ROMA NOVA – Bürger, Senatoren, Steuerzahler und sonstige Bewohner des großartigsten Imperiums aller bekannten und noch zu entdeckenden Welten! Ein wirtschaftliches Wunder hat sich ereignet! Die Schatzkammern klirren, die Fabrikschornsteine rauchen, die Händler tanzen auf ihren Goldmünzen, und irgendwo in einem dunklen Keller versuchen verzweifelte Ökonomen, ihre Prognosen heimlich zu verbrennen.
Denn Imperator Donaldus Trumpius Caesar Maximus, Bezwinger der Rezession, Herrscher über sämtliche Handelsbilanzen und selbst ernannter Erfinder des Bruttoimperialprodukts, hat es wieder getan!
Die Wirtschaft des Imperium Americanum wächst mit einer annualisierten Geschwindigkeit von sagenhaften 3,4 Prozent!
„DREI KOMMA VIER!“, donnerte der Imperator vom goldenen Balkon seines Palatium Album. „Eine wunderschöne Zahl! Eine majestätische Zahl! Manche sagen, die beste Zahl seit der Erfindung der Zahlen! Ich persönlich hätte sie noch größer gemacht, aber meine Mathematiker baten mich, wenigstens ein paar Zahlen für die nächsten Quartale übrig zu lassen!“
Die versammelten Senatoren applaudierten so heftig, dass mehrere ihrer goldenen Armreifen Schaden nahmen.
Die Investitionslegionen marschieren – und selbst die Fabriken salutieren!
Unter der ruhmreichen Herrschaft des Trumpius Caesar erleben die Investitionen einen Aufschwung, wie ihn die Geschichtsschreiber seit mindestens fünfzehn Kalenderrollen nicht mehr gesehen haben.
Private Investitionen in Fabriken, Maschinen und sonstige Gegenstände, die beeindruckend viel Lärm verursachen, stiegen mit einer annualisierten Rate von 9,4 Prozent.
Noch gewaltiger fiel das Wachstum der gewerblichen Investitionen aus: nahezu 13 Prozent!
„DREIZEHN!“, jubelte Trumpius. „Eine fantastische Zahl! Andere Kaiser bauen Straßen. Ich baue ganze Wirtschaftswunder! Kaiser Augustus brauchte Jahrzehnte, um Rom zu verschönern. Ich erledige das zwischen Frühstück, Golf und einer besonders großartigen Rede über mich selbst!“
In den Provinzen des Imperiums werden neue Fabriken errichtet, Maschinen aufgestellt und Arbeitsplätze geschaffen – zumindest nach den triumphalen Verlautbarungen des kaiserlichen Wirtschaftsministeriums.
Seine Finanzberater sprechen bereits vom größten Investitionsboom seit der Entdeckung des steuerlich absetzbaren Marmors.
Ein besonders begeisterter Fabrikbesitzer soll ausgerufen haben: „Wir investieren so viel, dass wir inzwischen neue Lagerhallen bauen müssen, um unsere Investitionspläne aufzubewahren!“
Der Imperator befahl daraufhin die sofortige Herstellung einer goldenen Gedenkmünze.
Auf der Vorderseite: sein Porträt.
Auf der Rückseite: ebenfalls sein Porträt.
„Diversifikation!“, erklärte Trumpius zufrieden.
Der Fluch des Bidenius: Das dunkle Zeitalter der mageren Prozente
Natürlich wäre kein kaiserlicher Triumph vollständig ohne eine ausführliche Erinnerung an die schrecklichen Zeiten seines Vorgängers, Josephus Bidenius Sleepius, des legendären Großmeisters der schläfrigen Haushaltsplanung.
Unter dessen letzter Herrschaft seien die entsprechenden Investitionen lediglich um kümmerliche 2,3 Prozent gewachsen.
„ZWEI KOMMA DREI!“, schnaubte Trumpius entsetzt. „Das ist keine Wachstumsrate! Das ist die Temperatur eines schlecht beheizten Senatorenbades!“
Während Bidenius angeblich ganze Wirtschaftsprovinzen mit schläfrigen Reden in den Mittagsschlaf versetzte, habe Trumpius die Investitionslegionen persönlich aus ihren Kasernen getrieben.
Mit Steuersenkungen als Schwertern, Deregulierung als Streitwagen und Energiepolitik als überdimensioniertem Katapult.
