MICHIGANIA – Provinz der Pick-ups, Presswerke und patriotischen Kolben.
Im glorreichen Reiche des Imperators Donaldus Trumpius Maximus drehen sich nicht nur die Räder der Geschichte wieder – inzwischen laufen sie offenbar im Dreischichtbetrieb vom Band.
Zur Verkündung dieses jüngsten industriellen Triumphzuges wurde Viceimperator J.D. Vancius Rusticus persönlich in die nördliche Provinz Michigania entsandt. Dort soll er den Bürgern berichten, dass Betrug verfolgt, Fabriken wiederbelebt, Pick-ups vervielfacht und vermutlich auch rostige Schraubenschlüssel unter dem Banner „America First“ neu vergoldet werden.
Die Botschaft des Palastes ist eindeutig: Wo Trumpius regiert, wachsen Fabrikhallen schneller als Senatorenreden.
Generalus Motors marschiert wieder
Allen voran zieht das mächtige Haus Generalus Motoricus mit sechs Milliarden imperialen Dollars in die industrielle Schlacht. Das Werk von Orion Township soll erweitert werden, in Flint wird wegen der offenbar unstillbaren Sehnsucht des Volkes nach Pick-ups eine zusätzliche Überstundenschicht ausgerufen.
Auch Fordius Motor Maximus öffnet seine Schatzkammern und investiert drei Milliarden Dollar in den BlueOval Battery Park zu Marshallum. 1.700 neue Arbeitsplätze sollen entstehen, während das Truck-Werk zu Dearborn bereits eine dritte Schicht einlegt.
Die F-Serie verkauft sich weiterhin so erfolgreich, dass man im Palast vermutlich darüber nachdenkt, sie künftig neben Adler und Lorbeerkranz als offizielles Symbol des Imperiums einzuführen.
Stellantus Multibrandus wiederum verteilt seine Investitionen wie Brotkrumen über Michigania: 388 Millionen für einen Megahub, 140 Millionen für Detroit und weitere 100 Millionen für Warren.
Selbst Detroitus Dieselus, einst vom Geist der Entlassungen heimgesucht, ruft Arbeiter zurück und lässt eine dritte Schicht antreten.
Trumpius hätte vermutlich gern auch eine vierte. Schließlich schlafen Fabriken nur in Ländern mit schlechten Zöllen.
Der Große industrielle Milliardenregen
Doch Autos allein sind dem Imperator offenbar zu gewöhnlich.
OpenAIus, Oraculum Corporationis und Relatedus Digitalis errichten bei Saline Township einen gewaltigen Datenzentrumskomplex für mehr als sieben Milliarden Dollar. Tausende Bauarbeiter und Hunderte dauerhafte Beschäftigte sollen dort künftig dafür sorgen, dass künstliche Intelligenz genügend Strom bekommt, um irgendwann erklären zu können, weshalb jeder neue Serverraum inzwischen ungefähr die Größe von Luxemburg benötigt.
Prattus Industrius verspricht fünf Milliarden zur Reindustrialisierung des Reiches.
Corningius Glassicus investiert 1,5 Milliarden in Saginaw County.
Chobanius Yogurtus Maximus legt 567 Millionen Dollar auf den Altar der Milchverarbeitung und erweitert seine La-Colombe-Produktion. Damit wird Michigania künftig nicht nur mehr Maschinen, sondern offenbar auch mehr Kaffeegetränke und Joghurt produzieren als einige europäische Volkswirtschaften zusammen.
Hinzu kommen GE Aerospatius, Saginawus Controlus, Adrianus Steelus und Rheinmetallus Americanus, die gemeinsam weitere Millionen in Flugzeugtechnik, Stahl, Maschinen und vermutlich sehr patriotische Schrauben investieren.
Steuern? Nicht für die Legionäre!
Natürlich wäre eine Trumpius-Verkündung unvollständig ohne die feierliche Austreibung mindestens dreier Steuerarten.
Rund 1,7 Millionen Senioren in Michigania sollen von neuen Abzügen profitieren.
Überstunden? Weniger Steuer.
Trinkgeld? Weniger Steuer.
Zinsen auf Kredite für in Amerika gefertigte Autos? Ebenfalls steuerlich begünstigt.
Die Botschaft lautet: Wer arbeitet, fährt und Trinkgeld erhält, soll möglichst viel davon behalten – sofern sein Steuerberater das Dekret vollständig verstanden hat.
Durchschnittliche Steuererstattungen von 3.508 Dollar werden ebenfalls als Beweis imperialer Großzügigkeit angeführt.
Und dann geschieht das wahre Wunder.
Im offiziellen Lobgesang auf Michigan heißt es plötzlich, die Steuerreform habe 170.000 Arbeitsplätze in Texas, 30 Milliarden Dollar texanisches Bruttoinlandsprodukt und 15 Milliarden Dollar texanische Löhne geschützt.
Texas.
Mitten in Michigan.
Offenbar ist das Imperium inzwischen so effizient, dass Erfolge selbst Staatsgrenzen überspringen.
„Veni, vidi, falsche Provinz.“
Detroitus wird sicherer
Auch bei der Kriminalität verkündet der Palast große Siege.
2026 seien Gewaltstraftaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. Tötungsdelikte um 19 Prozent, Vergewaltigungen um 18 Prozent und Raubüberfälle um 17 Prozent.
Bereits 2025 seien Gewaltkriminalität und Fahrzeugdiebstähle zurückgegangen.
Detroit selbst habe mit weniger als 200 Tötungsdelikten den niedrigsten Stand seit 1964 erreicht.
Für den kaiserlichen Hof ist damit klar:
Michigania produziert wieder Autos, Motoren, Batterien, Joghurt, Flugzeugteile, Rechenzentren und gute Nachrichten.
Und während Vancius Rusticus durch die Fabrikhallen schreitet, kann Imperator Trumpius vom goldenen Balkon des Weißen Palastes verkünden:
„Michigan macht wieder Dinge. Viele Dinge. Riesige Dinge. Wahrscheinlich die besten Dinge, die jemals in drei Schichten hergestellt wurden.“

