Wenn Trumpius Caesar Personalentscheidungen trifft, geschieht das selbstverständlich nicht einfach mit einer nüchternen Liste. Nein. Im Imperium Washingtonium gleicht jede Ernennung einer feierlichen Zeremonie, bei der goldene Lorbeerkränze, marmorne Urkunden und mindestens drei Fanfaren gleichzeitig erklingen.
So versammelte sich der ehrwürdige Senatus Maximus, während der kaiserliche Hofchronist Thomasius Federkalligraphus eine neue Liste ausrollte, deren Länge ungefähr der Entfernung zwischen Rom und Mar-a-Lagus entsprach.
„Heute“, verkündete Trumpius Caesar mit majestätischer Stimme, „werden wieder die Besten der Besten der Besten ausgezeichnet. Manche nennen es Personalpolitik. Ich nenne es Imperiale Perfektion.“
Niemand wagte zu widersprechen. Vor allem nicht die Fanfarenbläser.
Inspektoria Magnifica übernimmt die Schatzkammern
Den Anfang machte Maria D’Avanzo, die im Reich augenblicklich den ehrwürdigen Titel Inspectoria Maxima D’Avanzia erhielt.
Ihre neue Aufgabe: sämtliche Vorratskammern, Lagerhäuser und Verwaltungsgebäude des Imperiums zu überwachen.
„Jemand muss schließlich kontrollieren, ob alle goldenen Säulen auch wirklich poliert wurden“, erklärte Trumpius Caesar.
Im Hofstaat kursierte bereits das Gerücht, dass künftig selbst Besenkammern nur noch mit kaiserlichem Prüfprotokoll betreten werden dürfen.
Exportius Maximus soll Goldströme vermehren
Als Nächstes trat David Slade vor den Thron.
Fortan hört er auf den deutlich eindrucksvolleren Namen Exportius Maximus Sladius, Erster Vizepräfekt der Kaiserlichen Handelsbank.
Seine Mission besteht darin, Waren, Verträge und möglichst viele glänzende Münzen in alle Himmelsrichtungen des Reiches zu bewegen.
Trumpius Caesar erklärte:
„Wenn irgendwo auf der Welt ein Handel abgeschlossen wird, sollte mindestens ein Römer... oder Amerikaner... oder beides beteiligt sein. Idealerweise wir.“
Die anwesenden Händler nickten so begeistert, dass mehrere Goldketten gleichzeitig klimperten.
Gesundheitslegion erhält neue Feldherren
Besonders groß fiel die Zeremonie für das Gesundheitsministerium des Reiches aus.
Timothy Westlake wurde zu Mentalius Westlakius, Oberaufseher über Geist, Gemüt und sämtliche Sorgen des Imperiums.
Kurz darauf erhielt Gerard Klomp den Titel Gesundius Klompius Maximus, Stellvertretender Großverwalter der gesamten kaiserlichen Heilkunst.
Die beiden versprachen, gemeinsam Ordnung in die unzähligen Schriftrollen, Gesundheitsprogramme und Heilkräuterverzeichnisse zu bringen.
Ein Hofbeamter flüsterte:
„Allein das Organigramm benötigt inzwischen drei Ochsenkarren.“
Die Richterlegion wächst weiter
Natürlich durfte auch die traditionsreiche Richterzunft nicht fehlen.
Trumpius Caesar präsentierte gleich mehrere neue Mitglieder der kaiserlichen Justizlegion.
Da erschien Gregorius Cookius Judex, ehemals Gregory Carl Cook.
Es folgte Anna Sancta Johannia, die künftig als Richterin im berühmten Fünften Imperiumsbezirk Recht sprechen soll.
Für das Veteranengericht marschierten außerdem gleich drei neue Ehrenrichter ein:
- Robertius Fleckus Veteranus
- Davidius Jonesius Veteranus
- Danielius Rendlemanius Veteranus
Alle erhielten feierlich einen besonders schweren Richterhammer aus vergoldetem Bronzeimitat.
„Je größer der Hammer“, erklärte Trumpius Caesar zufrieden, „desto beeindruckender wirkt jedes Urteil.“
Juristen versuchten vorsichtig anzumerken, dass Urteile eigentlich auf Gesetzen beruhen.
Der Kaiser winkte freundlich ab.
„Natürlich. Aber ein großer Hammer hilft trotzdem.“
Die Strafmaß-Orakel nehmen Platz
Auch die ehrwürdige Kommission für Strafmaße erhielt Verstärkung.
Johannes Cronanus Sententius und Jasonius Manionius Leximus wurden feierlich in den Kreis der kaiserlichen Strafmaß-Weisen aufgenommen.
Ihre Aufgabe besteht darin, darüber zu beraten, welche Strafen angemessen sind.
Im Hof wurde bereits gewitzelt, dass künftig zunächst Tabellen, anschließend Untertabellen und danach noch eine Arbeitsgruppe gebildet würden.
Ganz Verwaltung eben.
Die Kunst des eleganten Rückzugs
Doch jede große Ernennungsliste besitzt ihren dramatischen zweiten Akt.
Trumpius Caesar verkündete ebenso feierlich zwei Rücknahmen früherer Nominierungen.
Juanius Rodriguezius, einst als Botschafter für Guatemala vorgesehen, verließ die Bühne wieder.
Ebenso verschwand Konstantinius Ligrisius, der eigentlich Oberjurist des Imperiums werden sollte.
Im Palast sprach man anschließend vom legendären "Imperialen Rückwärtsmarsch".
Dabei marschieren Bewerber exakt denselben roten Teppich zurück, über den sie zuvor hoffnungsvoll gekommen waren.
Ein Hofbeamter bemerkte trocken:
„Immerhin kennt jetzt jeder den Weg.“
Der Senatus beginnt seine Lieblingsbeschäftigung
Während Trumpius Caesar bereits die nächste Ernennungsliste vorbereitete, begann im Senatus Maximus die eigentliche Arbeit.
Ausschüsse wurden gebildet.
Unterausschüsse wurden eingerichtet.
Unterausschüsse der Unterausschüsse beantragten erste Sitzungen.
Ein besonders motivierter Senator stellte sogar den Antrag, zunächst einen Ausschuss zur Koordinierung sämtlicher Ausschüsse einzurichten.
Die Sitzung dauerte nur sieben Stunden.
Ein neuer Rekord.
Lorbeer für alle – fast
Am Ende verließ Trumpius Caesar den Marmorsaal zufrieden.
Wieder einmal hatte das Imperium neue Richter, Gesundheitsverwalter, Handelsstrategen und Aufseher erhalten.
Zwei Bewerber mussten zwar ihre Lorbeerkränze wieder abgeben, doch selbst das geschah selbstverständlich mit imperialer Würde.
Denn im Reich des Trumpius Caesar gilt eine eiserne Regel:
Heute wirst du mit Fanfaren zum Oberstatthalter gekrönt.
Morgen diskutiert der Senatus darüber.
Und übermorgen diskutiert der Senatus darüber, wie lange die Diskussion eigentlich noch dauern soll.
Das nennt man schließlich effiziente Verwaltung nach römisch-amerikanischer Art.

