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Trumpius Caesar erklärt den Ozean zur patriotischen Speisekammer

23. October 2026  ·  admin  ·  3 Min. Lesezeit

Trumpius Caesar präsentiert ein leeres goldenes Fischernetz neben einem skeptischen Fischer und einem Hummer auf Samtkissen.
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Im goldenen Muschelsaal des Weißen Palastes verkündete Trumpius Caesar, Bezwinger der Bürokratie und oberster Schutzpatron panierter Weltmacht, seine neue Meeresordnung: „America First“ gelte künftig auch unter Wasser. Jahrzehntelang seien amerikanische Fische völlig führungslos herumgeschwommen. Manche hätten nicht einmal gewusst, dass sie zur besten Fischpopulation aller Zeiten gehörten.

Damit war nun Schluss. Mit der kaiserlichen Fischstrategie sollte aus gewöhnlichem Kabeljau endlich strategisch relevanter Siegeskabeljau werden.

„Unsere Fische sind fantastisch“, erklärte Seine Schuppigkeit in dieser frei erfundenen Palastszene. „Sehr kräftige Fische. Viele kommen zu mir, mit Tränen in den Augen. Unter Wasser sieht man das natürlich schlecht.“

Ein Weltreich braucht eine Fisch-Homepage

Herzstück der maritimen Machtergreifung war Seafood.gov. Dort sollten Fischer und Verbraucher künftig erfahren, welche Hilfen bereitstehen und weshalb amerikanischer Fisch vorzuziehen sei. Endlich hatte das Imperium erkannt: Was der Küstenwirtschaft wirklich fehlte, war ein zentraler Internetauftritt, auf dem man nachlesen konnte, dass der Kaiser sich bereits hervorragend kümmerte.

Die Hofverwaltung pries das Portal als historischen Durchbruch. Ein alter Fischer aus der Provinz Mainius fragte vorsichtig, ob sich damit auch seine Kühlanlage reparieren lasse. Daraufhin zeigte ihm ein Beamter stolz, wo er das neue Etikett herunterladen konnte.

Der patriotische Hummer trägt Herkunft

Die kaiserliche Lebensmittelaufsicht FDA, im Palast als „Fisch-Dominanz-Amt“ geführt, schlug ein freiwilliges Herkunftssiegel vor: „U.S. Caught Seafood“.

Fortan sollte jeder Verbraucher erkennen können, ob sein Abendessen von amerikanischen Fischern gefangen worden war. Der Hummer selbst blieb von der Entscheidung ausgeschlossen; er hatte bereits gegen seine Aufnahme in die Lieferkette grundsätzliche Einwände erhoben.

Trumpius verlangte dennoch eine feierliche Präsentation. Auf einem Samtkissen lag ein etikettierter Hummer, der mit seinen Scheren aussah, als wolle er den zuständigen Minister aus dem Amt kneifen.

Ausländische Garnelen gerieten derweil unter Generalverdacht. Sie seien zu billig, zu stark subventioniert und vermutlich ohne ausreichende Begeisterung für Trumpius aufgewachsen. Ein verdächtiger Importkalmar wurde zur Herkunftskontrolle vorgeladen. Acht Arme, aber kein einziges ordentlich ausgefülltes Formular: genau so begann unlauterer Wettbewerb.

Kredite aus dem goldenen Füllhorn

Für modernisierte Fleisch- und Fischverarbeitung stellte das Landwirtschaftsministerium USDA Kreditgarantien in Milliardenhöhe bereit. Schatzmeister Agrarius erklärte den Unterschied zwischen einer Garantie und einem Geschenk. Trumpius ließ ihn nach dem Wort „Milliarden“ ausreden, innerlich jedoch bereits die Siegesfanfare spielen.

In Alaskaria sollten Verarbeitungsbetriebe neue Perspektiven erhalten, an den Küsten Kühlhäuser und Hafenanlagen wachsen. Dass dafür Arbeit, Planung und tragfähige Investitionen erforderlich waren, betrachtete der Palast als bedauerlich technische Begleiterscheinung einer ansonsten bereits vollständig gewonnenen Zukunft.

Die Bürokratie geht über Bord

Auch bei Fanggebieten und Quoten wurde kaiserlich durchregiert. Meeresmonumente erhielten wieder kommerziellen Besuch, alte Sperren wurden beseitigt, und die Behörde NOAAnus sollte den Fang von Vorschriften deutlich reduzieren.

Umweltschutz blieb selbstverständlich wichtig. Er durfte nur nicht ausgerechnet dort stattfinden, wo jemand fischen wollte.

Die Hofchronisten meldeten historische Erfolge, historische Entlastungen und eine historische Menge historischer Formulierungen. Selbst die Möwen kreischten inzwischen wie Pressesprecher.

Zum Abschluss ließ Trumpius ein goldenes Netz auswerfen. Es wurde leer eingeholt. Der Kaiser betrachtete es lange, nickte staatsmännisch und erklärte, die Fische seien offenbar noch in der Genehmigungsschleife der Vorgängerregierung.

Dann ordnete er an, den Fangbericht zu veröffentlichen.

Das Netz war leer. Die Erfolgsmeldung platzte aus allen Nähten.

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