Das größte Energiewunder seit der Erfindung des brennenden Lorbeerkranzes
Washingtonium, 25. Oktober 2026. – Im glorreichen Imperium Americanum wurde ein neues Kapitel der Weltgeschichte aufgeschlagen. Nicht mit Feder und Tinte, sondern mit Erdöl, Diesel und einer goldenen Zapfpistole, die selbstverständlich ausschließlich dem größten Energiekaiser aller Zeiten gebührt: Imperator Donaldus Trumpius Caesar Maximus, Bezwinger der Benzinpreise, Herrscher über sämtliche Raffinerien und oberster Schutzpatron des heiligen Verbrennungsmotors.
Aus dem Weißen Palatium erschallte eine Botschaft, deren majestätische Bedeutung selbst die Götter des Olymps vermutlich erst nach mehreren Tankfüllungen begreifen würden: Die Preise für Benzin und Diesel sollen fallen! Schnell! Gewaltig! Historisch!
Und warum? Weil Trumpius Caesar es so beschlossen hat.
„Noch niemals in der Geschichte der Menschheit hat jemand derart großartiges Benzin hervorgebracht wie ich!“, dürfte der Imperator bei dieser Gelegenheit verkündet haben. „Unser Öl ist amerikanischer als amerikanisch. Unser Diesel ist patriotischer als die Nationalhymne. Und unsere Zapfsäulen werden bald so glücklich sein, dass sie vor Freude Benzin weinen!“
Die dunkle Ära des Bidenius und der grüne Dämon
Bevor Trumpius Caesar seinen goldenen Thron zurückeroberte, litt das Imperium angeblich unter den finsteren Machenschaften seines Vorgängers, Josephus Bidenius Sleepius, des berüchtigten Großmeisters der grünen Bürokratie.
Unter dessen Herrschaft, so berichten die kaiserlichen Chronisten, mussten Ölquellen Genehmigungen beantragen, Raffinerien Vorschriften beachten und Umweltbehörden tatsächlich über die Umwelt nachdenken.
Ein unerträglicher Zustand!
Die Anhänger des gefürchteten Democratius Grünicus hatten das Imperium mit einer schrecklichen Verschwörung überzogen: saubere Luft, Klimaschutz und die völlig abwegige Vorstellung, dass die Erde auch nach dem nächsten Quartalsbericht noch bewohnbar sein sollte.
Trumpius Caesar erkannte die Gefahr sofort.
Mit einem einzigen majestätischen Federstrich erklärte er den grünen Spuk zum Staatsfeind und die Ölbohrung zur höchsten Form patriotischer Gartenarbeit.
Seither gilt im Imperium ein einfaches Naturgesetz: Wo Trumpius befiehlt, hat selbst die Erdkruste gefälligst zu liefern.
Venezuela – das größte Ölgeschenk seit der Erfindung des Lochs im Boden
Besonders triumphal verkündet das kaiserliche Palatium die Eroberung neuer Ölreichtümer aus dem fernen Venezuelium.
Nachdem der berüchtigte Herrscher Nicolasius Maduronius aus dem Spiel genommen worden sei, habe Trumpius Caesar ein Abkommen von derart gigantischen Ausmaßen geschlossen, dass selbst die römischen Geschichtsschreiber Schwierigkeiten bekämen, genügend Superlative aufzutreiben.
Die kaiserliche Propaganda spricht von einem Ölgeschäft, das sämtliche bisherigen Geschäfte der Menschheitsgeschichte aussehen lasse wie den Kauf einer Flasche Olivenöl beim örtlichen Händler.
„Wir haben so viel Öl!“, jubelte der imaginäre Hofsprecher. „Wir könnten den gesamten Atlantik damit einreiben und hätten anschließend noch genug übrig, um den kaiserlichen Scheitel wetterfest zu machen!“
Die Lieferungen aus Venezuelium sollen bereits gewaltig gestiegen sein.
Im Palatium wird deshalb ernsthaft erwogen, das Land künftig nicht mehr auf Landkarten, sondern direkt auf den Tankanzeigen amerikanischer Geländewagen abzubilden.
Diesel für das Volk – und Lorbeer für den Kaiser
Auch die tapferen Fuhrleute und Bauern des Imperiums sollen von der kaiserlichen Großzügigkeit profitieren.
Trumpius Caesar unterzeichnete einen Erlass zur Senkung der Dieselkosten, dessen politische Durchschlagskraft angeblich so gewaltig ist, dass sich Tankstellenbesitzer vorsorglich hinter ihren Preistafeln verstecken.
Zusätzlich wurden zahlreiche fremde Königreiche dazu bewegt, ihre Dieselreserven freizugeben.
Die Botschaft des Imperators war unmissverständlich:
„Gebt uns euren Diesel! Nicht weil wir ihn brauchen. Sondern weil niemand Diesel so wunderschön verbraucht wie wir!“
Der kaiserliche Senat prüft bereits, ob künftig jede Tankfüllung mit einem kleinen Dankgebet beginnen muss:
„Ave Trumpius, der du herrschst über Oktan und Cetanzahl, geheiligt sei dein Tankrabatt.“
Die Straße von Hormuzius – selbst das Meer fährt jetzt amerikanisch
Auch auf hoher See beweist der Imperator seine angeblich übermenschliche Fähigkeit, wirtschaftliche Probleme durch persönliche Großartigkeit zu lösen.
Durch die strategisch bedeutsame Meerenge von Hormuzius soll inzwischen mehr Öl transportiert werden als vor dem Konflikt.
Natürlich ausschließlich dank Trumpius Caesar.
