washingtonia erreicht uns eine Kunde von wahrhaft majestätischer Tragweite: Imperator Donaldus Trumpius Maximus hat beschlossen, dass Amerika wieder jagen soll. Mehr. Freier. Größer. Und selbstverständlich unter einer Herrschaft, unter der selbst ein Hirsch vermutlich zunächst seine Aufenthaltserlaubnis prüfen lässt.

Im Reich des Trumpius ist nämlich festgestellt worden, dass eines der größten Probleme der modernen Zivilisation nicht etwa Steuerformulare, Haushaltsdefizite oder Menschen sind, die in Videokonferenzen „Du bist noch auf stumm“ sagen.

Nein.

Es ist die Bürokratie zwischen dem Amerikaner und seinem Hirsch.

Und damit ist jetzt Schluss.

Der Imperator hat deshalb ein neues kaiserliches Dekret erlassen, durch welches das ehrwürdige amerikanische Jagderbe nicht einfach geschützt, sondern reinvigoriert, also politisch gesehen ungefähr mit Starthilfekabeln an einen V8-Motor angeschlossen wird.

Der Wald gehört wieder dem Volk – sofern das Volk einen Jagdschein hat

Zunächst soll Innenminister Silvanus Interiorus prüfen, auf welchen Bundesflächen künftig zusätzliche Jagdmöglichkeiten eröffnet werden können.

Historische und wissenschaftlich bedeutende Dinge sollen dabei selbstverständlich geschützt bleiben.

Denn selbst im Imperium gilt:

Man darf auf vieles schießen.

Aber bitte nicht auf den Nationalpark-Parkplatz, die archäologische Ausgrabung oder das Informationsschild, auf dem steht, dass man nicht auf das Informationsschild schießen soll.

Gleich mehrere Ministerien werden außerdem damit beauftragt, Regeln zu untersuchen, die bislang verhindern, dass Bürger Wälder betreten, Wege reparieren, Wildbestände verwalten oder invasive Arten bekämpfen.

Mit anderen Worten:

Wo früher ein Formular stand, soll künftig möglicherweise ein Jäger stehen.

Das ist Verwaltungsmodernisierung nach Trumpius-Art.

Kaiserliche Technologieoffensive: Rollstuhl trifft Waldweg

Auch Menschen mit Behinderungen sollen besseren Zugang zu Jagdgebieten erhalten. Assistive Technik auf Wegen und an Jagdplätzen soll erleichtert werden.

Ein Punkt, den selbst die kaiserliche Satirekanzlei überraschend vernünftig findet.

Doch Trumpius wäre nicht Trumpius, wenn nicht unmittelbar daneben wieder ein politischer Büffel durchs Porzellan laufen würde.

Denn auch traditionelle Bleimunition und Angelgeräte sollen wieder stärker zugelassen werden.

Das Motto lautet offenbar:

Make Ammunition Traditional Again.

Was genau „traditionell“ bedeutet, entscheidet im Imperium selbstverständlich jene Behörde, die gerade damit beschäftigt ist, möglichst viele Behördenregeln abzuschaffen.

Das große amerikanische Grundstückspuzzle

Ein weiteres Problem hat der Imperator ebenfalls entdeckt:

Amerikanisches Land sieht gelegentlich aus wie ein Schachbrett.

Bundesland hier.

Privatland dort.

Noch ein Stück Bundesfläche dahinter.

Und irgendwo mittendrin steht ein Amerikaner mit Gewehr, Geländewagen und der zunehmend philosophischen Frage:

„Wie komme ich da eigentlich hin?“

Die Minister Agriculturus Maximus, Bellator Pentagonicus, Mercator Commercialis und erneut Interiorus sollen daher sogenannte eingeschlossene Grundstücke besser zugänglich machen.

Freiwillige Wegerechte, Flächentausch und Kooperationen sollen helfen.

Private Eigentumsrechte bleiben natürlich heilig.

Denn im Trumpius-Imperium darf der Staat fast alles.

Nur nicht über deinen Vorgarten laufen.

Schluss mit dem Computer im Fluss

Besonders majestätisch wird es bei beliebten Flusszugängen.

Dort gibt es offenbar Lotterien zur Vergabe von Zugangsrechten.

Trumpius Caesar hat erkannt, dass sogar dort Computer ihr Unwesen treiben.

Automatische Einträge sollen verboten werden.

