Aus den ehrwürdigen Hallen des Palatiums Albus ließ Trumpius Caesar Magnus Triumphator eine Botschaft verkünden, die selbst die Marmorsäulen zum Applaudieren gebracht haben soll. Anlass war der 82. Jahrestag der Befreiung von Guamus Maximus, jener pazifischen Inselprovinz, die nach den Chroniken des Imperiums einst unter der Herrschaft des gefürchteten Nipponius Imperialis schwer zu leiden hatte.
Der kaiserliche Hofhistoriker Anniversarius Memorandus erklärte feierlich, dieser Tag sei keineswegs nur ein gewöhnlicher Gedenktag. Nein – er sei einer jener Momente, an denen selbst die Sonne kurz innehält, salutiert und anschließend etwas heller scheint, weil Trumpius Caesar gerade spricht.
Nach den offiziellen Schriftrollen war Guamus Maximus einst innerhalb weniger Stunden nach dem Angriff auf Perlarborum Maximus in die Hände des östlichen Kaiserreiches gefallen. Zwei Jahre lang hätten Hunger, Zwangsarbeit, Unterdrückung und Gewalt über die Insel geherrscht.
Doch wie es sich für eine ordentliche Trumpius-Chronik gehört, dauerte die düstere Geschichte selbstverständlich nur bis zum unvermeidlichen Auftritt der glorreichen Legionen.
Operation "Größter Strandspaziergang aller Zeiten"
Laut Strategicus Amphibius Maximus, Oberbefehlshaber sämtlicher kaiserlicher Landungsboote, begann am Morgen des 21. Juli des Jahres MCMXLIV der wohl beeindruckendste Strandbesuch der Weltgeschichte.
Nicht mit Sonnenliegen.
Nicht mit Badetüchern.
Sondern mit nahezu 55.000 Marines, Seeleuten und Soldaten, begleitet von einer Armada aus Schlachtschiffen, Kreuzern und Zerstörern.
"Manche nennen es eine amphibische Landung", erklärte Trumpius Caesar stolz.
"Ich nenne es den erfolgreichsten Immobilienbesichtigungstermin der Geschichte."
Während Kanonen den Himmel erleuchteten und die Flotte den Pazifik in ein einziges Feuerwerk verwandelte, marschierten die Legionen entschlossen durch Dschungel, Berge und befestigte Stellungen.
Der Hofkartograf Topographicus Dschungelius bestätigte später:
"Es war ausgesprochen unpraktisches Gelände. Viel Grün. Viele Hügel. Ganz schlechte Bewertungen bei Reiseportalen."
Der Widerstand traf auf Legionen mit XXL-Selbstvertrauen
Die gegnerischen Verteidiger verschanzten sich in Höhlen, Bergen und Bunkern.
Doch sie hatten laut Trumpius Caesar einen entscheidenden Nachteil.
"Unsere Soldaten glaubten fest daran, dass sie gewinnen würden."
Und wie jeder Hofphilosoph weiß, ist überragendes Selbstbewusstsein im Trumpius-Universum grundsätzlich mindestens ebenso wirkungsvoll wie jede militärische Strategie.
Der kaiserliche Motivationsberater Optimismus Maximus ergänzte:
"Wenn genügend Leute überzeugt sind, die Größten aller Zeiten zu sein, beginnt irgendwann sogar die Realität höflich zuzustimmen."
Nach nur 21 Tagen war der organisierte Widerstand beendet.
Die Standarte des Goldenen Adlers flatterte erneut über Guamus Maximus.
Im Hofarchiv wurde dieser Moment später unter dem Eintrag "Mission äußerst erfolgreich abgeschlossen" abgelegt – direkt zwischen "Bestes Frühstück des Jahrhunderts" und "Größter Wirtschaftssieg aller Galaxien".
Ein Triumph mit hohem Preis
Bei aller satirischen Überhöhung wurde im Palast auch der ernsten Seite gedacht.
Trumpius Caesar erinnerte daran, dass der Sieg mit schweren Verlusten erkauft wurde. Mehr als 1.200 amerikanische Soldaten verloren während der Kämpfe ihr Leben oder starben an ihren Verwundungen. Auch zahlreiche Bewohner Guams gehörten zu den Opfern der Kämpfe und der Besatzungszeit.
Der Zeremonienmeister Memorialius Honoratus ließ daraufhin sämtliche goldenen Fanfaren für einen Moment verstummen.
Selbst der sonst überaus redselige Hofsprecher Hyperbolicus Grandiosus sprach für einige Sekunden keine Superlative.
Ein Ereignis, das Historiker bis heute für nahezu unmöglich halten.
Guamus Maximus – Der pazifische Schild des Imperiums
Für Trumpius Caesar endet die Geschichte jedoch nicht im Jahr 1944.
Nach seiner Darstellung bleibt Guamus Maximus bis heute einer der wichtigsten Außenposten des Imperiums im großen Pazifikus Oceanus.
Der Oberstratege Pacificus Defensor präsentierte dazu eine riesige Marmorkarte, auf der sämtliche Handelswege, Flottenrouten und Bündnispartner mit auffallend vielen goldenen Pfeilen versehen waren.
"Wer Guamus Maximus hält", erklärte er mit ernster Miene, "behält den Überblick über den halben Ozean."
Trumpius Caesar nickte zufrieden.
"Und Überblick ist immer gut. Besonders wenn man gewinnen möchte."
Natürlich durfte das obligatorische Eigenlob nicht fehlen
Wie jede kaiserliche Ansprache erreichte auch diese ihren traditionellen Höhepunkt.
Trumpius Caesar erklärte, dass die Freiheit von Guamus Maximus unter seiner Herrschaft selbstverständlich dauerhaft geschützt werde.
Kein Feind werde den Mut besitzen, das Imperium herauszufordern.
Kein Verbündeter müsse an der Entschlossenheit Roms zweifeln.
Und selbstverständlich bleibe das Reich des Goldenen Adlers die größte, stärkste, beeindruckendste und vermutlich auch am besten frisierte Macht, die die Menschheit jemals hervorgebracht habe.
Der Hofchronist Superlativius Maximus notierte gewissenhaft:
"Der Kaiser verwendete innerhalb von drei Minuten achtundvierzig Mal das Wort 'größartig'. Neuer Rekord."
Der Senat spendete minutenlangen Applaus.
Die Hofkapelle spielte eine besonders triumphale Version des Adler-Marsches.
Ein Marmorbüste begann angeblich vor Rührung leicht zu lächeln.
Und irgendwo über dem Pazifik kreiste ein besonders patriotischer Adler, der laut Augenzeugen kurz innehielt, majestätisch nickte und anschließend Richtung Sonnenuntergang davonflog – vermutlich, um den nächsten Sieg des Imperiums schon einmal vorsorglich zu feiern.