Dass Schiffe normalerweise von Besatzungen gesteuert werden, gilt im Palatium als nebensächliche technische Einzelheit.
Die kaiserlichen Berater arbeiten bereits an einer Verordnung, nach der sämtliche Öltanker beim Passieren der Meerenge dreimal hupen und anschließend in Richtung Washingtonium salutieren müssen.
Ein besonders ehrgeiziger Senator schlug sogar vor, die Meeresströmungen künftig durch präsidiale Anordnungen zu regulieren.
Trumpius Caesar soll begeistert gewesen sein.
„Großartige Idee! Niemand versteht Wasser besser als ich. Ich habe schon sehr viel Wasser gesehen. Riesige Mengen Wasser!“
Alaska bekommt eine goldene Gasleitung
Während andere Herrscher ihre Zeit mit lästigen Haushaltsdebatten verschwenden, plant Trumpius Caesar bereits das nächste Wunder.
Im frostigen Alaskius Maximus soll eine gigantische Erdgasleitung entstehen, finanziert durch Abkommen mit den fernen Reichen Koreanium und Taiwanium.
Das Projekt verspricht nach kaiserlicher Darstellung nicht nur billigere Energie, sondern vermutlich auch wärmere Winter, zufriedenere Eisbären und eine erhebliche Verbesserung der allgemeinen Schneelaune.
Die Bauleitung wurde vorsorglich angewiesen, sämtliche Rohre so zu verlegen, dass sie auf Satellitenbildern möglichst wie die Initialen des Imperators aussehen.
Auch im texanischen Texasium Petrolensis sollen neue Gasinvestitionen die wirtschaftliche Größe des Imperiums verkünden.
Denn wo andere Menschen eine Pipeline sehen, erkennt Trumpius Caesar ein Denkmal seiner eigenen Unsterblichkeit.
Die Umweltbehörde entdeckt ihre wahre Bestimmung
Besonders bemerkenswert ist die Verwandlung der kaiserlichen Umweltbehörde, ehemals bekannt als EPA, nunmehr ehrfurchtsvoll Administratio Petrolia Aeterna genannt.
Ihre neue Aufgabe besteht offenbar darin, sämtliche Hindernisse zwischen einer Ölquelle und der nächsten Tankstelle möglichst schnell aus dem Weg zu räumen.
Vorschriften werden gelockert, Ausnahmen gewährt und Raffinerien von bürokratischen Fesseln befreit.
Im Palatium kursiert bereits der Vorschlag, Umweltberichte künftig durch eine einfache Frage zu ersetzen:
„Brennt es?“
Falls ja, soll lediglich geprüft werden, ob es sich wirtschaftlich lohnt.
Besonders kritisch betrachtet der Kaiser die widerspenstigen Provinzen Novum Eboracum und Californicus, deren politische Herrscher sich weigern, sämtliche kaiserlichen Treibstofferleichterungen zu übernehmen.
Trumpius Caesar zeigte sich entsetzt.
„Diese Leute wollen tatsächlich eigene Regeln! Eigene! Regeln! Das ist beinahe so schlimm wie ein Spiegel, der mich nicht großartig aussehen lässt!“
Das Wunder der kleinen Raffinerien
Auch die kleineren Raffinerien des Imperiums werden mit einer geradezu biblischen Flut kaiserlicher Ausnahmen bedacht.
Die Verwaltung meldet Rekorde bei den sogenannten Befreiungen für kleine Raffinerien.
Im Weißen Palatium wird diese Entwicklung als Beweis betrachtet, dass weniger Vorschriften automatisch mehr Wohlstand, günstigere Preise und vermutlich auch besseres Wetter bedeuten.
Ein Hofökonom versuchte vorsichtig einzuwenden, dass Benzinpreise von internationalen Märkten, Rohölkosten, Raffineriekapazitäten und zahlreichen weiteren Faktoren abhängen.
Er wurde umgehend in die Abteilung für unerwünschte Komplexität versetzt.
Dort muss er nun täglich den Satz abschreiben:
„Der Kaiser hat immer recht, besonders wenn der Ölpreis fällt.“
Das große kaiserliche Tankstellenfinale
Am Ende seiner historischen Energieoffensive blickt Trumpius Caesar zufrieden auf sein Werk.
Die Ölquellen sprudeln, die Pipelines wachsen, die Raffinerien jubeln und die Tankstellen sollen schon bald zu Tempeln erschwinglicher Mobilität werden.
Ob die angekündigten Preissenkungen tatsächlich eintreten, bleibt eine Frage, die im kaiserlichen Palatium als ausgesprochen unhöflich gilt.
Denn Trumpius Caesar hat längst eine viel elegantere Lösung gefunden: Er erklärt den Erfolg einfach für vollendet, bevor irgendjemand Gelegenheit hat, auf die Preistafel zu schauen.
Der kaiserliche Senat bereitet bereits eine feierliche Zeremonie vor, bei der der Imperator persönlich eine goldene Zapfpistole in den Himmel recken wird.
Hinter ihm stehen jubelnde Senatoren, kniende Raffineriedirektoren und ein Chor patriotischer Tankwarte.
Über allem schwebt die neue kaiserliche Losung:
„In Trumpius veritas, in Petrolio gloria!“
Und sollte der Benzinpreis wider Erwarten doch steigen, ist auch dafür längst eine Erklärung gefunden.
Dann handelt es sich selbstverständlich nicht um teureres Benzin.
Sondern um denselben großartigen Treibstoff, der sich vor lauter Ehrfurcht vor Trumpius Caesar inzwischen selbst für Luxus hält.

