Eine majestätische Satire aus dem Imperium Trumpianum über russisches Öl, kaiserliche Strafzölle und die wundersame Kunst, gleichzeitig mit eiserner Faust zuzuschlagen und mit derselben Hand den Rückwärtsgang einzulegen.
Das große Sanktionsspektakel: Wenn der Kaiser mit dem Hammer droht und anschließend Watte verteilt
WASHINGTONIUM, IMPERIUM TRUMPIANUM – Ein gewaltiges Beben erschütterte die Hallen des Weißen Palatiums! Die Trompeten schmetterten, die goldenen Adler zitterten, und irgendwo im Finanzministerium fiel einem Beamten vor Schreck der Taschenrechner aus der Hand.
Seine Allergrößte Majestät Imperator Donaldus Trumpius Caesar Maximus, Bezwinger der Handelsbilanzen, Erfinder des wirtschaftlichen Donnerwetters und selbst ernannter Schutzpatron sämtlicher Zollschranken, hatte gesprochen!
„WIR WERDEN RUSSLAND BESTRAFEN! GEWALTIG! HISTORISCH! NIEMAND HAT JEMALS SO GEWALTIG BESTRAFT WIE ICH!“
Und tatsächlich: Mit einem Federstrich verkündete der Imperator Strafzölle von geradezu apokalyptischer Größe auf Waren aus dem Reich des Zaren Wladimir Putinius Petrolowitsch.
Ein Zollhammer von fünfhundert Prozent!
Ein wirtschaftlicher Meteorit!
Eine fiskalische Supernova!
Der kaiserliche Hofchronist wollte bereits den Untergang des russischen Handels verkünden, als Trumpius Caesar plötzlich seine goldene Hand hob.
„STOPP! DIE ZÖLLE WERDEN NATÜRLICH AUSGESETZT!“
Betretenes Schweigen.
Dann donnernder Applaus.
Denn am Hofe des Trumpius gilt seit jeher die eiserne Regel: Ein Kaiser, der sich selbst widerspricht, hat nicht seine Meinung geändert. Er hat zwei Mal recht!
Senator Lindseyus Grahammius und das Gesetz der maximalen Drohkulisse
Den Grundstein für das monumentale Spektakel hatte der ehrwürdige Senator Lindseyus Grahammius Sanktionarius gelegt.
Sein Gesetz zur Bestrafung des russischen und iranischen Reiches sollte die wirtschaftlichen Daumenschrauben so fest anziehen, dass selbst ein sibirischer Eisbär freiwillig amerikanische Kreditkarten beantragen würde.
Trumpius Caesar war begeistert.
„EIN FANTASTISCHES GESETZ! DAS BESTE! GRAHAMMIUS IST EIN GENIE! FAST SO GENIAL WIE ICH! ALSO EIN SEHR GUTES ZWEITPLATZIERTES GENIE!“
Doch der Gesetzestext enthielt eine besonders majestätische Feinheit: Der Imperator durfte die vorgesehenen Sanktionen auch wieder aussetzen, sofern dies dem nationalen Interesse diente.
Eine wunderbare Erfindung!
Man konnte den Feind bestrafen, ohne ihn zu bestrafen.
Man konnte einen Handelskrieg erklären, ohne einen Handelskrieg führen zu müssen.
Und vor allem konnte man eine Pressekonferenz über einen gigantischen Sieg veranstalten, ohne dass vorher irgendjemand tatsächlich verloren haben musste.
Die Ölbarone zittern – zumindest bis zum nächsten Absatz
Besonders dramatisch wurde es für jene Königreiche, die weiterhin russisches Erdöl und Erdgas kauften.
Den größten Abnehmern drohten zusätzliche Strafzölle von hundert Prozent. Auch die eifrigsten Helfer bei der Umgehung russischer Ölsanktionen sollten in den Genuss kaiserlicher Handelsungnade kommen.
Im Palast des Zaren Putinius Petrolowitsch herrschte angeblich für einen kurzen Augenblick Verwirrung.
„Hat Trumpius uns gerade wirtschaftlich vernichtet?“, fragte ein nervöser Minister.
„Möglicherweise“, antwortete der Hofberater. „Aber er hat es im nächsten Abschnitt bereits wieder rückgängig gemacht.“
Putinius lächelte.
„Ausgezeichnet. Dann bestellen wir noch eine Pipeline.“
Währenddessen wurde im Weißen Palatium ein neues Ministerium eingerichtet: das Imperiale Amt für Maximale Drohungen bei Minimaler Durchführung.
Sein erster Auftrag bestand darin, herauszufinden, wie viele Sanktionen man verkünden müsse, damit deren vollständige Aussetzung als außenpolitischer Triumph verkauft werden könne.