Stattdessen sollen amerikanische Bürger bevorzugt werden sowie Bewerber, die bisher bei der Vergabe leer ausgegangen sind.

Die Botschaft ist klar:

Ein Algorithmus wird keinen amerikanischen Fluss besitzen.

Jedenfalls nicht, solange Donaldus Trumpius Maximus noch einen Füllfederhalter und ein Executive Order besitzt.

Sonntags gehört Daddy der Wald

Auch die Jagd auf Zugvögel soll regulatorisch vereinfacht werden.

Die Bundesstaaten werden zudem ermuntert, mehr Sonntagsjagd zu ermöglichen.

Damit könnte der klassische amerikanische Sonntag künftig folgendermaßen aussehen:

Frühstück.

Kirche.

Pickup.

Wald.

Peng.

Football.

Ein kulturelles Gesamtpaket, das vermutlich bald als UNESCO-Weltkulturerbe beantragt wird.

Jugendförderung mit Tarnjacke

Besonderes Augenmerk richtet der Imperator auf junge Amerikaner und Veteranen.

Arbeitsministerium, Bildungsministerium, Innenministerium und Veteranenministerium sollen Möglichkeiten und finanzielle Anreize suchen, um die Jagdtradition an kommende Generationen weiterzugeben.

Andere Länder fördern Programmieren, Naturwissenschaften oder Fremdsprachen.

Das Trumpius-Imperium sagt:

Warum nicht zusätzlich Wildschwein?

Vielleicht entsteht demnächst das neue Schulfach:

Advanced Placement Deer Management.

Mit Wahlpflichtkurs „Elch“.

Wild für Schulen und Tafeln

Erlegtes Wild soll außerdem stärker gespendet werden können – etwa an Schulen, Lebensmittelausgaben und staatliche Hilfsprogramme.

Aus „Farm to Table“ wird damit:

Forest to Cafeteria.

Montag: Pizza.

Dienstag: Nudeln.

Mittwoch: Vielleicht Hirsch.

Die amerikanische Schulkantine tritt damit in eine kulinarische Epoche ein, für die vermutlich selbst Ernährungswissenschaftler zunächst ein Executive Order benötigen.

Trumpius gegen das rote Band

Das eigentliche Lieblingswild des Imperators bleibt jedoch die Bürokratie.

Jahrelang, verkündet der Hof, hätten vorherige Regierungen amerikanische Jäger mit Vorschriften, Zugangsregeln und Verwaltungsaufwand gequält.

Nun werde das „Red Tape“ durchschnitten.

Vermutlich mit einem sehr großen goldenen Messer.

Der Imperator erinnert dabei selbstverständlich an seine bisherigen Heldentaten.

An den Great American Outdoors Act.

An neue Wege.

Neue Wildnisflächen.

Mehr Jagd- und Angelmöglichkeiten.

An die Öffnung gewaltiger Bundesflächen für Energiegewinnung.

An die Reform von Umweltprüfungen.

An die Make America Beautiful Again Commission, die schon aufgrund ihres Namens klingt wie eine Mischung aus Naturschutzbehörde, Schönheitswettbewerb und Immobilienprospekt.

Auch Vorschriften des Bureau of Land Management wurden zurückgenommen.

Straßenlose Waldgebiete sollen wieder stärker erschlossen werden können.

Und selbstverständlich wird all dies gleichzeitig als Naturschutz verkauft.

Denn im Trumpius-Imperium gilt die wundervolle politische Gleichung:

Mehr Straßen + mehr Holzeinschlag + mehr Energiegewinnung + mehr Jagd

Beautiful America.

Die Mathematik dahinter ist streng kaiserlich geprüft.

Eine neue Ära beginnt

So steht Amerika nun vor einer goldenen Epoche des Jagderbes.

Die Wälder sollen geöffnet werden.

Die Regeln sollen fallen.

Die Tiere sollen gedeihen.

Die Jäger sollen jagen.

Die Jugend soll lernen.

Und irgendwo im Weißen Palast betrachtet Donaldus Trumpius Maximus vermutlich eine Landkarte voller Nationalparks und denkt:

„So viel Grün.“

„Unglaublich viel Grün.“

„Wunderschönes Grün.“

„Aber könnte man dort vielleicht noch eine Straße bauen?“

Denn niemand schützt die amerikanische Wildnis so majestätisch wie Trumpius Caesar.

Vor allem dann, wenn man sie vorher erschließt.

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