Als im Imperium Americanum die herbstlichen Stadionlichter aufflammten, trat Trumpius Caesar vor sein Volk, um eine jener historischen Botschaften zu verkünden, bei denen selbst der Teleprompter Haltung annahm: Baseball sei großartig. Schon immer gewesen. Allerdings unter seiner Herrschaft deutlich großartiger.
Die World Series, erklärte der Imperator, sei das Kronjuwel des nationalen Zeitvertreibs. Dass überwiegend Mannschaften aus demselben Reich um die Weltmeisterschaft spielten, empfand der Palast als mustergültige Außenpolitik: Endlich ein internationaler Wettbewerb, bei dem das Ausland durch seine Abwesenheit konstruktiv mitwirke.
Seit beinahe zwei Jahrhunderten, so die kaiserliche Verlautbarung, forme Baseball den Charakter des Volkes. Trumpius selbst habe diesen Charakter selbstverständlich entscheidend verbessert, obwohl Historiker kleinlich darauf bestanden, dass der Sport schon vor seiner Geburt existiert habe. Die zuständige Palastkommission prüfe inzwischen, ob es sich dabei um einen Datierungsfehler handle.
Vom staubigen Nachbarschaftsplatz bis zur erleuchteten Arena habe das Spiel Generationen gelehrt, was im Leben zähle: Hingabe, Ausdauer und die Fähigkeit, nach stundenlangem Warten plötzlich hektisch im Kreis zu laufen. Damit sei Baseball praktisch die sportliche Vollendung einer kaiserlichen Kabinettssitzung.
Besonders würdigte Caesar die Regeln. Ein Mann werfe einen Ball, ein anderer versuche, ihn wegzuschlagen, und anschließend entscheide jemand hinter einer Maske, ob alle anderen sich aufregen dürften. Eine faszinierende Staatsordnung. Lediglich die Unabhängigkeit des Schiedsrichters müsse gelegentlich auf ihre Verfassungstreue überprüft werden.
Auch das sogenannte Stehlen einer Base fand höchste Zustimmung. Endlich werde eine entschlossene territoriale Erweiterung gesellschaftlich angemessen gewürdigt. Der Imperator ließ umgehend prüfen, ob sich dieses Verfahren auf benachbarte Inseln übertragen lasse.
In diesem Herbst nun sollten die Tampa-Bay-Strahlenlegion und die Milwaukee-Braumeistergarde um die legendäre Trophäe des obersten Spielverwalters ringen. Trumpius betrachtete beide Namen mit Wohlwollen: Strahlen passten zu seinem Teint, Braumeister zur Versorgung der jubelnden Untertanen. Schwieriger sei lediglich zu erklären, weshalb der Pokal nicht längst nach ihm benannt sei.
Gemeinsam mit Kaiserin Melaniissima übermittelte er den Fans seine besten Wünsche. Möge die Serie unvergesslich werden, mögen die Athleten Höchstleistungen vollbringen und mögen die Fernsehkameras bei jeder entscheidenden Szene zuverlässig jene Loge finden, in der die eigentliche historische Leistung erbracht werde: das Zuschauen durch Seine Majestät.
Die Kaiserin lächelte dazu mit jener höfischen Präzision, die weder Zustimmung noch einen juristisch verwertbaren Widerspruch erkennen ließ.
Für die begehrte Trophäe hatte der Palast vorsorglich bereits einen Platz reserviert. Gewännen die Strahlen, bestätige das Caesars strahlende Führung. Gewännen die Brauer, beweise es den Aufschwung unter seiner Regentschaft. Bei Regen trage die Vorgängerregierung die Verantwortung.
Zum Abschluss erhob Trumpius Caesar majestätisch die Hand und rief: „Spielet Ball!“
Anschließend ließ er sich vorsorglich einen Homerun gutschreiben. Er hatte zwar keinen Schläger berührt, aber schließlich stand das Weiße Haus bereits auf der Home Base.