Die große Kunst der kaiserlichen Ausnahme
Besonders stolz zeigte sich Trumpius Caesar auf seine Fähigkeit, ein Gesetz gleichzeitig anzuwenden und nicht anzuwenden.
„SEHT HER! ICH HABE DIE HÄRTESTEN ZÖLLE VERHÄNGT! UND DANN HABE ICH SIE AUSGESETZT! NIEMAND KANN SO GUT VERHÄNGEN UND AUSSETZEN!“
Seine Berater nickten ehrfürchtig.
Der Finanzminister Scotius Bessentius Aurelius ließ vorsorglich zwei Aktenordner anfertigen.
Auf dem einen stand: Russland wird wirtschaftlich vernichtet.
Auf dem anderen: Russland wird vorläufig nicht wirtschaftlich vernichtet.
Beide erhielten das kaiserliche Siegel „Historischer Erfolg“.
Der Außenminister Marcius Rubionius Diplomaticus erklärte daraufhin, die Sanktionen könnten jederzeit wieder aktiviert werden, sobald der Imperator dies für angebracht halte.
Wann das sein werde?
Niemand wusste es.
Nicht einmal der Imperator.
Aber genau darin lag die strategische Genialität!
Der Feind sollte schließlich niemals wissen, ob er gerade bestraft, begnadigt oder lediglich als Kulisse für die nächste Siegesrede verwendet wurde.
Der Senat bekommt einen Brief – und das Imperium einen Triumph
Selbstverständlich musste Trumpius Caesar dem ehrwürdigen Senat erklären, weshalb die angekündigten Strafmaßnahmen ausgesetzt wurden.
Die Begründung war von bestechender kaiserlicher Eleganz:
Es diene dem nationalen Interesse.
Warum?
Weil der Imperator es so entschieden hatte.
Und weshalb hatte er es so entschieden?
Weil es dem nationalen Interesse diene!
Ein vollkommen geschlossener Argumentationskreis, so makellos wie ein goldener Toilettensitz im kaiserlichen Privatgemach.
Die Senatoren konnten nur staunen.
Einige versuchten, die Logik zu verstehen.
Andere bestellten vorsorglich stärkeren Kaffee.
Senator Grahammius betrachtete sein großartiges Sanktionsgesetz und musste feststellen, dass es nun vor allem eine beeindruckende Drohkulisse mit eingebautem Notausgang war.
Trumpius Caesar erfindet die Strafzoll-Schaukel
Am Abend trat der Imperator auf den goldenen Balkon des Weißen Palatiums.
Hinter ihm flatterten riesige Banner, während die Hofkapelle bereits die Hymne vom ewigen wirtschaftlichen Sieg spielte.
„MEINE GELIEBTEN UNTERTANEN! HEUTE HABEN WIR RUSSLAND DIE HÄRTESTEN SANKTIONEN ALLER ZEITEN AUFERLEGT!“
Jubel.
„UND WIR HABEN SIE SOFORT WIEDER AUSGESETZT!“
Noch größerer Jubel.
„DAS IST VERHANDLUNGSKUNST! DAS IST STÄRKE! DAS IST GENIUS!“
Im Hintergrund rechnete ein verzweifelter Ökonom aus, welchen wirtschaftlichen Effekt ein Strafzoll haben könnte, der zwar angekündigt, aber vorläufig nicht erhoben wurde.
Sein Ergebnis war ernüchternd.
Der Imperator erklärte es unverzüglich zum größten wirtschaftlichen Erfolg seit der Erfindung des Geldes.
Schließlich hatte er etwas erreicht, was noch keinem Herrscher zuvor in dieser majestätischen Perfektion gelungen war:
Er hatte mit einer Hand den wirtschaftlichen Weltuntergang verkündet und mit der anderen dessen Durchführung abgesagt.
Und so ging dieser glorreiche Tag in die Annalen des Imperium Trumpianum ein: als jener historische Augenblick, in dem Trumpius Caesar Russland mit einem gigantischen Zollhammer erschlug, den Hammer vorsorglich in der Luft anhielt und anschließend verlangte, für die erfolgreiche Wiederbelebung des Opfers den Friedensnobelpreis zu erhalten.
Die Russen hatten keinen Zoll bezahlt. Die Sanktionen hatten nicht zugeschlagen. Aber der Kaiser hatte gesiegt.
Und das ist schließlich das Wunder des Trumpismus: Selbst wenn nichts passiert, ist es der größte Erfolg aller Zeiten – solange Trumpius Caesar laut genug behauptet, er habe es persönlich verhindert!

