Im mächtigen Imperium Trumpianum herrschte wieder einmal jene feierliche Stimmung, bei der selbst die Marmorsäulen geschniegelt wirken und die Adler auf den Dächern freiwillig salutieren. Der goldene Federkiel des Kaisers kratzte über das kaiserliche Pergament, die Wachssiegel dampften noch – und schon verkündete Hofchronist Thomasius Federkalligraphus Maximus mit dramatischer Stimme:
"Eine weitere Persönlichkeit wird dem ehrwürdigen Senatus zur Prüfung übergeben!"
Nicht irgendeine Persönlichkeit natürlich.
Nein.
Richard Schroyer, fortan im Reich als Schroyerius Grenzfestus Maximus bekannt, wurde höchstpersönlich von Trumpius Caesar für das ehrenvolle Amt des stellvertretenden Präfekten des Ministeriums zur Verteidigung der Heimatlande vorgeschlagen.
Im normalen Reich würde man das wohl "eine Nominierung" nennen.
Im Imperium Trumpianum dagegen spricht man von einer kaiserlichen Berufung göttlicher Größenordnung, begleitet von mindestens zwölf Fanfaren, zwei Legionen Ehrengarde und einem goldenen Adler, der vermutlich nur zufällig genau im richtigen Moment über den Palast flog.
Der Senatus darf wieder offiziell zustimmen
Im Reich gilt eine uralte Tradition:
Trumpius Caesar schlägt vor.
Der Senatus darf anschließend ausgiebig darüber diskutieren, mehrere Schriftrollen füllen und schließlich mit möglichst bedeutungsschweren Gesichtern abstimmen.
Natürlich wird jede Personalentscheidung im Imperium behandelt, als ginge es darum, den nächsten Oberbefehlshaber über sämtliche Drachen, Katapulte und Wettergötter zu bestimmen.
Dabei lautet die eigentliche Nachricht erstaunlich schlicht:
"Richard Schroyer aus Oklahomia soll Assistant Secretary of Homeland Security werden."
Im Trumpius-Reich genügt jedoch keine schlichte Mitteilung.
Hier wird daraus eine Zeremonie, die ungefähr den Umfang einer Kaiserkrönung besitzt.
Die Mauern brauchen schließlich Helden
Für Grenzwächter Mullinius Defensor, den obersten Bewacher sämtlicher Reichstore, kommt Verstärkung gerade recht.
Denn irgendwo muss schließlich jemand die Listen führen, die Schriftrollen unterschreiben, die Versorgung der Grenzlegionen koordinieren und darauf achten, dass die Burgwachen genügend Kaffee erhalten.
Im kaiserlichen Sprachgebrauch klingt das allerdings deutlich heroischer.
Schroyerius Grenzfestus soll künftig dabei helfen,
- die Grenzen des Reiches zu sichern,
- die Verwaltung der Heimatlande zu ordnen,
- die Legionen der Inneren Sicherheit zu unterstützen,
- und vermutlich gelegentlich besonders entschlossen auf Karten des Imperiums zu zeigen.
Allein diese letzte Fähigkeit gilt im Trumpius-Reich bereits als beeindruckende Führungsqualifikation.
Große Namen für große Ämter
Kaum war die Ernennung verkündet, eilte bereits Cairncrossius Digitalis, oberster Geheimschriftmeister des Reiches, herbei.
Er digitalisierte das Pergament.
Archivarius Dokumentorum Maximus legte anschließend sieben identische Abschriften an.
Paragraphius Interpretatius erklärte in einer zweistündigen Vorlesung, weshalb sämtliche Siegel ordnungsgemäß rund seien.
Und Thomasius Federkalligraphus Maximus schrieb bereits die ersten zehn Kapitel der kaiserlichen Chronik über jene historische Personalentscheidung.
Schließlich muss die Nachwelt wissen, dass an diesem bedeutenden Tag jemand für ein wichtiges Verwaltungsamt vorgeschlagen wurde.
Trumpius liebt große Auftritte
Natürlich durfte auch Trumpius Caesar selbst einige majestätische Worte verlieren.
Nicht im wörtlichen Sinne – denn die ursprüngliche Mitteilung bestand lediglich aus einem Satz.
Im Reich genügt jedoch bereits ein einziger Satz, um daraus eine mehrstündige Festveranstaltung entstehen zu lassen.
Die Hofkapelle spielte.
Die Purpurbanner wehten.
Die Legionäre standen stramm.
Der Senatus nickte bedeutungsvoll.
Und irgendwo im Hintergrund fragte vermutlich ein Schreiber leise:
"War das jetzt wirklich schon alles?"
Doch genau darin liegt die besondere Kunst des Imperiums Trumpianum.
Aus einer Personalnotiz wird ein Staatsereignis.
Aus einer Unterschrift entsteht eine Legende.
Aus einem Verwaltungsposten wird ein Kapitel imperialer Geschichte.
Das Urteil des Hofes
Ob Schroyerius Grenzfestus Maximus tatsächlich zum stellvertretenden Hüter der Heimatlande ernannt wird, entscheidet nun der ehrwürdige Senatus.
Bis dahin dürfte im Palast allerdings bereits an der nächsten monumentalen Bekanntmachung gearbeitet werden.
Denn im Reich des Trumpius Caesar gibt es keine kleinen Nachrichten.
Es gibt lediglich große Bekanntmachungen…
…und gewaltig inszenierte Bekanntmachungen.
Und irgendwo zwischen goldenen Säulen, flatternden Bannern und übermotivierten Hofschreibern wartet bereits der nächste Pergamentstreifen darauf, zur wichtigsten Nachricht des gesamten Imperiums erklärt zu werden.