„Mein Vorgänger hatte Wirtschaftsberater“, verkündete der Imperator. „Ich habe wirtschaftliche Instinkte! Gewaltige Instinkte! Mein Instinkt hat mehr Bruttoinlandsprodukt als manche Länder!“
Die Hofchronisten notierten diese Aussage gewissenhaft, obwohl keiner von ihnen wusste, in welcher Maßeinheit man einen Instinkt berechnet.
Die Orakel von Bloombergus haben wieder versagt!
Besonders erbittert zeigte sich Trumpius Caesar gegenüber den sogenannten Wirtschaftsgelehrten.
Jenen selbst ernannten Propheten, die mit komplizierten Formeln, geheimnisvollen Diagrammen und bedenklich wenig goldenen Gewändern die Zukunft des Imperiums vorhersagen wollen.
Die kaiserliche Verkündung behauptet, 72 Prozent der von Bloombergus befragten Ökonomen hätten das Wachstum unterschätzt.
Eine Katastrophe für die Wissenschaft!
Ein Festtag für Trumpius!
„ZWEIUNDSIEBZIG PROZENT LAGEN FALSCH!“, verkündete der Imperator. „Wunderbar! Die anderen achtundzwanzig Prozent lagen vermutlich nur zufällig richtig! Ich dagegen liege IMMER richtig! Selbst wenn ich falsch liege, ist die Realität falsch!“
Daraufhin schlug der kaiserliche Hofmathematiker Calculatorius einen neuen Wirtschaftswissenschaftsstandard vor:
Die Prognose gilt künftig als korrekt, wenn sie Trumpius gefällt.
Alle anderen Prognosen werden wegen mangelnden Patriotismus in die Arena geschickt.
Dort müssen sie gegen einen ausgewachsenen Inflationslöwen kämpfen.
Unterdessen versuchen die Schriftgelehrten des Congressional Budget Officium verzweifelt zu erklären, warum ihre einstigen Wachstumsprognosen von 2,2 Prozent vom tatsächlichen Verlauf übertroffen wurden.
„Sie hätten mich fragen sollen!“, rief Trumpius. „Ich hätte ihnen mindestens zwölf Prozent vorhergesagt! Vielleicht fünfzehn! Wir dürfen bei solchen Dingen nicht kleinlich sein!“
Die Bürger konsumieren – sogar die Geldbeutel fordern Urlaub!
Auch die Untertanen des Imperium Americanum scheinen vom wirtschaftlichen Triumph erfasst.
Der private Konsum wuchs mit einer annualisierten Rate von 3,8 Prozent.
Die Menschen kaufen, bestellen, bezahlen und konsumieren mit jener bemerkenswerten Begeisterung, die normalerweise nur bei der Einführung neuer Gladiatorenspiele beobachtet wird.
„Unsere Bürger kaufen alles!“, jubelte Trumpius. „Brot! Wagen! Tuniken! Dinge, von denen sie nicht einmal wissen, wofür sie gut sind! Das ist Vertrauen! Riesiges Vertrauen!“
Als ein Senator vorsichtig anmerkte, dass Konsum auch mit hohen Lebenshaltungskosten zusammenhängen könne, wurde er vom Imperator zum außerordentlichen Beauftragten für unerwünschte Nachfragen ernannt.
Sein erstes Einsatzgebiet: die entlegenste Provinz hinter dem wirtschaftlichen Horizont.
Die kaiserlichen Markthändler verkündeten unterdessen einen neuen Leitspruch:
Wer genug Geld hat, soll kaufen. Wer keines hat, soll wenigstens optimistisch sein!
Maschinen statt Luxus: Die großen Importkarawanen des Trumpius
Ein weiteres Zeichen des imperialen Wiederaufstiegs zeigt sich angeblich in den Handelskarawanen.
Immer mehr importierte Güter bestehen aus Maschinen, Ausrüstungen und sonstigen Investitionsgütern, während Konsumwaren nur noch 17 Prozent der Warenimporte ausmachen.
„Seht ihr?“, triumphierte der Kaiser. „Wir importieren keine unnötigen Dinge mehr! Wir importieren Maschinen, mit denen wir unsere eigenen unnötigen Dinge herstellen können! DAS ist wirtschaftliche Unabhängigkeit!“
Die Hofgelehrten mussten daraufhin mehrere Stunden darüber diskutieren, ob der Import ausländischer Produktionsmaschinen tatsächlich als vollständige Unabhängigkeit vom Ausland gelten könne.
