Im mächtigen Imperium Trumpianum wurde erneut eine Episode geschrieben, die selbst die Chronisten des Kolosseums nur mit einer Mischung aus Staunen, Kopfschütteln und einer Extraportion Popcorn hätten niederschreiben können.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein Mann, der wegen schwerster Straftaten gegen ein Kind rechtskräftig verurteilt worden war. Nach Darstellung der US-Regierung hätte dieser das Reich längst verlassen müssen. Doch ausgerechnet in der nördlichen Provinz Minnesotia schienen einige politische Würdenträger eine ganz andere Vorstellung davon zu haben, wie Recht und Ordnung funktionieren sollten.
Dort regierten Statthalter Timius Walzius und Oberjurist Keithius Ellisonius, die nach Darstellung des Kaiserhofes eine Begnadigung unterstützten, obwohl bereits seit Jahren eine richterliche Anordnung zur Abschiebung bestand.
Der Gnadenkarren rollt
Während gewöhnliche Bürger davon ausgehen, dass schwere Straftaten eher ungünstig für den Aufenthalt in einem Reich sind, schien in Minnesotia eine völlig andere Rechtsphilosophie Einzug gehalten zu haben.
Im Forum munkelte man bereits über die berühmte "Sanctuarium-Strategie".
Sie lautet ungefähr:
"Wenn wir die Augen fest genug schließen, ist das Problem vielleicht gar nicht mehr da."
Die kaiserlichen Chronisten konnten sich diesen Ansatz allerdings nur schwer erklären.
Schließlich handelte es sich nicht um einen falsch geparkten Streitwagen oder eine verspätete Steuerzahlung.
Nach Darstellung der Behörden ging es um einen bereits verurteilten Sexualstraftäter.
Trumpius Caesar zieht den goldenen Hebel
Doch genau in diesem Moment erschien Imperator Donaldus Trumpius Caesar Magnus, begleitet von seinem Außenminister Marcus Rubinius Diplomatius und den Legionen des Ministeriums für Heimatschutz.
Rubinius soll den goldenen Federkiel erhoben und gesprochen haben:
"Dieser Aufenthalt endet... genau jetzt."
Mit einem einzigen kaiserlichen Federstrich wurde der Aufenthaltsstatus aufgehoben.
Kurz darauf marschierten die Legionäre los.
Keine endlosen Ausschüsse.
Keine zwölf Arbeitskreise.
Keine Kommission zur emotionalen Betreuung der Bürokratie.
Nur ein sehr kurzes Kapitel mit dem Titel:
"Auf Wiedersehen."
Das Kolosseum applaudiert
Im gesamten Reich verbreitete sich die Nachricht schneller als ein Gerücht über kostenlose Steuersenkungen.
Die einen jubelten.
Die anderen erklärten sofort, alles sei selbstverständlich viel komplizierter.
Einige Senatoren beantragten vorsorglich einen Untersuchungsausschuss darüber, ob die Abschiebung möglicherweise die Gefühle eines Formulars verletzt habe.
Die Akademie der Ausreden
Besonders beliebt wurde anschließend der Wettbewerb der kreativsten politischen Erklärungen.
Die Favoriten:
- "Es geht um Humanität."
- "Man muss den Einzelfall betrachten."
- "Der Kontext ist kompliziert."
- "Die Zuständigkeit ist noch unklar."
- "Dafür gründen wir zunächst einen Arbeitskreis."
Die Zuschauer vergaben dafür geschlossen null Lorbeerkränze.
Die kaiserliche Null-Toleranz-Legion
Trumpius Caesar hingegen ließ verkünden:
"Wer Kinder angreift und sich illegal im Reich befindet, wird gefunden, verhaftet und entfernt."
Die Legionäre nickten.
Die Grenztore ebenso.
Selbst der kaiserliche Adler soll für einen kurzen Moment besonders zufrieden ausgesehen haben.
Walzius und Ellisonius geraten unter Beschuss
Im Forum wurde anschließend heftig darüber diskutiert, warum ausgerechnet Politiker ihre Energie dafür einsetzen sollten, gegen Entscheidungen der kaiserlichen Behörden anzukämpfen.
Spötter behaupteten bereits, Walzius und Ellisonius hätten versehentlich das Handbuch "Wie verteidige ich garantiert den falschen Fall?" vollständig gelesen.
Andere vermuteten, beide hätten schlicht vergessen, dass Wähler gewöhnlich lieber Familien schützen als politische Symbolpolitik bewundern.
Das große Finale
Als sich der Staub gelegt hatte, blieb im Imperium vor allem ein Bild zurück:
Trumpius Caesar steht auf den Marmorstufen des Kaiserpalastes.
Hinter ihm weht die gewaltige Fahne des Imperiums.
Vor ihm marschieren die Legionen zurück.
Ganz hinten verschwindet der Streitwagen des abgeschobenen Schattenwesens langsam am Horizont.
Die Hofhistoriker notierten den Tag feierlich unter der Überschrift:
"Operation Außer Landes – diesmal wirklich."
Und irgendwo in Minnesotia suchten einige Senatoren vermutlich bereits nach dem nächsten Formular, mit dem man eine Realität beanstanden konnte, die sich leider geweigert hatte, den politischen Drehbüchern zu folgen.

