Wenn Imperator Donaldus Magnus Trumpius Caesar nach Texanien reist, spricht man selbstverständlich nicht von einem gewöhnlichen Besuch. Nein. Ein Besuch ist etwas für Provinzgouverneure, Versicherungsvertreter und Leute, die ihren Schwager am Sonntag zum Grillen sehen wollen.
Wenn Trumpius kommt, erscheint Geschichte persönlich.
Die Sonne steigt über dem Lone-Star-Imperium ein wenig höher, die Rinder stehen strammer auf der Weide, Ölquellen pumpen aus patriotischer Begeisterung freiwillig drei Prozent schneller, und irgendwo in San Antonius beginnt ein Pickup-Truck spontan, „Hail to the Chief“ zu hupen.
Denn aus dem Palatium Album zu Washingtonia wurde verkündet: Texanien geht es hervorragend.
Und selbstverständlich liegt das am Kaiser.
Steuern? Trumpius erklärt sie teilweise für besiegt
Im Zentrum der kaiserlichen Erfolgsschrift stehen die Working Families Tax Cuts, zu Deutsch ungefähr: „Das große imperiale Geld-zurück-in-die-Hosentasche-Gesetz“.
Rund jeder vierte arbeitende Texaner soll demnach auf bestimmte Überstunden keine Bundeseinkommensteuer mehr zahlen.
Damit wurde ein jahrtausendealtes wirtschaftliches Problem endlich gelöst: Wer länger arbeitet, soll anschließend zumindest genug Geld behalten, um sich darüber zu ärgern, dass er länger gearbeitet hat.
Auch ungefähr vier Millionen texanische Senioren profitieren laut Hofkanzlei von einem neuen Steuerabzug.
Trumpius nannte dies vermutlich nicht einfach Steuerpolitik, sondern würde es in angemessener kaiserlicher Sprache eher beschreiben als:
„Die größte finanzielle Befreiung älterer Menschen seit der Erfindung des Frühbucherrabatts.“
Die durchschnittliche Steuerrückzahlung in Texanien habe zudem 4.344 Dollar betragen – der zweithöchste Wert des Imperiums.
Zweiter Platz?
Eine kurzfristig unangenehme Zahl.
Im Palatium wird deshalb bereits geprüft, ob man „zweithöchster Wert“ künftig gesetzlich als „praktisch Erster“ bezeichnen kann.
Auch das Landvolk erhält kaiserliche Münzen
Etwa 281 Millionen Dollar sollen im ersten Jahr über das Rural Health Transformation Program nach Texanien fließen.
547.000 Arbeitsplätze seien durch die Steuerpolitik geschützt worden, ebenso 107 Milliarden Dollar Wirtschaftsleistung und 51 Milliarden Dollar Arbeitnehmereinkommen.
Das sind Zahlen von solcher Größe, dass normale Menschen anfangen würden, Taschenrechner zu benutzen.
Trumpius braucht keinen.
Trumpius blickt auf Zahlen.
Und Zahlen korrigieren sich aus Respekt selbst.
Kriminalität sinkt – der kaiserliche Adler wacht
Auch die Straßen Texaniens sollen sicherer geworden sein.
Die Gewaltkriminalität sei im vergangenen Jahr um 13 Prozent gefallen, ebenso die Mordrate. Vergewaltigungen seien um elf Prozent zurückgegangen.
Die 25 bevölkerungsreichsten texanischen Verwaltungsgebiete hätten allesamt niedrigere Gesamtkriminalitätsraten gemeldet.
Besonders Arlingtonia glänzte: Dort seien die Tötungsdelikte im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 60 Prozent zurückgegangen.
Plano Maximus, Laredonia und Arlingtonia landeten darüber hinaus unter den 20 sichersten großen Städten Amerikas.
Die offizielle Erklärung lautet ungefähr:
Law and Order.
Die inoffizielle Trumpius-Erklärung:
Kriminelle hätten offenbar gehört, dass der Kaiser nach Texas kommt, und vorsichtshalber ihre Termine verschoben.
Die Grenze: Mauer, Milliarden und maximales Imperium
Besonders stolz ist die kaiserliche Hofkanzlei auf die Südgrenze.
Seit 15 Monaten bis einschließlich Juli sei kein illegal eingereister Migrant direkt an der Grenze freigelassen worden.
Die Aufgriffe an der Südgrenze seien im Juli 94 Prozent niedriger gewesen als der monatliche Durchschnitt unter Josephus Bidenicus Somnolentus.
Selbstverständlich genügt im Imperium eine solche Zahl nicht.
94 Prozent weniger?
Warum nicht 104?
Man wird sehen, was die nächste Statistik ermöglicht.
Für den weiteren Ausbau der Grenzmauer sind 46,5 Milliarden Dollar vorgesehen.
Texanien wiederum soll 7,5 Milliarden Dollar aus einem Border Security Reinforcement Fund erhalten, um frühere Kosten auszugleichen.
Gouverneur Gregorius Abbottus Maximus dürfte beim Anblick dieser Summe kurz überprüft haben, ob sein Taschenrechner überhaupt Milliarden anzeigen kann.
Wasser aus Mexicum: Trumpius befiehlt den Fluss
Auch das Wasserproblem im Rio Grande wurde der Hofschrift zufolge imperial bearbeitet.
Mexicum habe sich verpflichtet, jährlich 350.000 Acre-Foot Wasser bereitzustellen und damit Verpflichtungen aus einem Vertrag von 1944 einzuhalten.