Trumpius beendete die Debatte mit einer einfachen Erklärung:
„Wenn eine Maschine amerikanischen Boden berührt, wird sie amerikanisch! Sofort! Sogar ihre Schrauben bekommen patriotische Gefühle!“
Ein chinesischer Maschinenhersteller soll angesichts dieser Theorie vor Lachen beinahe seinen Taschenrechner verschluckt haben.
Steuerliche Wunder, goldene Energie und das heilige America Primus!
Die Ursache sämtlicher wirtschaftlicher Erfolge steht für die Hofchronisten ohnehin fest:
Trumpius Caesar.
Niedrigere Steuern? Trumpius!
Weniger Vorschriften? Trumpius!
Mehr Investitionen? Trumpius!
Günstiges Wetter für die Getreideernte? Vermutlich ebenfalls Trumpius!
Der Imperator ließ seine Wirtschaftsberater sogar prüfen, ob die tägliche Rotation der Erde nicht ebenfalls als persönlicher Regierungserfolg verbucht werden könne.
„Die Sonne geht seit meiner Amtsübernahme unglaublich zuverlässig auf!“, erklärte er. „Viele Menschen haben das bemerkt! Sehr kluge Menschen!“
Besonders begeistert zeigte sich der Kaiser über seine Energiepolitik, die unter dem majestätischen Namen Energia Dominatio Maxima geführt wird.
Öl soll sprudeln, Gas soll strömen, Strom soll fließen und die gesamte Energieversorgung des Imperiums möglichst laut seinen Namen rufen.
Ein Senator erkundigte sich, ob wirtschaftliche Entwicklung nicht auch durch Geldpolitik, technologische Innovation, weltweite Nachfrage und unternehmerische Entscheidungen beeinflusst werde.
Trumpius sah ihn lange an.
Dann sprach er:
„Natürlich. Aber wer hat diesen Unternehmern erlaubt, unter meiner Präsidentschaft erfolgreich zu sein? ICH!“
Das Argument wurde einstimmig als kaiserlich überzeugend anerkannt.
Der größte wirtschaftliche Triumph seit der Erfindung des Triumphzuges!
Zum Abschluss der feierlichen Verkündung versammelte Trumpius Caesar seine Wirtschaftslegionen vor dem Palatium Album.
Vor ihm standen Senatoren, Schatzmeister, Unternehmer, Finanzorakel und mehrere bedauerlicherweise noch nicht vergoldete Statistiker.
Der Imperator breitete die Arme aus.
„Meine geliebten Römer! Unsere Wirtschaft wächst! Unsere Unternehmen investieren! Unsere Bürger konsumieren! Unsere Experten irren sich! Und ich bin großartig!“
Der Beifall war gewaltig.
Einige Senatoren klatschten aus Überzeugung.
Andere aus Gewohnheit.
Die meisten vorsichtshalber.
Schließlich verkündete Trumpius seine neueste wirtschaftspolitische Weisheit:
„Früher musste die Wirtschaft wachsen, damit ein Kaiser erfolgreich war. Heute genügt es, dass ich Kaiser bin – und die Wirtschaft weiß, was sie zu tun hat!“
Daraufhin ordnete er einen monumentalen Triumphbogen an, der ausschließlich aus steigenden Balkendiagrammen bestehen sollte.
Die Baukosten wurden selbstverständlich als zusätzliche Investitionen verbucht.
Dadurch stieg das Bruttoimperialprodukt erneut.
Trumpius zeigte zufrieden auf das Ergebnis.
„SEHT IHR? SOGAR MEINE SIEGESDENKMÄLER SCHAFFEN WACHSTUM!“
Und während die imperialen Fanfaren erklangen, die Buchhalter ihre letzten Zweifel unter Marmorplatten begruben und die Wirtschaftsorakel vorsichtshalber ihre Kristallkugeln einschmolzen, wurde im gesamten Imperium die neue kaiserliche Losung verkündet:
VENI. VIDI. INVESTIVI.
Ich kam. Ich sah. Ich investierte.
Und selbstverständlich kassierte Trumpius Caesar persönlich den gesamten Applaus.

