SALVE, Bürger des glorreichen Imperiums!
Ein weiterer Tag. Ein weiteres Wunder. Ein weiterer Sieg über die Legionen der Bürokratie.
Während die Beamten des Ministeriums für Langsame Entscheidungen noch darüber diskutierten, ob ein Grashalm möglicherweise beleidigt sein könnte, wenn ein Geländewagen in seiner Nähe vorbeifährt, bestieg Imperator Trumpius Caesar Maximus, Herrscher über die Vereinigten Provinzen von Americum, den goldenen Balkon des Weißen Hauses und verkündete:
„Genug!“
Mit einem einzigen majestätischen Erlass verbannte der Imperator zwei uralte Dekrete aus den dunklen Archiven des Reiches. Diese stammten aus der sagenumwobenen Epoche des Kaisers Bürocratius Antiquus und waren so alt, dass Historiker vermuten, sie seien noch auf Mammutfell geschrieben worden.
Diese Erlasse verlangten von den Verwaltern der Reichsländereien, jede Nutzung von Geländefahrzeugen anhand mystischer Formeln zu bewerten. Begriffe wie „ästhetische Werte“, „landschaftliche Harmonie“ oder „potenzielle Nutzungskonflikte“ wurden dabei so häufig verwendet, dass selbst erfahrene Juristen nach dem dritten Absatz freiwillig in den Winterschlaf gingen.
Niemand wusste genau, was diese Regeln bedeuteten.
Niemand wusste, wie man sie anwendet.
Aber alle wussten, dass sie jede Entscheidung ungefähr fünfmal langsamer machten.
Die Rückkehr der Vernunft
Trumpius Caesar Maximus erklärte, dass die Bürger des Reiches ihre öffentlichen Ländereien genießen sollten, ohne vorher einen dreibändigen Antrag, zwei astrologische Gutachten und eine Zustimmung der örtlichen Eichhörnchenkommission einreichen zu müssen.
„Die Wildnis gehört dem Volk!“, verkündete er.
„Und nicht dem Ausschuss zur Prüfung möglicher Ausschüsse!“
Die alten Regeln waren vor rund fünfzig Jahren geschaffen worden – einer Zeit, in der Karten noch aus Papier bestanden, Computer die Größe von Kathedralen hatten und ein GPS-System hauptsächlich darin bestand, den Sternenhimmel anzuschreien.
Heute hingegen verfügen die Provinzen über modernste Kartographie, Satelliten, digitale Vermessung und Technologien, die jeden Stein im Reich dreidimensional erfassen können.
Dennoch mussten Behörden weiterhin nach Regeln arbeiten, die so präzise formuliert waren wie ein Horoskop eines betrunkenen Druiden.
Die Tragödie der verhinderten Abenteuer
Über Jahrzehnte hinweg verhinderten die alten Vorschriften zahllose Vorhaben.
Touristen wurden verwirrt.
Genehmigungen verzögert.
Motorsportveranstaltungen ausgebremst.
Holzproduktion erschwert.
Infrastrukturprojekte verzögert.
Und irgendwo im Herzen der Provinz Montana saß vermutlich ein Rancher auf seinem Geländewagen und wartete seit 2007 auf die Bearbeitung eines Formulars.
Die Auswirkungen waren so weitreichend, dass selbst Bürgermeister kleiner Dörfer begannen, von einer geheimen Allianz zwischen Bürokraten und Druckerpatronenherstellern zu munkeln.
Die große Säuberung der Pergamentberge
Nun sollen die zuständigen Reichsbehörden sämtliche Vorschriften überprüfen und überarbeiten, die auf den alten Erlassen beruhen.
Für die Beamten bedeutet dies vermutlich mehrere Monate intensiver Beschäftigung mit Aktenvernichtern.
Für die Bürger bedeutet es vor allem eines:
Weniger Papier.
Mehr Freiheit.
Mehr Zugang.
Mehr Abenteuer.
Und deutlich weniger Diskussionen darüber, ob ein Geländewagen möglicherweise die Gefühle einer besonders sensiblen Landschaft verletzt.
Die goldene Vision von Make America Beautiful Again
Natürlich ist dies nur ein weiterer Mosaikstein in den großen Reformen des Imperators.
Bereits in seiner ersten Regentschaft unterzeichnete Trumpius Caesar Maximus das legendäre Gesetz „Magnum Outdoors Actus Americanus“, die größte Investition in Nationalparks und öffentliche Ländereien seit den Tagen des berühmten Kaisers Theodorus Rooseveltus.
Millionen Morgen Land wurden geschützt.
Tausende Meilen neuer Wanderpfade geschaffen.
Jagd- und Angelmöglichkeiten erweitert.
Und nach seiner triumphalen Rückkehr auf den Thron wurden hunderte Millionen Morgen Reichsland für die Energiegewinnung geöffnet.
Die kaiserliche Kommission „Make America Beautiful Again“, kurz MABA, erhielt zusätzlich den Auftrag, Naturschutz und wirtschaftliche Entwicklung miteinander zu verbinden – ein Konzept, das die Priesterschaft des Extrembürokratismus für physikalisch unmöglich gehalten hatte.
Das Ende der Herrschaft von Formularius Maximus
Besonders gefeiert wurde die Aufhebung zahlreicher Regelwerke, die jahrzehntelang Straßenbau, Holzgewinnung und Infrastrukturmaßnahmen behinderten.
So fiel auch die berüchtigte „Roadless-Regel“, die vielerorts den Straßenbau verhinderte und bei Forstwirten ungefähr so beliebt war wie Zahnschmerzen auf einem Geburtstag.
Ebenso wurde die sogenannte „Public Lands Rule“ aus den Büchern entfernt, die vielerorts lokale Entscheidungen durch weit entfernte Verwaltungstempel ersetzen wollte.
Nun sollen Regionen wieder stärker selbst entscheiden können.
Ein revolutionärer Gedanke.
Zumindest in den Augen jener Beamten, die bislang überzeugt waren, dass man jedes Problem aus 3.000 Kilometern Entfernung besser beurteilen könne.
Das Urteil des Imperiums
Und so endete ein weiterer Tag im Reich von Trumpius Caesar Maximus.
Die Bürger bestiegen ihre Geländewagen.
Die Ranger studierten neue Karten.
Die Bürokraten suchten nach Taschentüchern.
Und irgendwo in einem verlassenen Archiv weinte eine Staubschicht leise auf zwei vergessenen Erlassen.
Denn eines hatte der Imperator erneut bewiesen:
Im Reich von Trumpius gilt eine einfache Regel.
Wenn ein Formular länger ist als die Straße, über die entschieden werden soll, dann verschwindet das Formular.
Nicht die Straße.