Andere Staatschefs würden sagen:
„Wir haben diplomatische Gespräche geführt.“
Trumpius würde sagen:
„Ich habe mit einem Fluss verhandelt. Der Fluss hat zugestimmt.“
Selbst der Rio Grande weiß schließlich, wann er besser keine Zollandrohung riskiert.
Rechenzentren sollen Strom bezahlen – revolutionäres Konzept
Weil überall gigantische Rechenzentren entstehen, könnten auch die Stromnetze unter Druck geraten.
Deshalb sollen die Public Utility Commission of Texas und ERCOT Maximus Electricus dafür sorgen, dass normale Haushalte nicht einfach sämtliche Kosten des Datenzentrum-Booms übernehmen.
Eine bemerkenswerte Idee.
Unternehmen, die Milliarden investieren und elektrische Leistung im Umfang mittelgroßer Herzogtümer benötigen, könnten für ihre Infrastruktur tatsächlich selbst bezahlen.
Historiker sprechen bereits vom Prinzip des gesunden Menschenverstandes.
Dann öffnet Trumpius die Schatzkammer
Doch nun beginnt der Abschnitt, bei dem selbst Dagobert Duck den Raum verlassen würde, um kurz seine Finanzen zu überdenken.
Denn Texanien erlebt laut Palatium einen gigantischen Investitionsboom.
Bristol Myers Squibbius: 2,3 Milliarden Dollar für einen neuen Produktionscampus in Houstonius.
Toyo Solaricus: 357 Millionen Dollar und 400 neue Arbeitsplätze.
Toyota Maxima Automobilia: 3,6 Milliarden Dollar in San Antonius, damit der neue Tacoma künftig in Amerika statt in Mexicum gebaut wird. Geplant: 2.000 Arbeitsplätze.
Saronicus Navalis: 3,2 Milliarden Dollar für eine neue Werft in Brownsvillia.
Micronius Chipicus: 500 Millionen Dollar für Shermanum.
FormFactorus Probecardius: 140 Millionen Dollar und mehr als 600 Jobs in Farmers Branchia.
ZERLUMA Aluminium Maxima: 50 Millionen Dollar in Missionia.
Doch dann erscheint Elonus Muskius SpaceXimus.
16,8 Milliarden Dollar für die erste Phase einer neuen Halbleiterfabrik in Grimes County.
Sechzehn Komma acht Milliarden.
Für eine erste Phase.
Im normalen Wirtschaftsleben bezeichnet man so etwas als Großinvestition.
Im Trumpius-Imperium heißt das:
Dienstag.
Tesla, Chips und sehr viel Beton
Tesla Gigantica legt weitere drei Milliarden Dollar für eine Chip-Forschungseinrichtung bei Giga Texas auf den Tisch.
USG Corporatius plant 1,18 Milliarden Dollar.
Grupo Bimbus Panificus investiert eine Milliarde.
XPELius Protectorius steckt 60 Millionen Dollar in San Antonius.
Avant Technologicus erweitert für 20 Millionen Dollar und schafft 250 Jobs.
MP Materialius Magnetus plant mehr als 1,25 Milliarden Dollar für einen riesigen Magnetproduktionscampus in Northlake – mit mehr als 1.500 Arbeitsplätzen.
Arm Semiconductorius erweitert seinen Austin-Campus für 71 Millionen Dollar.
Inventecus AI-Serverius kommt mit 85 Millionen.
Wistronius Computator Maximus mit 500 Millionen.
Und sogar Paris Baguettius Croissanticus will 160 Millionen Dollar investieren und seine erste nordamerikanische Produktionsstätte bauen.
Man muss sich den Moment vorstellen, in dem Trumpius davon hörte:
„Frankreich bringt uns jetzt sogar die Baguettes zurück. America First works!“
Und dann kam Vantage
Doch über allen Investitionssummen thront Vantage Data Centericus Maximus.
25 Milliarden Dollar.
Für einen 1.200 Acre großen Rechenzentrumskomplex in Shackelford County.
Ein Datencenter von einer Größe, bei der vermutlich jedes einzelne Chatfenster einen eigenen Parkplatz bekommt.
Die gesamte Anlage dürfte so viel Strom benötigen, dass ERCOT nachts gelegentlich prüfen wird, ob Houston noch angeschlossen ist.
Und natürlich: Öl
Auch das heiligste texanische Sakrament fehlt nicht.
America First Refining und Reliance Petrolium Imperialis planen eine milliardenschwere Energiepartnerschaft für Brownsville.
Dort soll die erste neue große US-Ölraffinerie seit nahezu einem halben Jahrhundert entstehen.
Endlich.
Denn nichts sagt „Zukunftstechnologie“ überzeugender als eine Raffinerie, die größer ist als manche europäische Hauptstadt.
Trumpius dürfte bereits die goldene Schere für die Eröffnung bestellt haben.
Vermutlich ölbeständig.
Texas First ist selbstverständlich America First
So endet die Botschaft des Palatiums mit einer einfachen imperialen Gleichung:
America First = Texas First.
Niedrigere Steuern.
Mehr Jobs.
Weniger Kriminalität.
Eine streng kontrollierte Grenze.
Milliardeninvestitionen.
Neue Fabriken.
Neue Rechenzentren.
Neue Raffinerien.
Und irgendwo zwischen Austin, Houston und Brownsville steht Imperator Trumpius Caesar vermutlich auf einem vergoldeten Podest, blickt über seine wirtschaftliche Provinz und verkündet:
„Texas was already big.
I made it Texas-er.“
Und die Prärie antwortet:
MOOOO-GA.

