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Trumpius Caesar und das große Zollkarussell: Kanada darf nochmal zahlen

23. October 2026  ·  admin  ·  3 Min. Lesezeit

Trumpius Caesar am goldenen Zollkarussell: majestätische Willkür im Handel mit dem Ahornreich Canadium.
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Im goldenen Palast zu Washingtonium wurde erneut das öffentliche Interesse entdeckt. Es lag unter einem Stapel älterer Zollverordnungen und sah dem persönlichen Interesse des Imperators verblüffend ähnlich. Trumpius Caesar, Bezwinger ausländischer Preisetiketten und oberster Schutzpatron beleidigter Exportgüter, ließ unverzüglich eine neue Proklamation ausrollen. Ihr Zweck: Die bisherigen Strafzölle so verändern, dass auch die Veränderung wieder als unveränderlich großer Erfolg gefeiert werden konnte.

Gegenstand des kaiserlichen Unmuts blieb das nördliche Ahornreich Canadium. Dort hatte man nach Darstellung des Palastes amerikanische Automobile ungerecht behandelt. Ein schwerwiegender Vorwurf, denn ein Fahrzeug aus Americanum besitzt selbstverständlich das angeborene Recht, überall willkommen zu sein, während ausländische Waren zunächst erklären müssen, warum sie überhaupt existieren.

Bereits im Sommer hatte Trumpius deshalb den goldenen Zollhammer geschwungen. Anschließend gewährte er eine kurze Schonfrist, weil Canadium angeblich Besserung gelobt hatte. Dann war die Schonfrist vorbei, die Besserung nach kaiserlichem Befund ausgeblieben und der Hammer wieder im Dienst. Diplomatie bedeutete im Palast inzwischen, dem Gegenüber vor dem nächsten Schlag höflich die Rechnung vorzulesen.

Nun aber meldeten sich die hohen Beamten des Imperiums mit zusätzlichen Informationen, Einschätzungen und Empfehlungen. Ihre bahnbrechende Erkenntnis: Die Zölle wirkten hervorragend. Veränderte Zölle würden allerdings ebenfalls hervorragend wirken und dem öffentlichen Interesse sogar noch hervorragender dienen.

Trumpius nickte. Endlich Experten, die Wissenschaft verstanden.

„Die bisherigen Zölle waren perfekt“, verkündete er vor einer ehrfürchtig schweigenden Marmorwand. „Deshalb verbessere ich sie. Nur ich kann etwas Perfektes reparieren, ohne zuzugeben, dass es kaputt war.“

Fortan sollten bestimmte Waren aus Canadium vom zusätzlichen Zollaufschlag befreit werden, während andere neu unter das kaiserliche Fallbeil gerieten. Welche Waren das waren, regelten die ehrwürdigen Anhänge. Damit blieb die Hauptproklamation angenehm übersichtlich: Wer wissen wollte, ob sein Geschäft überlebte, musste lediglich die Anlagen studieren.

Für die betroffenen Importeure entstand damit ein majestätisches Glücksspiel. Hinter Anhang A winkte Entlastung, hinter Anhang B wartete der Zolllegionär mit ausgestreckter Hand. Der Imperator nannte es Handelspolitik. Die Kaufleute nannten zunächst ihren Steuerberater.

Andere einschlägige Zölle sollten zusätzlich weitergelten. Im Reich des Trumpius wurde eine Abgabe schließlich nicht dadurch weniger patriotisch, dass bereits eine andere auf derselben Ware saß. Zwei Zollmauern schützten besser als eine – besonders vor der Aussicht, dass irgendetwas bezahlbar blieb.

Mit der Umsetzung beauftragte Caesar seine Grenzlegionen, den Schatzkanzler, den Handelspräfekten und den obersten Unterhändler. Sie durften Vorschriften erlassen, Hinweise verfassen und Zuständigkeiten weiterreichen. So entstand eine Verwaltungskette von solcher Pracht, dass selbst ein leerer Lastwagen an der Grenze mit einem voll beladenen Aktenwagen rechnen musste.

Auch für juristische Zwischenfälle war gesorgt: Sollte ein Teil des Dekrets scheitern, sollte der Rest tapfer weiterregieren. Die Proklamation besaß damit mehr Überlebenswillen als manches Unternehmen, das sie betraf.

Zum Abschluss setzte Trumpius seine gewaltige Unterschrift unter das Dokument und erklärte den Handel für abermals gerettet. Die Hofchronisten jubelten, die Zollbeamten spitzten ihre Rechenstifte, und das öffentliche Interesse wurde vorsorglich wieder unter die Akten gelegt.

Denn im goldenen Imperium war Handel erst dann wirklich frei, wenn Caesar frei entscheiden konnte, wer dafür bezahlte.

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